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Veröffentlicht am
19.05.2022
Lesedauer
4 Minuten
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Denim Première Vision: Nachhaltigkeit, Komfort und Sourcing im Fokus der Branche

Veröffentlicht am
19.05.2022

Am 17. und 18. Mai hat die Denim Première Vision erstmals in Berlin stattgefunden. 83 Experten der Denim-Industrie präsentierten ihre Innovationen in der Arena Berlin und sprachen mit FashionNetwork.com über die Herausforderungen der vergangenen zwei Jahre, die Trends der kommenden Saison sowie über die Veränderungen, die auf die Branche in puncto Nachhaltigkeit, Materialien und Innovation zukommen werden.

Advance Denim präsentiert Blue Denim - Isabel Leonhardt


Beim ersten Branchentreffen der Denim-Industrie in der Hauptstadt herrschte eine euphorische Stimmung. Die Aussteller waren glücklich über die Wiederaufnahme der Geschäfte, die in den letzten Jahren unter Lockdowns und Restriktionen litten.

"Die letzten drei Jahre waren wegen Corona sehr verlangsamt, aber seitdem Messen wieder stattfinden, läuft es viel besser. Es ist wichtig für uns, auf Messen vertreten zu sein. Die Kunden wollen die Materialien sehen und berühren und wir wollen ihnen dazu alle Informationen zu den Stoffen geben", erklärt Isil Sena Candanm, Sales Chief, bei Kilim Denim.

Trotz einer gedämpften Erwartung an die Besucherzahl verglichen mit den Vor-Pandemie-Zeiten aus Paris, freute sich auch der japanische Denim Produzent Kuroki über die physische Rückkehr und den Austausch mit Kunden.

Berto präsentiert Denim-/Kaschmirmischungen - Isabel Leonhardt


Das allgegenwärtige Thema der Aussteller ist Nachhaltigkeit und dieser Bereich sei auch der, mit der größten Nachfrage. 

"Die Kunden fragen in erster Linie nach Nachhaltigkeit, aber auch nach speziellen Mischungen, nicht nur 100 prozentige Baumwolle. Wir bieten zum Beispiel auch Mischungen mit Kaschmir oder spezielle Tencel- und Leinen-Mischungen an", erklärt Francesca Polato aus dem Marketing Departement von Berto.

Auch Keith O'Brien, Senior Public Relations Manager bei Isko, sieht Nachhaltigkeit als das wichtigste Thema. "Die Kunden sind sehr daran interessiert, wie Nachhaltigkeit bei uns aussieht. Wir bauen mehr recycelte Garne in die Materialien ein. R2 40 plus, bedeutet, dass wir ein Minimum von 40 Prozent ​​recycelte Materialien verwenden und das wenden wir auf 95 Prozent unserer Kollektionen an."

Ein neuer Trend, den man vermehrt auf den Berliner Ständen sieht, sind Fasern aus Hanf. Die Nachfrage nach Hanf sei in den letzten beiden Jahren sehr gestiegen – zum einen, da Hanf eine antibakterielle Wirkung habe, zum anderen suche man wegen der ansteigende Baumwollpreise Alternativen, erklärt Junaid Mushtaq von Kassim Denim.

Materialkosten und Lieferengpässe halten die Branche in Atem



Die steigenden Preise für Baumwolle und weitere Rohmaterialien, sowie eingeschränkte Lieferketten sind sicherlich die größten Herausforderungen der Branche. Unternehmen wie Kuroki, die direkt aus Japan versenden, hatten in den letzten Jahren wegen geschlossener Grenzen mit verspäteten Lieferungen zu kämpfen. 

"Die Materialkosten und verspätete Lieferzeiten, waren und sind für uns noch immer eine Herausforderung. Manchmal sind es die Indigo Lieferanten, ein anderes Mal hat der Lieferant Verspätung, der uns die Papierrollen liefert, auf denen wir die Stoffe lagern. Das wichtigste ist, dass man transparent ist und alles klar mit den Kunden kommuniziert", so Francesca Polato von Berto.

Aufgrund der steigenden Materialkosten habe das Unternehmen auch seine Preise anpassen müssen. Die meisten Klienten, hätten dafür Verständnis, da sie in erster Linie auf Qualität achten und wüssten, dass Berto in der Heimat Italien produziere, so Polato weiter.

Isko zeigt an seinem Stand seine Inovationen der vergangenen Jahre - Isabel Leonhardt


Die Corona-Pandemie sowie die andauernden Schwierigkeiten am Fasermarkt haben dazu geführt, dass bequeme Stoffe und alternative Materialien besonders gefragt sind. Diesen Trend sehen die Aussteller in Berlin auch in den kommenden Saisons.

"Nach Corona wollen die Leute weiterhin elastischere Stoffe. Vor zehn Jahren hatten wir noch 14 bis 15 Prozent Elastizität in unserem Denim, durch Corona wurden es 100 Prozent elastische Artikel und diese werden uns auch noch weiter begleiten", so Bossa.

Neben elastischen Stoffen werden auch vermehrt organisch entwickelter und bearbeiteter Denim zum Einsatz kommen. Johan Van den Heede, Director Europe Marketing von Advance Denim, verrät, dass vermehrt Stoffe aus Pflanzen oder aus Meeresmaterial wie recyceltem Nylon aus Fischernetzen entwickelt werden.
 

Isko beschäftige sich bereits seit zehn Jahren mit nachhaltigen Prozessen. Das Unternehmen ist sich sicher, dass in Zukunft nicht nur die Herkunft der Faser nachhaltiger werden muss, sondern das Kleidungsstück auch an sich beständiger sein sollte.

"Der ganze Prozess muss nachhaltiger werden. Bei recyceltem Polyester oder recycelter Baumwolle stellen wir sicher, dass das Kleidungsstück auch Festigkeit und Haltbarkeit aufweist. Alles ergibt keinen Sinn, wenn der Stoff nicht hält", so O'Brien.

Ungeachtet dessen, in welche Richtung sich Denim nach der Pandemie entwickeln wird, werden die Marken schnell reagieren und sich anpassen müssen: Eine aktuelle Studie von Research and Markets schätzt, dass der Markt von 57,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 auf 76,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 wachsen könnte.

Die nächste Ausgabe der Denim Première Vision findet am 23. und 24. November in Mailand statt.

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