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AFP
Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
19.10.2020
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2 Minuten
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Der Belgier Tom Van der Borght gewinnt mit ausgefallenen Kreationen den Hyères-Modepreis

Von
AFP
Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
19.10.2020

Der Belgier Tom Van der Borght, der Kleidung aus recycelten Materialien entwirft, "die niemand will", und die man "sich trauen muss zu tragen", gewann am Sonntag den Modepreis beim internationalen Modefestival in Hyères (Südfrankreich). 


Tom Van Der Borght und seine ausgefallenen Kreationen haben die Jury des Festivals überzeugt - Festival de Hyères



Diese farbenfrohe und verrückte Kollektion mit einer Vielzahl von Verzierungen, die sich wie Mollusken oder Antennen bewegen, begeisterte die Jury und das Publikum der Stadt Hyères bei dieser 35. Ausgabe des ältesten Modewettbewerbs, der als Sprungbrett für junge Designer dient. "Ich möchte eine neue Definition von Luxus finden. Wir sind an klassische Luxusmaterialien wie Gold oder Leder gewöhnt. Ich benutze wirklich gerne Dinge, die andere nicht interessant finden", so der 42-jährige Designer und Performance-Künstler Tom Van der Borght gegenüber der AFP.

Ein bunter Pullover aus seiner Kollektion wurde beispielsweise aus Plastikfilamenten hergestellt, die zur Preisauszeichnung verwendet werden. Eine Tasche aus "Seeleder" besteht aus Fischhäuten, die aus der Sushi-Industrie stammen. Die angewandten Makramee- oder Patchwork-Techniken sind zwar recht klassisch, aber seine Idee von Luxus besteht darin, Stücken, die dazu bestimmt sind, weggeworfen zu werden, ein zweites Leben zu geben. Wie z.B. Paillettenvorräte, die er von lokalen Händlern zurückkauft, oder Muster von veganem Fell, die er zu einem blau-gelben Mantel verarbeitet hat.

Wie steht es mit der Tragbarkeit? "Man kann es tragen, wenn man sich traut", sagt Tom Van der Borght. "Die Zukunft der Mode besteht nicht darin, in einem sehr restriktiven und konformistischen Umfeld zu bleiben, es ist an der Zeit, uns von allen Beschränkungen zu befreien", glaubt er.

Der Hauptpreis der Jury für Modeaccessoires ging an die französischen Designer Ddiddue und Juana Etcheberry. Mit einer raffinierteren Ästhetik aber einem ähnlichen Ansatz fertigen sie Caps aus Objekten, die "für die Deponie bestimmt" sind.


Ddiddue & Juana Etcheberry - DR


"Wir fangen Gummistiefel, Gleitschirmgurte, Fallschirmteile oder Blumentöpfe ab. Wir bearbeiten die Materialien, indem wir sie (...) im japanischen Stil wie alte Samurai-Stoffe zusammennähen", erklärt Juana Etcheberry gegenüber der AFP.

Das Bruder und Schwester-Duo wurde ebenfalls mit dem in dieser Saison neuen Preis des Luxushauses Hermès ausgezeichnet, und zwar für ihr grafisches Lederarmband, das von schwebenden Metallringen umgeben ist, die "schützend und luftig" zugleich sein sollen. Ebenfalls im Bereich Accessoires gewann die französisch-syrische Oubadah Nouktah den Publikumspreis, während der Sonderpreis der Jury an die französischen Designer Antonin Mongin, Florian Dach & Dimitri Zephir ging.

Was die übrigen Auszeichnungen betrifft, so gewannen die Franzosen Marvin M. Toumo und Emma Bruschi den Chloé-Preis bzw. den 19M Chanel Métiers d’art-Preis. Im Bereich Fotografie gewann Guanyu Xu aus China den Preis der Jury und Andras Ladocsi aus Ungarn den American Vintage-Preis, während der Publikumspreis in diesem Bereich an Dustin Thierry aus den Niederlanden ging.

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