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Veröffentlicht am
06.09.2017
Lesedauer
4 Minuten
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Der Sacai Garten erblüht bei Colette

Veröffentlicht am
06.09.2017

Sie ist die einflussreichste Designerin aus Asien in diesem Jahrhundert. Die Frau, die fast einhändig die japanische Mode wiederbelebt hat und die aktuelle Star-Designerin des Monats von Colette und Dover Street Market ist. Laut Style-Superstar Chitose Abe ist jedoch alles, was sie tut, nur ihre Inspiration aus der einzigartigen gemixten Welt der Innenstadt Tokyos zu beziehen.

Colette


"Tokyo ist nicht wie Paris oder London. Alles ist hier vermischt, selbst die Klassen. Das ist der Grund, warum es luxuriöse Louis Vuitton Stores direkt neben einem billigen Sushi-Restaurant gibt. Kein Wunder, dass meine Kleider ein Hybrid sind!" sagt Abe mit einem Lächeln bei einer Tasse Sacai Kaffee – benannt als Toriba und von einem japanischen Barista geröstet – im Geschäft von Colette.

Das ist einer von mehreren hundert Artikeln, die seit Dienstag bei Colette in den Einzelhandel gekommen sind. Ein Projekt namens "Jardin Sacai" (dt: Sacai Garten), das von Plastiksandalen mit mexikanischen Wrestler-Maskenmotiven (in Genehmigung durch eine Verbindung mit Zucca) reicht, bis hin zu flauschigen, japanischen Bärenpuppen von [email protected], um den gefertigten Schmuck von dem aktuellen Paris-Liebling Charlotte Chesnais einzubringen.

Am Abend zuvor machte Abe in London ihre neueste Verbindung mit The North Face im ikonischen Dover Street Market bei einem Abendessen bekannt, was zusammen mit Marc Newson abgehalten wurde.

"Natürlich habe ich sie ausgiebig getestet. Wenn es so kalt ist wie in New York oder Tokyo, liebe ich es, The North Face zu tragen. Und wie bekannt ist, haben wir schon alles online verkauft", sagt sie strahlend. Ihre Entwürfe sind nicht billig, an der Kasse aber auch nicht zu schmerzhaft: Eine khaki-farbene North Face Bomberjacke beginnt bei ca. 620 Euro in London, während eine rosa Nylon-Regenjacke von Sacai X Fragment in Paris 510 Euro kostet.

Während sie in Paris gastiert, hat sie drei weitere bedeutende Mode-Kooperationen präsentiert – Partnerschaften mit Converse, Levi's und Lacoste. Wie beispielsweise das von Colettes Gründerin Sarah Andelman getragene charmante Multi-Plissee-Tenniskleid in Babyblau und Französisch-Royalblau (Preis ab 845 Euro). Für diejenigen, die sich gerade abseits des Planeten Mode befinden – Andelman und ihre Mama Colette schließen den legendären Laden Ende des Jahres – und die letzten paar Monate werden von Lucien Pagès kuratiert, dem weltmännischen PR-Mann von, unter anderem, Sacai!

Sacai übernahm auch die Vitrinen von Colette, demselben Laden, wo sie vor drei Jahren schon ihr Buch „Sacai: A bis Z“ vorstellte. Sie ist ein großer Fan von Paris, wo sie 2005 mit einem Koffer ankam, um ihre Kleider zu zeigen.

Colette

 
"Meine drei Lieblingssachen in Paris? Colette! Place de la Concorde und das Nodaïwa Restaurant, da dort großartiger japanischen Aal serviert wird. Und es ist so schade, Colette zu verlieren!", sagt sie mit einem Nicken.

Es ist schwer, den Einfluss von Abe in den vergangenen Jahren zu übersehen – ihre Kollagentechniken beim Mixen wie bei Biker-Jacken mit rohem Schafspelz, grüne Fliegerjacken im Schnitt von Opernmänteln und mit Blumenstickerei verziert, oder Zopfstrick kombiniert mit Military-Trenchcoats, sie alle haben eine riesige Modebewegung losgetreten. Ideen, die sie einfach so beim Herumlaufen in den Straßen und Clubs der zentralen Tokyo-Bezirke wie Aoyama aufschnappt. "Ich liebe es noch immer, in Clubs zu gehen ... und Bars zu besuchen... viele.", sagt mit einem Kichern Abe, eine hübsche Brünette mit einem einladenden Lächeln und spöttischen Augen.

Auf die Frage nach ihren Lieblings-Designern zieht sie ein leidendes Gesicht. "Ich mag sehr gerne Rei Kawakubo und die Art, wie sie Kreativität mit Kommerz bei Comme des Garcons mischt.", erzählt Abe, die für das japanische Label in ihrer Jugend als Schnittdirectrice arbeitete, bevor sie Sacai im Jahr 1998 gründete, dem selben Jahr, in dem ihre Tochter Tohko geboren wurde. Allerdings weigerte sie sich vehement, irgendeinen westlichen Designer zu nennen, den sie bewundere – bei dieser Frage schaute sie zu Boden.
 
Obwohl sie in Tokyo geboren und groß geworden ist, verbrachte Abe ein Jahr in London: "Nicht weit vom Oxford Circus lebend und Oasis hörend". Und der britische Einfluss ist klar in ihren Entwürfen sichtbar, wie beispielsweise bei den sehr coolen Karoröcken aus Wolle, Netzstoff und mit Grosgrain eingefasst – ein Signature-Touch von Sacai – den sie bei dem Treffen trug.

Als berüchtigter Workaholic bekannt, kehrt Abe nach nur drei Tagen in Europa nach Japan zurück. Sie beginnt normalerweise ihren Tag um 10 Uhr, aber arbeitet oft bis 11 Uhr nachts. Und zudem überwacht sie alles und sie beaufsichtigt ihre kleine, aber wachsende Kette von Geschäften. Fast ein Dutzend Flagshipstores reichen von Tokyo, Seoul, Hongkong bis nach Peking. Heute kann sie mit rund 250 Ladentüren prahlen, obwohl sie Stillschweigen über ihren Jahresumsatz wahrt. Schätzungen zufolge liegt dieser bei über 30 Millionen Euro.

​Normalerweise fuhr sie selbst zur Arbeit, aber wegen "eines kleinen Unfalls" musste sie das aufgeben. Einer der wenigen Fehler, den dieses Miniatur-Kraftpaket je gemacht hat.

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