Die Barbara Gruppe stellt ihre gleichnamige Marke ein

Mit Barbara ist es vorbei. Die gleichnamige Gruppe hat beschlossen, die Aktivitäten der 1944 gegründeten Dessous-Marke zugunsten ihrer brandneuen Marke Bibiche einzustellen. Im Jahr 2010 wurde Barbara, eine historische Figur der französischen Dessous-Geschichte, von dem koreanischen Partner Namyeung Vivien Corporation durch die Gründung einer neuen Gesellschaftsform namens Groupe Barbara SAS für eine Summe von 4 Millionen Euro übernommen.
Die Kollektion Frühjahr/Sommer 2018 von Barbara - Barbara

Olivier de Croizant, CEO seit 2014, und seine Teams beschlossen, die Marke Bibiche Anfang 2018 auf den Markt zu bringen. Ein Label, das unabhängig von Saisons operiert und nur im Internet und in Kaufhäusern erhältlich ist.

Auf eben diese junge Marke möchte sich die Barbara Gruppe nun konzentrieren. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen, da sie eine Kündigungswelle und die Schließung des einzigen Barbara Geschäftes in Lyon beinhaltet. Die Gruppe möchte die Anzahl der Personen der rund 50 Angestellten des Unternehmens nicht bekanntgeben, die von dieser Gehaltskürzung betroffen sind.

"Die Bibiche Markenstruktur funktioniert als Start-up-Modell und benötigt weniger Mitarbeiter als die Barbara Gruppe. Nach der Umstrukturierung wird sie zudem sehr Marketing-orientiert ausgerichtet sein", präzisiert Olivier de Croizant, der Geschäftsführer des Unternehmens. Er selbst hat seinen Abschied für Januar 2019 angekündigt.

"Als ich Barbara 2014 übernahm, war es eine kleine Marke, die viele komplizierte Entwicklungen durchlaufen hatte. Sie hatte ihre Bekanntheit und ihr Netzwerk verloren (Anmerkung der Redaktion: Die Marke ist laut Stand 2018 noch immer bei über 350 Multimarken-Händlern in Frankreich erhältlich.). Das Segment der traditionellen Unterwäsche, zu dem wir mit Barbara gehören, ist ein Segment, das heutzutage enorm leidet", erklärt er die Entscheidung, die Marke mit der Frühjahr-/Sommerkollektion 2019 einzustellen.

Die auf Bibiche gesetzten Hoffnungen sind daher groß. Die Marke, unter der Führung von Camille Oudet, Leiterin Marketing und Style der Barbara Gruppe, präsentiert sich mit einer komprimierten Kollektion von fünf BHs, vier Slips und Tangas sowie einem Body und setzt auf eine Produktauswahl in monatlichen Farben. Außerdem bietet sie zwei "Re-Kreationen" an: verzierte und spritzigere Modelle, die jeden Monat wechseln.

Nach einigen Monaten des Bestehens konnte das Label die Kaufhauskette Galeries Lafayette verführen, mit der es für ein Jahr eine exklusive Partnerschaft in Frankreich unterzeichnete. Die Marke ist jetzt zudem bei Montparnasse, im BHV Marais und bei Haussmann in Paris präsent, wo es von Ende November bis Ende Dezember auch einen Pop-up-Store geben wird. Was den Export betrifft, so ist die Marke in Skandinavien vertreten und soll ebenso in Deutschland und Belgien eintreffen.

Barbara ist eine der ältesten französischen Dessous-Marken, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und in den 1950er-Jahren von der Familie Béna übernommen wurde, die sie dann 2006 verkaufte. 2004 generierte sie noch einen Umsatz von 45 Millionen Euro, davon die Hälfte im internationalen Handel, wo sie einen guten Ruf genoss.

Im Jahr 2009, nach einem ersten Insolvenzverfahren, wurde die Marke Barbara von ihrem damaligen Konkurrenten Huit übernommen, der ebenfalls in diesem Jahr seine Tätigkeit eingestellt hat. Letzterer wiederum geriet selbst in ein Insolvenzverfahren im Jahr 2010 und wurde von den Briten Eveden übernommen, aber ohne dass Barbara in den Sanierungsplan aufgenommen wurde. Es war dann der koreanische Vertriebspartner Namyeung Vivien Corporation, der dem Unternehmen zu Hilfe eilte. Acht Jahre später stoppt dieser jedoch die Ausgaben und kündigt damit das Ende der Kommerzialisierung von Barbara für 2019 an.

Übersetzt von Elisa Gerlach

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