Die H&M-Gruppe konzentriert ihre Bemühungen auf digitale Transformation

Der skandinavische Einzelhandelsriese (H&M, Cos, Monki, & other Stories...) hat sich im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019 (+10 % auf 4,89 Mrd. Euro) nicht nur erholt, sondern arbeitet auch hart daran, wettbewerbsfähig zu bleiben und seine Zukunft zu sichern. Diese Bemühungen konzentrieren sich vor allem auf die Digitalisierung und die Suche nach logistischer Effizienz in einer schnelllebigen Einzelhandelswelt. E-Commerce-Offensive in Indien, Direktkauf über Instagram, Plattformmodernisierung ... : "Nachdem in der Vergangenheit wenig in digitale Medien investiert wurde, holt H&M nun mit einer Vielzahl von Initiativen auf", erklärt Kate Ormrod, Retail-Analystin bei GlobalData. Betrachten wir die von der Gruppe durchgeführten Projekte.

Die Hauptmarke des Konzerns wird über indische Marketplaces vertrieben. - H&M

Die H&M-Gruppe, deren Online-Umsatz 2018 um 22 % gestiegen ist und 14,5 % des Gesamtumsatzes ausmacht (gegenüber 12 % ihres Konkurrenten Inditex), setzt bei der Gewinnung neuer Online-Kunden nicht nur auf eigene Online-Shops. In Indien, dem riesigen Markt, in dem H&M im vergangenen Jahr seine Online-Verkaufsplattform eröffnet hat, gibt H&M bekannt, dass es seine Produkte im Laufe des Jahres auf den Marketplaces von Myntra und Jabong vertreiben wird. Karl-Johan Persson, CEO der Gruppe, kommentierte: "Indien ist ein wachsender und vielversprechender Markt, und wir freuen uns darauf, unsere Marke neuen Kunden im Land zugänglich zu machen. Myntra und Jabong werden eine wichtige Ergänzung zu den physischen Stores und Online-Shops von H&M in Indien sein. Seit seinem Start auf diesem Markt im Jahr 2015 hat das Unternehmen dort 41 Filialen eröffnet und 2018 einen Umsatz von 1,4 Milliarden SEK (130 Millionen Euro) erzielt. Darüber hinaus wird die Marke H&M im Laufe des Jahres ihre Onlinepräsenz in Mexiko (direkt) und Ägypten (über Franchising) durch eigene E-Shops ausbauen.

Da jedes Land von seiner eigenen Strategie profitiert, will H&M auch die neuen Funktionalitäten der Web-Giganten nutzen, wobei soziale Netzwerke im Vordergrund stehen. So testet die Gruppe in den USA beispielsweise seit einigen Tagen den Verkauf von Kleidung direkt über Instagram, ohne die App verlassen zu müssen, um wie bisher auf die Website der Marke zu wechseln. Ein echtes Potenzial für zusätzliche Umsätze, das auch auf andere Länder ausgeweitet werden könnte, wie das soziale Netzwerk der Facebook-Gruppe angibt.

Im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse des ersten Quartals bereitet der schwedische Händler zudem eine Etappe seines umfangreichen Programms zur Digitalisierung seines Geschäftsmodells vor. Zum einen wurde die Online-Plattform in Deutschland vollständig umgestellt, was sich auf den Umsatz im Hauptmarkt auswirkte, da die Aktivität eingeschränkt werden musste. Aber es ermöglicht der Marke nun, ihren Kunden eine schnellere Lieferung anzubieten – eine der Dienstleistungen, auf die sie sich sehr stützt: Die Lieferung am nächsten Tag ist derzeit in 12 Ländern verfügbar, während die Lieferung am selben Tag, die derzeit in einigen wenigen Städten getestet wird, 2019 auf 6 oder 7 weitere Märkte ausgedehnt wird, darunter Großbritannien und die Niederlande, wie die Gruppe ankündigt. Click & Collect, was bisher nur in 7 Ländern möglich ist, wird in diesem Jahr auch für rund zehn weitere Märkte angeboten.

Zum anderen wurde die RFID-Tagging-Technologie, die eine schnellere Lieferkette ermöglicht, in 15 Ländern implementiert und wird auch 2019 weiter eingesetzt. Damit einher geht die Inbetriebnahme neuer Lager: Ende 2018 wurden in Polen und Deutschland drei Standorte eingeweiht, bis Ende 2019 oder Anfang 2020 werden zwei neue Logistiktools in der Nähe von Madrid und North London erwartet. "Unsere Transformationsbemühungen führen uns in die richtige Richtung, auch wenn noch viele Herausforderungen bestehen und noch viel zu tun bleibt", so der Chef des schwedischen Unternehmens, das in diesem Jahr die Eröffnung 335 neuer Filialen plant, gleichzeitig jedoch fast 160 Verkaufsstellen, vorallem in Europa, schließen wird.

Übersetzt von Felicia Enderes

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