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Die erste digitale Haute Couture Saison in Paris: Viele Teaser, wenig neue Kleider

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
09.07.2020
Lesedauer
6 Minuten
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Zum Auftakt des dritten Tags der ersten 100 % digitalen Haute Couture Woche wurde nicht eine neue Kollektion enthüllt, sondern ein Teaser von Maison Margiela gezeigt – ein perfektes Resümee der wohl verwirrendsten Pariser Saison in der Geschichte der Veranstaltung.

 



Maison Margiela-Couturier John Galliano verfolgte einen in seinen Worten "aufgeklärten Ansatz" und zeigte in einem nur 45 Sekunden langen Videoclip einen einzigen Look. Es war der erste Teil einer vierteiligen "digitalen Serie", die drei weiteren werden in den kommenden Tagen enthüllt, bis zum Finale am 16. Juli um 18 Uhr (MEZ).

Der erste Clip der co-ed Herbst/-Winter-Couture-Kollektion 2020 sah fantastisch aus. Das Video "Artisanal" in knalligen Neonfarben mit Orange-, Ocker- und Electric Blue-Tönen zeigte ein einziges Model, das sich wie ein Nachtclub-Straßenräuber im dekonstruierten Übermantel vorwärtsbewegte und im Profil vor der Kamera zum Halt kam – eine Art David Bowie mit breitkrempigem Gaucho-Hut. "Für diesen Wiederanfang müssen Werte und Absichten beleuchtet werden", wie John Galliano in einer Pressemitteilung erklärte. Er versprach den Fans "einen neuen Ansatz für das Haus in einem Ausdruck der Klarheit, Interaktion und Inklusion".

Wie alle anderen Videos, die im Rahmen der offiziellen Haute Couture-Woche gezeigt wurden, ist der Clip auf einer speziell von der Fédération de la Haute Couture et de la Mode über Launchmetrics eingerichteten Online-Plattform erhältlich.

Der erste Preis für die symbolischste Präsentation geht an Franck Sorbier, dessen Film "Il Medico delle Peste" (z. Dt.: der Pestarzt) im Pariser Museum Musée des Arts et Métiers gedreht wurde. Darin wird eine verwirrte, in schwarze Spitze gekleidete Figur mit kohlenschwarzen Augen und riesigem Kopfschmuck von einem großen Mann in Smoking, Zylinder und weißer venezianischer Vogelmaske verfolgt. Der Clip gipfelt im gemeinsamen Kreisen um das berühmte Foucaultsche Pendel in der gotischen Kirche des Museums, bevor ein schwarzer Hengst eine Heldin in einem Poncho mit Paisley-Muster durch einen mittelalterlichen Hof jagt.



Bouchra Jarrar – Herbst/Winter2020 - Haute Couture



"Wir wollten die Parallelen zwischen Covid-19 und der Pest herstellen", so Franck Sorbier. Der Couturier zählt vielleicht nicht zu den Wohlhabendsten von Paris, aber er ist mit einem beeindruckenden Ideenreichtum gesegnet. Wie bei Margiela war im Abspann zu lesen, dass das Video ein Vorspiel für einen längeren Film sei, der am 21. September enthüllt wird. Im vorzüglichen Kurzfilm gedachte der Designer dem Sänger Manu di Bango, der mit dem Haus eng verbunden war und im März dem Coronavirus zum Opfer gefallen ist.

Die berühmteste Couturière Chinas, Guo Pei, bot eine Meditation zu ihrer Inspiration. In dieser Saison stammte diese von Tieren der Savanne, von Reisebildern des Pariser Museums für Naturgeschichte, Bildern von Schafswollfilz und bemerkenswerten Stickereien chinesischer Gärten.

"Die weltweite Gesundheitskrise hat uns alle getroffen. Sie hat unsere Vorstellungen zum Leben verändert, nicht nur für Menschen, aber auch für Tiere und unseren Planeten", so Guo Pei, die dieses Jahr ihr 10. Jubiläum in Paris feierte. Sie zeigte blassgraue gefütterte Overalls mit aufgesetzten elefantenförmigen Taschen, Lederkleider mit Zebrakopf-Design und rote Cocktail-Kleider mit aufgenähten Giraffen aus Schafswolle.

Elie Saab plante einen sehr prägnanten Kurzclip, der 1,35 Minuten dauerte. Unter dem Titel "Le Retour aux Sources", (z. Dt. Rückkehr zu den Anfängen) enthüllte der große libanesische Couturier delikate Zeichnungen, libanesische Zedernwälder, fleißige Hände beim Nähen, Glasperlen, summende Bienen, trockene Erde und eine Möwe, die auf den Berg al-Qurnat as-Sauda zufliegt. Berührend und aufschlussreich.

 


Gut, zeigte Bouchra Jarrar in ihrem jugendlichen Schwarz-Weiß-Video, das mit Abstand zu den besten der Saison zählte, einige neue Entwürfe. Christian Dior mag in den sozialen Medien für die ausschließlich weißen Models in seinem brillanten Clip gescholten worden sein, Bouchra Jarrar wird für ihr Casting gelobt werden: Es handelt sich um die wunderschönen dunkelhäutigen Modelschwestern Aissa und Aida Kane. Beim Spielen in einem typisch französischen Haussmann-Gebäude oder beim gefühlvollen Spazieren vor dem Eiffelturm spielt das Video auf den ungewohnt vorsichtigen Frühling in Paris an. Die Models trugen die für Jarrar typischen Bikerwesten, perfekt geschnittene Serge-Mäntel mit reflektierenden Aufschlägen, federbesetzte Taillen oder adrette Boyfriend-Jacken – sehr zeitgenössische Couture.

"Durch diese Zwillinge drücke ich die Brüderlichkeit und Universalität aus, die mir so wichtig sind", erklärte Jarrar nach dem Kurzfilm "Edition no2", der unter der Leitung von Marcel Hartmann entstanden ist.

Der Zuschlag für den Couturier, dessen Beitrag am meisten Lust auf eine Reise nach Paris macht, geht an Christophe Josse. Er streifte mit liebevollem Blick durch die Stadt – von den Seineufern bis hin zu Brücken nach Sonnenuntergang und wundervollen Bildern der besten Museen in der Morgendämmerung. Dafür hätte er einen finanziellen Zuschuss vom französischen Fremdenverkehrsamt oder von der Bürgermeisterin Anne Hidalgo verdient. Er zeigte naturfarbene Mäntel mit Art Deco-Stickereien, damenhafte Kleider und spitzenbesetzte Hipster-Looks für Moderatorinnen. Unter dem Titel "Pavanes Intemporelles" (z. Dt. Zeitlose Streifzüge) zeigte Christophe Josse eine beeindruckende Arbeit.

Jean-Paul Gaultier ist zwar im Ruhestand, doch sorgt er Behind the Scenes immer noch für hervorragende Beiträge – hier eine "vollständiges Eintauchen in eine Show, die keine Show ist". Transgressiv, kitschig, humoristisch, leicht hysterisch und sehr Jean-Paul Gaultier. Und zum Abschluss verneigt sich die Miss France 2020 vor dem Hintergrund des Eiffelturms auf Jean-Pauls Hausdach.

Das große Konzeptualisten-Team der Modebranche, Viktor & Rolf, amüsierte sich köstlich mit einer akademischen Erklärung zum Zusammenhang zwischen der Pandemie und teuren Kleidern. "Abschließend in dieser düsteren Palette ein majestätischer Mantel aus tierfreundlichem Kunstleder. Es gibt viel, worüber wir wütend sein können, und dieses Kleidungsstück übermittelt genau dieses Gefühl", so die Erzählstimme zu einem riesigen kegelförmigen Mantel mit riesigen kegelförmigen Auswüchsen. Getragen wurde er von einem Model mit passender Gesichtsmaske.


Guo Pei –Herbst/Winter2020 - Haute Couture



Die angesagteste Couturière des Landes, Julie de Libran, zeigte am heutigen Tag keine neuen Entwürfe. Die Designerin, die ihre erste Couture Show im Juli 2019 organisierte, fokussierte während des Lockdowns auf die Auslieferung von Bestellungen ihrer zweiten Kollektion, die im Januar in Paris enthüllt worden war. Anfang Februar wurde die Kollektion an einer von Matches organisierten Show in Los Angeles hervorragend aufgenommen. Diese Show katapultierte de Libran nur vier Tage vor den Oscars auf eine andere Ebene, kurz bevor der Lockdown verordnet wurde.

"Ich möchte der Fédération dafür danken, dass sie uns eine Carte Blanche erteilte. Sie bemühte sich sehr darum, Partner zu finden, damit wir unsere Kreativität zum Ausdruck bringen konnten. Dennoch ist es seltsam, Couture zu zeigen, da sie etwas so Persönliches hat. Man muss die Kunden persönlich treffen und Maß nehmen. Dies bedingt zwangsläufig einen engen physischen Kontakt. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, mich mit Frederic Sanchez auf ein Video zu konzentrieren. Er stellte Mitschnitte von Anproben und Making-ofs zusammen, und sie fangen die Backstage-Energie ein, den wundervollen Moment, an dem alles zusammenkommt. Genau das wollte ich zeigen", so de Libran.

Das Ergebnis war eine Zusammenstellung von Zeichnungen, Stoffen, Worten und vor allem, Models, sowohl vor als auch während der beiden Salon-Schauen der Designerin in ihrem eleganten Zuhause. Es zeigte, was Julie am besten macht: Ihre Kleider sind sexy aber nie zu aufreizend, ihr künstlerischer Stil nie zu offensichtlich. Alle Entwürfe werden in hochwertigen Stoffen gefertigt, die gewährleisten, dass die Kreationen wirklich in sehr limitierter Auflage hergestellt werden. Im Video zieht de Libran sogar selbst einige ihrer Entwürfe an und sieht darin umwerfend aus.

Der letzte Beitrag wurde von Valentino geplant – auch hier ohne neue Entwürfe! Das Label zeigte ein Video von Nick Knight, das der Inspiration hinter einer Kollektion nachging. Die eigentliche Kollektion wird Valentino vor einem kleinen Publikum live enthüllen. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 21. Juli um 16 Uhr in der Cinecittà in Rom statt.

Das knapp eine Minute dauernde Video offenbarte riesige Stoffbahnen mit rauchigem Look, die um eine mysteriöse Figur herum durch die Luft wogen. Der Clip wurde in Schwarz-Weiß gedreht, dazu die Musik von FKA Twigs Song Daybed. Unter dem Titel "Of Grace and Light" war dieser Dialog zwischen Pierpaolo Piccioli und Nick Knight einer der verwirrendsten Teaser eines raffinierten und dennoch rätselhaften Tages.
 

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