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Veröffentlicht am
30.07.2013
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Die «Katze» in Cannes? - 100-Millionen-Rekordbeute bei Juwelenraub

Von
DPA
Veröffentlicht am
30.07.2013

Paris (dpa) - Vieles erinnert an Alfred Hitchcocks «Über den Dächern von Nizza»: Juwelen, vermummter Täter, keine Gewalt, ein Luxushotel an der französischen Mittelmeerküste. Doch beim Diamantencoup in Cannes spielen nicht Cary Grant oder Grace Kelly die Hauptrollen. «Die Katze» ist aber auch diesmal noch unbekannt. Nur über die Beute ist seit Montag etwas gewiss: ihr Rekordwert! Mehr als 100 Millionen Euro sollen die Juwelen kosten, die der Täter in Cannes einsackte.

Der Tatort ist eine der luxuriösesten Adressen an der französischen Mittelmeerküste: Das «Carlton» in Cannes zählt zu den ersten Häusern an der Croisette. Zum Filmfest geben sich hier Stars und Sternchen die Klinken der noblen Suiten in die Hand. Hier drehte Hitchcock auch Teile seines berühmten Films.

Der Räuber stiegt am Sonntag um die Mittagszeit herum in einen Seitenflügel des «Carlton» ein. Dort logiert gerade der israelische Juwelier und Milliardär Lev Leviev. In angemieteten Räumen zeigt er eine Ausstellung außergewöhnlicher Edelsteine. Eigens angeheuert hat er laut Staatsanwaltschaft auch Sicherheitsleute für die Preziosen. Allerdings wird die Zahl mit nur «drei oder vier» angegeben.

Eigentlich sollte die am 20. Juli eröffnete Schau von Diamantenmogul Leviev bis zum 30. August gezeigt werden. Doch wichtige Ausstellungsstücke sind nun nicht mehr da: Der Täter soll alles in einen Koffer gerafft haben, was er kriegen konnte. Schnell war er wieder verschwunden. Hinweise auf den Räuber sind bisher Fehlanzeige.

Bei ersten Schätzungen war die Polizei zunächst noch von einem Wert der Juwelen in Höhe von 40 Millionen Euro ausgegangen. Mit dem nun ermittelten Schaden von mehr als 100 Millionen Euro liegt der Raub von Cannes auf Rekordniveau. Einen solchen Schaden gab es bisher nur 2003 beim Einbruch in das Diamond Center in Antwerpen. Allerdings waren damals auch Wertpapiere Teil der Beute. Einen reinen Juwelencoup mit einer Beute im Wert von 100 Millionen Euro gab es noch nicht.

Erst vor wenigen Monaten stand Cannes nach einem Schmuckdiebstahl in wenig willkommenem Rampenlicht. Während des Filmfestivals waren Preziosen des Luxus-Juweliers Chopard aus einem Hotelsafe gestohlen worden. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Wert von rund einer Million Euro, Chopard selbst bezeichnete die Zahl als zu hoch. Kurz darauf verschwand aus einem Nobelhotel in der Nähe von Cannes ein Diamanten-Collier des Schweizer Juweliers De Grisogono im Wert von fast zwei Millionen Euro.

Der Täter soll sich in Cannes diesmal mit Schirmmütze und Schal vermummt haben. Bei dem Überfall am Sonntag soll alles sehr schnell und ohne Gewalt vor sich gegangen sein. Allerdings war der Täter bewaffnet - das wäre der «Katze» Cary Grant nicht in den Sinn gekommen.

Von Gerd Roth, dpa

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