Die wichtigsten Damenmode-Trends für die Frühjahr-/Sommersaison 2019

Im Sommer 2019 darf Frau offen ihre weibliche Seite zur Schau tragen. Streetwear, sportliche Kleidung und die in den vergangenen Saisons tonangebenden männlichen Schnitte werden beiseitegeschoben, um Platz für eine neue Unbeschwertheit und natürliche Eleganz zu machen. Hybride und vollständig zersetzbare Kleider sorgen für vielseitig einsetzbare Elemente, bei denen auch die Vielfalt nicht außen vor bleibt. In den in New York, London, Mailand und Paris gezeigten Prêt-à-porter-Kollektionen für die Frühjahr-/Sommersaison 2019 schlugen sich diese Einflüsse in zehn großen Trends nieder.

1) Fischernetze

Sonia Rykiel, Frühjahr/Sommer2019 - © PixelFormula

Nach den ersten zaghaften Schritten in der Menswear im vergangenen Juni erobert dieser Trend nun auch die Womenswear. Dabei schienen sich die Designer sowohl an aufreizenden Netzstrumpfhosen (Calcaterra, Anaïs Jourden) als auch, wie Altuzarra, am exotischeren Strandbild zu orientieren, wo der Fischer in seinem Netz Meeresfrüchte an Land zieht. In weiter Form bei Kleidern oder Makramé-Tuniken zu sehen, konnten Netzelemente sowohl enthüllen (Dior, Sonia Rykiel, J.W. Anderson, Ferragamo) als auch verbergen. Bei Missoni sind die Maschen überdimensioniert, bei Balmain hingegen in engen geometrischen Formen geflochten. Louis Vuitton setzt auf Metall-Maschen in Kettenhemdform.

2) Punkte

Koché, Frühjahr/Sommer2019 - © PixelFormula

Schwarze Stoffe mit weißen Punkten (oder umgekehrt) sind wieder salonfähig, das typische Stoffmuster der Pin-up-girls aus den 40er und 50er Jahren feiert heuer sein großes Comeback. Einige Designer wählten Punktemuster für ihre beliebtesten Modelle, wie Hedi Slimane mit einem kurzen Ballkleid für Celine oder das von Monica Bellucci für Dolce & Gabbana gezeigte körperbetonte Kleid. Burberry, Moschino und Prada setzen auf eine Lingerie-Version aus schwarzgepunktetem Voile. Koché punktet mit lässigen Sommerkleidern und Gabardine-Stoffen.
 
3) Tüll

Chika Kisada, Frühjahr/Sommer2019 - © PixelFormula

Der luftig-leichte Stoff tauchte in dieser Saison in zahlreichen Kollektionen auf und passte sich unterschiedlichen Themen an. Mehrere Designer ließen sich so vom Ballett-Universum inspirieren, Tanzschuhe, Tüllröcke und Bodys wurden von Maria Grazia Chiuri für Dior, der Japanerin Chika Kisada und von Ermano Scervino neu aufgelegt. Weiter tauchen Tüllelemente in Brautkleidern (Act n°1) und Prinzessinnenkleidern auf. Bei Brognano wird der Stoff zu einem Kokon verarbeitet, Marc Jacobs wählt ihn glänzend, bei Richard Quinn gibt er sich ganz Schwarz.

4) Leder

Chanel, Frühjahr/Sommer2019 - © PixelFormula

Leder setzt seinen Feldzug durch die Modebranche fort und wird auch in der Sommersaison zu einem der beliebtesten Stoffe der Designer. Er wird in allen möglichen Formen und Behandlungsverfahren gesichtet. Über die großen Klassiker wie Jacken, Mäntel, Röcke und schwarze Rockerhosen (Hedi Slimane für Celine) hinaus, gab es auch neue Einsatzmöglichkeiten zu sehen. Ultraleichtgewichtig und in überraschenden Farben, wie ein Gewebe verarbeitet oder für Accessoires wie wellenförmige Hüftgürtel über Unterwäsche getragen bei Alexander McQueen.

5) Radlerhosen

Fendi, Frühjahr/Sommer2019 - © PixelFormula

Radlerhosen waren bei den meisten Designern in allen Modehauptstädten zu sehen, es handelt sich um das Must-have in der Sommergarderobe 2019. Hautenge Radlerhosen sind omnipräsent und werden unter Sweatshirts, Kleidern und Jacken getragen. Bei Blumarine gibt es Lycrahosen in Neonfarben, bei Prada bedruckte Jerseymodelle und bei Mugler dasselbe in Hochglanzform. Roberto Cavalli produziert eine mit Schmucksteinen besetzte Version und bei anderen Designern gibt es Radlerhosen aus Jeans- und Satin- und anderen Stoffen.

6) Kordeln und Riemchen

Afterhomework Paris, Frühjahr/Sommer2019 - PixelFormula

Auch Schnüre, Bänder und Kordeln sind omnipräsent. Der Trend machte sich schon im vergangenen Juni in der Menswear bemerkbar und zieht sich nun im Schlepptau des Sporttrends wie ein roter Faden durch alle Kollektionen. Bei Hermès werden Kordeln durch Metallösen gezogen, bei Afterhomework und Dries Van Noten werden sie am Hosenbund oder am Kragen getragen. Bei Chloé, Monse, Victoria Beckham und Altuzarra schlingen sie sich um die Hüften. Riemchen und Bänder wirbeln ihren Weg durch die Architektur konstruierter und dekonstruierter Entwürfe. Kordelzüge öffnen zudem zahlreiche Möglichkeiten für Raffungen und Volumen.

7) Fransen

Marques'Almeida, Frühjahr/Sommer2019 - © PixelFormula

Im Sog des Kordeltrends festigen auch die Fransen ihre Position. Ob kurz oder lang, dünn oder breit, als Eyecatcher oder lediglich am Saum eines Rocks oder eines Wollschals werden Fransen aus allen Materialien gefertigt: Perlen, Leder, Kristallstäbchen, Federn usw. Byblos entwarf getönte Schnürsenkel, Dolce & Gabbana zeigen goldene und mehrfarbige Bänder, Givenchy bietet eine silberne Ausführung. Calvin Klein drapiert Fransen wie Girlanden, Chanel, Coach, Longchamp und Michael Kors setzen auf Cowboy-Fransen und bei Jacquemus und Marques’Almeida umschmeicheln sie lange Schultertücher.

8) Taschenwunder

Sacai,Frühjahr/Sommer2019 - © PixelFormula

Taschen sind nächsten Sommer aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, um zahlreiche elektronische und andere Accessoires zu verstauen, ohne von einer Handtasche behindert zu werden. Auf allen Kleidungsstücken lassen Designer Taschen sprießen, auf Hemden, Jacken, Westen, Hosen und Röcken. Bei Sacai gibt es ein taschenbesetztes Rockmodell zu sehen, bei dem die einzelnen Taschen über ein Reißverschlusssystem abgenommen werden können. Byblos bringt Recycling in Greifweite und sieht spezifische Taschen für Papier, Metall, Glas und Kunststoff vor. Bei Fendi werden Gürtel mit Patronentaschen ausgestattet.

9) Yves Klein Blau

Tod's, Frühjahr/Sommer2019 - © PixelFormula

Im Sommer 2019 sind alle Farben gestattet. Von ganz weißen Outfits über Trauerschattierungen und natürliche Farbtöne bis hin zu Pastellfarben und Neonspritzern, die sich auch weiterhin großer Beliebtheit erfreuen. Die Trendfarbe Gelb ist in leuchtendem Sonnengelb oder auch zurückhaltender in matten Schattierungen zu sehen, so auch die Farbe Blattgrün. Doch klarer Sieger des Farbenreigens ist das Blau in all seinen Schattierungen, und vor allem das intensive Yves Klein Blau.

10) Kleidungszwang

Thom Browne, Frühjahr/Sommer2019 - © PixelFormula

Hinter dem Bild der freien Frau in konstanter Bewegung kam in einigen Kollektionen auch das Konzept des Zwangs auf. Wie ein Zeichen dafür, dass der weibliche Körper im wörtlichen und übertragenen Sinne noch immer eingeschränkt wird. Einige Models zeigten Kleider, in denen sie durch ein Gewebe aus Bändern, festgezurrten Bustiers oder käfigartig angelegten Netzstoffen, die teils gar eng am Körper festsaßen, eingeschnürt wurden. Auch das Gesicht war nicht selten von Masken oder Schleiern bedeckt.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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