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Dolce & Gabbana: Alta Gioielleria mit Caterina de’ Medici als Ehrengast

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
03.09.2020
Lesedauer
4 Minuten
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Mit einer Präsentation der Alta Gioielleria, an der Caterina de’ Medici ein Ehrenplatz zukam, gab Dolce & Gabbana am Mittwoch den Auftakt zur dreitägigen Luxus-Veranstaltung des Hauses in Florenz.


Dolce & Gabbana Alta Gioielleria- Photo: FashionNetwork.com


 
Das Paradestück war eine bemerkenswerte goldene Halskette, in deren Mitte zwei goldene Engelchen ein seltenes Parfümfläschchen aus Kristall festhielten. Gezeigt wurde die Kollektion in der Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella, die 2012 ihr 400-Jahre-Jubiläum gefeiert hatte.

Die älteste Apotheke der Welt datiert ihr erstes Parfüm auf das Jahr 1553. Der Duft sei für Caterina de’ Medici kreiert worden, die ihn nach ihrer Hochzeit mit dem zukünftigen König Frankreichs, Heinrich von Orléans, in Parfümfläschchen über die Alpen nach Frankreich brachte. Es handelt sich um den Bergamotte-Duft 'Acqua della Regina', der bis heute produziert wird und rund um den Globus als 'Acqua di S.M. Novella' bekannt ist.

Bemerkenswert ist, dass der Flakon des Designers tatsächlich mit dem Parfüm gefüllt ist, damit sich die Trägerin im Verlauf des Abends selbst parfümieren kann. Wie bei allen Objekten der Kollektion handelt es sich um ein Unikat, wenn auch nicht das teuerste des Abends. Dieser Preis kommt einer atemberaubenden Weißgold-Kette zu, die mit einem riesigen birnenförmigen Paraiba-Turmalin aus Mosambik bestückt ist – und stattliche EUR 7,25 Millionen kostet.

Trotz der gehobenen Preisklasse dürfte die unvergleichliche Luxus-Veranstaltung zahlreiche Kunden anziehen. Sie bildet den Abschluss einer einmal im Jahr von Dolce & Gabbana organisierten Tour, an der die Designer Alta Moda, erlesene Menswear und sehr hochwertige Schmuckstücke in exotischen Standorten in ganz Italien zeigen. Die erste Ausgabe fand vor acht Jahren in Taormina statt, seither beehrte das Duo Capri, Venedig, Neapel und Palermo mit seiner Präsenz. Eine dreitägige Ausnahmeveranstaltung für die Reichsten der Reichen.


Dolce & Gabbana Alta Gioielleria- Photo: FashionNetwork.com

 
"Endlich! Es fühlt sich großartig an, wieder hier zu sein. Besonders im Herzen einer der größten Kunstbewegungen der Geschichte, der Renaissance", freut sich Stefano Gabbana, bei seinem Rundgang durch die Schmuckauswahl in der berühmten Apotheke. Sie wurde ursprünglich von Dominikaner-Mönchen gegründet, die antike Zubereitungen verwendeten, um Heilpflanzen zu pharmazeutischen Heilmitteln zu destillieren, die noch heute verwendet werden. Analog dazu wurden einige Dolce & Gabbana-Schmuckstücke von Kunsthandwerkern nach altüberlieferten Renaissance-Techniken bearbeitet.

Die ersten Erfindungen der Officina entstanden wohlgemerkt vor der Renaissance-Zeit. Bereits 1221, als der Ort ein Hospitium für Pilger war, verfügte dieses über ein frühes Labor, in dem Pflanzen und Kräuter aus dem Garten zu medizinischen Substanzen verarbeitet wurden.

Zur Mittagszeit erschienen im wundervollen Kloster religiös anmutende Kellner, die Mixturen ausschenkten – mit wohllautenden Namen wie Liquore Mediceo und Elisir di Cina.


Dolce & Gabbana Alta Gioielleria - Photo: FashionNetwork.com


Die Apotheke durfte sich sogar mit dem Medici-Wappen schmücken, mit seinen sechs Kugeln und zwei Putten auf den Windungen einer Schlange. Das Tier, das bereits von Äksulap als Gottheit verehrt wurde, verkörpert Medizin und Pharmakopöe. Dasselbe Symbol war auch auf dem Duftfläschchen von Dolce & Gabbanas Caterina de’ Medici-Schmuckstück zu sehen.

Als Beweis für die melodramatischen Eigenschaften einiger Bewohner der italienischen Halbinsel wurde in der Apotheke in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch ein "Acqua antisterica" (Anti-Hysterie-Wasser) entwickelt, das noch immer produziert wird. Doch unter den bemerkenswerten Schmuckstücken befanden sich keine verrückten Ideen, sie stützten sich vielmehr auf Renaissance-Künstler und die von den Mönchen verwendeten exotischen Pflanzen und Früchte – bezaubernde Rubin- und Saphir-Halsketten, die wie Erdbeeren angeordnet wurden, oder auch verschiedene traumhafte Weißgold-Ohrringe in Pfingstrosenform mit Tansaniten und gelben Saphiren. Alle wurden vor einem Jahrzehnt im Schmuckstudio von Dolce & Gabbana im westlich von Mailand gelegenen Legnano gefertigt.

"Wir haben das Glück, zwei geniale Designer zu haben, mit einer unermesslichen Vorstellungskraft. Und unser Team liebt die Herausforderung, ihre eleganten und überschwänglichen Ideen in die Wirklichkeit umzusetzen", erklärte der Schmuck- und Uhrenverantwortliche des Hauses, Walter Veneruz.


Dolce & Gabbana Alta Gioielleria - Photo: FashionNetwork.com


Die Herrenkollektion wurde in einer Sakristei unter Fresken mit Darstellungen des Leidens Christi und des Märtyrertums verschiedener Heiliger präsentiert. Auch hier bezogen sich die beiden Designer auf die Renaissance mit einer Leonardo-da-Vinci-Uhr, die bemerkenswerterweise von Hand mit Zeichnungen seiner Illustrationen verziert wurde. Die diesjährige Version wurde Atlanticus genannt.
 
Vorzügliche byzantinische Manschettenknöpfe mit Rhodolith Granat gab es ab EUR 30.000, doch die gezeigten Uhren waren wesentlich teurer. Am oberen Ende der Preisspanne präsentierte Dolce & Gabbana das Modell Ferdinand II, mit einem Zifferblatt aus grüner Jade und mit goldenen Intarsien für EUR 595.000.

Einige davon wurden spätabends zur Schau getragen, als die beiden Designer im Rathaus von Florenz, dem Palazzo Vecchio, ihre Alta Sartoria-Kollektion enthüllten. Im Rahmen der dreitägigen Mailänder Veranstaltung folgt am Donnerstagabend die Alta Moda-Fashionshow.

Caterina de’ Medici wäre stolz gewesen.

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