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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
11.01.2021
Lesedauer
4 Minuten
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Dr Martens bestätigt geplanten Börsengang in London

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
11.01.2021

Dr Martens bestätigte am Montag, dass der seit langem geplante Börsengang am London Stock Exchange durchgeführt werden soll. Der Mutterkonzern Permira soll Aktien im Wert von ca. 25 Prozent der Unternehmensanteile auflegen.


Dr Martens


Zum Wert des Unternehmens wurden keine genauen Angaben gemacht und die Details zum Börsengang sind noch nicht vollständig ausgearbeitet. Das britische Schuhlabel habe lediglich "in Erwägung gezogen, die Zulassung der Stammaktien zum Handel am London Stock Exchange zu beantragen".

Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt umgesetzt wird, sehr hoch. Nur eine bedeutende Krise könnte die IPO entgleisen lassen, und da die Modebranche im vergangenen Jahr bereits von der größten Krise der vergangenen Jahrzehnte überrollt wurde, stehen die Chancen für das Projekt gut.

Interessant ist, dass sich die Marke für einen Börsengang am Hauptmarkt der LSE interessiert. Die meisten Modeunternehmen, die an die Börse wollen, entscheiden sich für den Alternative Investment Market (AIM), der weniger stark reglementiert ist.

SCHNELLES WACHSTUM

Doch was bietet Dr Martens seinen potenziellen Investoren? Nun, die Antwort ist so einfach wie überzeugend: Ein Unternehmen, das schnell wächst und in aller Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft weiterwachsen wird.

Eigenen Angaben zufolge verkauft Dr Martens in über 60 Ländern mehr als 11 Millionen Paar Schuhe und Stiefel pro Jahr. Im Geschäftsjahr, das Ende März 2020 endete, erzielte das Unternehmen GBP 672 Millionen (EUR 745 Mio.) Umsatz, dazu ein EBITDA von GBP 184,5 Millionen (EUR 204,5 Mio.) mit einer EBIDTA-Marge von 27,4 Prozent.

Der Konzernumsatz von Dr Martens verbesserte von Ende März bis Ende September 2020 auf GBP 318,2 Millionen (EUR 352,8 Mio.), und stieg somit ungeachtet der Pandemie im Jahresvergleich um 18 Prozent. Das EBITDA verbesserte sich um 30 Prozent auf GBP 86,3 Millionen (EUR 95,7 Mio.).

Mitten in einer globalen Krise, die die Schuhindustrie durch die während des Lockdowns gesunkene Kauflust besonders hart traf, entspricht dies einem starken Wachstum.

Die Pandemie bescherte der Marke zwar einige Herausforderungen, doch tat sie der langjährigen Erfolgsgeschichte keinen Abbruch. Vom Geschäftsjahr 2018 bis zum Geschäftsjahr 2020 erzielte der Konzern eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR = Compound Annual Growth Rate) von 39 Prozent und ein EBITDA-CAGR von 81 Prozent.

Das Wachstum wurde durch die Intensivierung der Direct-to-Consumer-Strategie begleitet. Diese sei für das Unternehmen "entscheidend, um es der Marke und dem Geschäft zu ermöglichen, ihr volles Potenzial auf nachhaltige Weise zu erreichen".

Die D2C-Strategie "ermöglicht direktere Berührungspunkte mit Kunden, eine bessere Präsentation der Schuhe und der Marke, den Zugang zu mehr Daten und eine kontrollierte und strategische Verwaltung der Marke", so das Unternehmen am Montag.

Weiter betonte Dr Martens, wie gut der E-Commerce-Kanal in den vergangenen Jahren abgeschnitten hat. Das Unternehmen erwarte, dass "dieser in den kommenden Jahren weiterhin der Hauptwachstumstreiber bleiben wird".

Im D2C-Geschäft war der Onlinehandel vor Ausbruch der Pandemie bereits auf bestem Wege, den Umsatz in den physischen Stores in den Schatten zu stellen. In den 12 Monaten von Ende März 2019 bis Ende März 2020 wurden rund 45 Prozent des Gesamtumsatzes im D2C-Kanal erzielt. 25 Prozent davon entfielen auf die Stores, 20 Prozent auf den Onlinehandel. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres kippte die Balance aus offensichtlichen Gründen: Von den 34 Prozent des D2C-Umsatzes stammten 24 Prozent aus dem Onlinehandel und aufgrund der Schließungen und der gesunkenen Besucherzahlen nur 11 Prozent aus den Läden.

Diese Zahlen zeigen jedoch auch, dass dem D2C-Geschäft zwar ein Hauptaugenmerk des Unternehmens gilt, doch der B2B-Kanal trägt den größten Anteil zum Umsatz bei. Zusätzlich zu den eigenen 130 Läden, Lizenzen und dem Webstore kann sich Dr Martens auf ein blühendes Wholesale-, Distributoren- und Franchisenetzwerk stützen. Im letzten Geschäftsjahr erzielte der B2B-Kanal 55 Prozent des Gesamtumsatzes. Und im ersten Halbjahr des neuen Geschäftsjahrs (von Ende März bis Ende September 2020), stieg dieser Wert auf 66 Prozent.

Geografisch aufgeschlüsselt erwirtschaftete das Unternehmen im Raum EMEA 43 Prozent des Umsatzes, 37 Prozent entfielen auf den amerikanischen Kontinent und 20 Prozent auf die Region Asien/Pazifik.

MEILENSTEIN

Nach der Ankündigung des Börsengangs erklärte Chairman Paul Mason: "Der heutige Tag ist ein wichtiger Meilenstein für Dr Martens und ein Zeugnis des Know-hows und der harten Arbeit unseres Management-Teams. Wir schaffen die Grundlage, die der Dimension und dem Potenzial unserer Marke entspricht. In den vergangenen Jahren haben wir wichtige Investitionen zur Stärkung des Teams und der Geschäftstätigkeit getätigt und wir positionieren uns nun für den nächsten spannenden Schritt in unserer Entwicklung als börsennotiertes Unternehmen".

CEO Kenny Wilson ergänzte: “Die Ankündigung unseres geplanten Börsengangs widerspiegelt die große Leistung des Dr Martens Team und der Marke. Noch wichtiger ist das bedeutende globale Wachstumspotenzial für Dr Martens in der Zukunft. Unsere ikonische Marke spricht eine große Bandbreite an Kunden weltweit an, die unsere Schuhe tragen, um ihren individuellen Stil zum Ausdruck zu bringen. Wir haben große Investitionen getätigt, um zu gewährleisten, dass wir die beste digitale und physische Einkaufserfahrung bieten können, um eine Verbindung zu den Trägern unserer Schuhe zu knüpfen und dadurch unser langfristiges, nachhaltiges Wachstum zu fördern".

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