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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
28.02.2019
Lesedauer
2 Minuten
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Dries Van Notens Rosengarten

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
28.02.2019

"Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften", schrieb Shakespeare in Romeo und Julia und meinte damit, dass man einer Person ihren persönlichen Hintergrund verzeihen soll. Doch in Dries Van Notens Ästhetik liegt die Schönheit einer Rose in der Kraft ihrer Zerbrechlichkeit. Dies trifft auch auf seine jüngste Show zu, deren rosenbedruckte Entwürfe im Pariser Palais de Tokyo enthüllt wurden.
 

Dries Van Noten - Herbst/Winter 2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


Angesichts der mit 18 Grad Celsius ungewöhnlich milden Temperaturen in Paris hätte das Timing besser nicht sein können: An diesem Februarmittwoch herrschte in der französischen Hauptstadt eindeutig Sommerlaune.

Für die verschiedenen Blumenprints wurden rund 50 Pflanzenarten herbeigezogen: Salbei, drei Arten von Rittersporn, Acer Palmatum, Kniphofia Rooperi und drei Dahliensorten. Viele davon wurden mit ihren natürlichen Makeln in Dries Van Notens berühmten Garten in seiner Geburtsstadt Antwerpen fotografiert.

Der belgische Designer wird immer eng mit Prints verbunden sein, und nur wenige wurden liebevoller vorbereitet als diejenigen der neuen Herbst-/Winterkollektion. Gezeigt wurde sie zu Rebekah del Rios Version von "Crying" von Mulholland Drive.

Einleitend zeigte das Label sechs tadellos geschnittene dunkle Nadelstreifen-Hosenanzüge und Mäntel, mit passenden gefütterten Wollschals. Nach und nach wechselte der Designer aber sein Register und begann, weitflächige Blumenprints einzuführen. XL-Blumen auf tiefvioletten Seidentuniken, vereinzelte Blüten auf laminierten fliederfarbenen Trenchcoats und wild auf hellgelben Seidensmokings sprießende Blumen, wie auch besonders auserlesene Modelle auf einem eleganten hellgrünen Seidenmantel.

Dazu trugen die Models Stiefel in kontrastierenden Farbtönen, postmoderne Brillen und Kunstpelz-Stolen in Neonfarben – eine davon in Form einer blühenden Blüte. Alles sehr kunstvoll und mühelos elegant.

Dries Van Noten erntete tosenden Applaus, den er in Chino-Hosen, blauem Pullover und mit seinem Backstage-Pass in der Hand entgegennahm.

 

Dries Van Noten - Herbst/Winter 2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


Anders als so gut wie alle anderen Designer dieser Welt, die Fragen erst nach der Show beantworten, ließ Dries Van Noten verschiedenen Redakteuren noch während des Finales Programmnotizen zukommen.

In dieser Saison zitierte er dabei einleitend Gertrude Steins Gedicht "Sacred Emily" und den bekanntesten Satz daraus: "Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose". Das bedeutet, dass die Dinge so sind, wie sie scheinen. Was auch auf diese Kollektion zutrifft.
 

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