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Veröffentlicht am
22.08.2012
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Eleganz und Erotik: «Zeitlos schön» zeigt 100 Jahre Modefotografie

Von
DPA
Veröffentlicht am
22.08.2012

Berlin (dpa) - Mode statt Models, Kunst statt Kommerz. Model-Ikonen wie Linda Evangelista, Naomi Campbell und Kate Moss, daneben zahllose Schönheiten der frühen Modefotografie tragen die mal eleganten, mal sexy Roben. In der Schau «Zeitlos schön. 100 Jahre Modefotografie von Man Ray bis Mario Testino» werden auf den Erklärtäfelchen neben den Vintage-Prints allerdings die Namen der berühmten Models nicht genannt. Da wird schnell klar: Hier geht es nicht um oberflächlichen Glanz und Glamour, sondern um die bis heute stilprägende Variante der Kunstgattung Modefotografie.

Für die Ausstellung, die am Samstag in Berlin ihre Welttournee startete, hat der Condé Nast Verlag («Vogue», «Vanity Fair») erstmals seine Archive in New York, Paris, London und Mailand geöffnet. Von den Anfängen der Modefotografie bis in die Gegenwart zeigt die Schau in der Galerie C/O Berlin rund 160 Erstabzüge sowie rare, frühe Original-Zeitschriftenausgaben.


Die Ausstellung «Zeitlos schön. 100 Jahre Modefotografie von Man Ray bis Mario Testino» startete am Samstag in Berlin. (Foto: co-berlin.info)


Fotografien von mehr als 80 Fotografen sind ausgestellt: Bilder von den Modefotografie-Pionieren Edward Steichen und George Hoyningen-Huene - schon in den 20er Jahren gerne mal mit Models in neckischer Badekleidung. Experimentelle Fotografie von Erwin Blumenfeld und Irving Penn. Werke von Horst P. Horst und Henry Clarke, die nicht nur zeitlos schön sind, sondern Eleganz pur verströmen.

Von Helmut Newton sind Arbeiten aus den 60er Jahren zu sehen, die die Sexualität der Frau noch nicht so aggressiv wie später zur Schau stellen. Peter Lindbergh ist mit seinen strenge Coolness ausstrahlenden Fotos dabei. Neueste, ironische Arbeiten von Mario Testino und Tim Walker dokumentieren aktuelle Trends. Daneben sind auch berühmte Werke von Cecil Beaton, Man Ray, William Klein, Herb Ritts und Bruce Weber zu sehen.

Das erste Modemagazin erschien im 17. Jahrhundert in Frankreich. Für die bunten, detailreichen Illustrationen der neuesten Kollektionen wurden namhafte Künstler verpflichtet. Als Ende des 19. Jahrhunderts Schwarz-Weiß-Fotos in Zeitschriften gedruckt werden konnten, war die Skepsis bei den Magazinmachern erst groß. Die Entscheidungsmacht der Grafikdesigner sei früher im Gegensatz zu heute viel größer gewesen als die der Fotografen, so die Ausstellungsmacher. Zwischen Text und Grafik eingebettet waren die Fotos in den Anfängen, heute leben die Magazinen von großen Fotostrecken.

Der Besucher der Schau kann einfach vergleichen: An der Wand hängt zum Beispiel das Original von Toni Frissells 1935 entstandenem, neckischen Bademoden-Foto. Im Schaukasten daneben ist die amerikanische «Vogue»-Ausgabe zu sehen, in der das Bild schließlich zwischen Text und anderen Bildern gedruckt wurde.

Von Elke Vogel, dpa

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