Ereignisreiches Jahr für Farfetch: Umsatz boomt, Gewinn lässt auf sich warten

Farfetch war Ende 2018 und Anfang 2019 fleißig: IPO, zahlreiche Produktinitiativen, Hi-Tech-Entwicklungen, Übernahmen usw. Doch wie wirkte sich all dies auf das aus, was wirklich zählt: Die Jahresergebnisse?


José Neves, Gründer und CEO von Farfetch


Der Umsatz pro Kunde ist zwar deutlich angestiegen, doch bleibt das Unternehmen defizitär. Genaue Anzeichen dazu, wann es wieder in die Gewinnzone gelangt, sind keine zu entdecken, doch scheint dies das Unternehmen nicht zu bedrücken – alles scheint nach Plan zu laufen.

Am Mittwochabend erklärte Farfetch, der Bruttowarenwert (GMV) sei im ersten Quartal (Januar bis März) um 44 Prozent auf USD 415 Millionen (EUR 371 Mio.) angestiegen, währungsbereinigt ergab sich gar in Plus von bis zu 50 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten generierte das Unternehmen einen GMV von USD 1,53 Milliarden (EUR 1,37 Mrd.). Der Umsatz stieg um 39 Prozent auf USD 174 Millionen (EUR 156 Mio.) und der Umsatz mit Dienstleistungen verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf fast USD 142 Millionen (EUR 127 Mio.).

Der Anstieg des GMV wurde unter anderem durch eine sprunghafte Erhöhung der Anzahl aktiver Kunden um 64,3 Prozent auf 1,7 Millionen Personen getragen. Doch auch der Anstieg der Anzahl Bestellungen pro aktiver Kunde und die Anzahl Bestellungen insgesamt auf dem Marketplace von Farfetch trugen zu diesem Ergebnis bei.

Weiter wurde das Ergebnis durch einen Anstieg der Anzahl Kunden für White-Label-Onlinehandelslösung für Marken, die Zunahme der Transaktionen über diese Website und die Aufnahme von Stadium Goods in das Produktangebot befeuert.

Der Gründer und CEO der Marke, José Neves, bezeichnete die Ergebnisse als "hervorragend" und erklärte, dass sie "sowohl unsere Erwartungen und mit deutlichem Abstand auch das Wachstum der Online-Luxuskosmetiksparte übertrafen. Darüber hinaus konnten wir unseren Marktanteil ausbauen".

Dennoch fährt das Unternehmen wie bereits erwähnt noch immer Verluste ein. Der bereinigte EBITDA-Fehlbetrag erhöhte sich im Jahresvergleich im ersten Quartal um 27,8 Prozent bzw. USD 6,6 Millionen (EUR 5,8 Mio.) auf USD 30,2 Millionen (EUR 27,0 Moi.). Die bereinigte EBITDA-Marge wurde von -22,9 Prozent auf -20,7 Prozent verbessert. Der Nachsteuerverlust stieg um 115,4 Prozent auf USD 109,3 Millionen (EUR 97,7 Mio.) und der Betriebsverlust erhöhte sich unter dem Druck des starken Dollars von USD 35,1 Millionen (EUR 31,4 Mio.) auf USD 85,5 Millionen (EUR 76,4 Mio.).

GESCHÄFTIGE ZEIT

Der Gewinn scheint jedoch wie bei den meisten ehrgeizigen High-Tech-Unternehmen in weiter Ferne und das überrascht angesichts der hohen Investitionen in das wachsende Unternehmen auch nicht.

Zu den jüngsten Entwicklungen zählen die Einführung eines erweiterten Einzelhandels-Programms im Pariser Flagship-Store an der Rue Cambon 19, die Übernahme von Stadium Goods und Toplife sowie der Launch der Plattform von JD-Com durch die zwei Übernahmen.

Weiter arbeitete das Unternehmen intensiv am Ausbau des gesamten Markenangebots. Jil Sander, Etro und Mulberry wurden als direkte Markenpartner hinzugefügt und die Direktversorgung wurde um Marken wie Versace, Maison Margiela, Valentino, Phillip Plein, Zegna und Pucci ergänzt.

Das Partnerangebot wurde um 30 Marken erweitert, darunter auch Spezialisten für bestimmte Kategorien wie Edelschmuck/Uhren und Kidswear, aber auch der erste Partner in Puerto Rico. Darüber hinaus wurden On Pedder und Joyce (Teil der Lane Crawford Joyce-Gruppe) als neue Kaufhauspartner aufgenommen.

Neue regionale Websites, mehr White-Label-Partner, neue Content-Maßnahmen und Treueprogramme, ein Abstecher in den Wiederverkauf und vieles andere mehr: Die Entwicklung von Farfetch schreitet in rasendem Tempo voran.

Das bedeutet, dass das Unternehmen ungeachtet der Verluste überzeugt ist, dass es die richtige Ausrichtung hat und "sehr gut aufgestellt" ist, um "weiterhin Anteile der enormen Marktchancen im Online-Luxusgüterbereich zu gewinnen".

CFO Elliot Jordan erklärte, er sei "mit dem starken Start ins Jahr sehr zufrieden" und bezeichnete das erste Quartal als "einwandfrei". Das schnelle Wachstum ermögliche "anhaltende Investitionen sowohl im kurzfristigeren Bereich des Customer Engagements als auch längerfristig in der Plattformentwicklung, als Grundlage für zukünftiges Wachstum".

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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