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Eric Bompard startet neue Offensive

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 09.10.2019
Lesedauer
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Die Übernahme von Eric Bompard durch Compagnie Marco Polo (der Konzern von Xavier Marie) mit Unterstützung von Apex Partners und Bpifrance wurde vor etwas über einem Jahr abgeschlossen. Seither bereitet sich die Kaschmirmarke auf das neue Kapitel in der Unternehmensgeschichte vor. Um sich für die Zukunft optimal aufzustellen – die neuen Inhaber rechnen in Vierjahresfrist mit einer Verdoppelung des Jahresumsatzes von EUR 72 Millionen (mit einem leichten Wachstum bei unverändertem Konsolidierungskreis im März 2019), löst sich die Marke von alten Strukturen.


Herbst-/Winterkampagne 2019/2020 - Eric Bompard


Die erste Änderung setzte beim Angebot an, mit der Ankunft von Emily Harris als Kreativdirektorin im Jahr 2018, die bis zur nächsten Herbst-/Wintersaison 2020/2021 am Ruder steht. Das Designteam hat eine Mission: "Der Marke eine modischere Dimension verleihen. Das ist die Richtung, in die wir gehen müssen", ist Jonathan Trepo, Geschäftsführer von Compagnie Marco Polo überzeugt. "Wir dürfen uns nicht mehr nur auf Basics beschränken, sondern die Kunden mit starken Neuheiten anziehen und ihre Lust wecken, öfter in die Stores zu kommen", erklärt er. In seiner Funktion arbeitet er direkt mit Xavier Marie und seiner Frau Julie Brisson, das Führungstrio ist auch an der operativen Führung der Konzerntöchter beteiligt (Paule Ka, Bonton, Le Petit Souk, Rautureau, …). Gerüchten zufolge soll in naher Zukunft ein Geschäftsführer für Bompard ernannt werden.

Das Angebot wird um eine neue Linie im Einstiegssegment ergänzt, die durch ein Kaschmir-Wollgemisch Preise von EUR 170 für einen Pullover ermöglicht. Damit soll eine neue Zielgruppe angesprochen werden. Die neuen Stoffe stehen im Zentrum der Diversifikation der Marke. Das Angebot wird vielfältiger mit besonders hochwertigem handgekämmtem Kaschmir, aber auch Gemischen aus Kaschmir und Wolle, Alpakawolle, Seide, Yak-Wolle usw. 

In einem zweiten Schritt wurde der Vertrieb umgekrempelt. "Der digitale Kanal ist natürlich ein prioritärer Hebel", erklärt der zuvor für Zalando tätige Manager Jonathan Trepo. Die Marke zählt zu den ersten Luxus-Akteuren, die sich für den Onlinehandel interessierten und eröffnete ihren Onlineshop vor fünfzehn Jahren. Heute werden 12 Prozent des Umsatzes über diesen Kanal erzielt. Im Vierjahreshorizont wollen wir diesen Wert auf 25 Prozent erhöhen. Um dies zu erreichen, werden wir Mitte Oktober eine neue Website enthüllen, in der dem Content eine größere Bedeutung zukommt. Außerdem wird die Plattform aus 250 Ländern in den jeweiligen Landessprachen zugänglich sein und lokale Währungen und Bezahlungsmittel akzeptieren. Lieferungen und Rücksendungen werden kostenlos angeboten. Bis 2020 soll der Kreislauf mit dem physischen Ladennetz geschlossen werden, in dem wir Lieferungen und Rücknahmen in den Verkaufsstellen bieten", so der CEO von Compagnie Marco Polo.

In das Ladennetzwerk haben die neuen Inhaber im Rahmen ihres ehrgeizigen Plans ebenfalls investiert. Eric Bompard verfügt aktuell über mehr als 70 Stores, hauptsächlich in Frankreich, aber auch in der Schweiz, in Deutschland, Belgien und Großbritannien. "Ich weiß, dass der Trend eher dahin geht, wenige Verkaufsstellen zu eröffnen, doch wir werden viele neue Läden einrichten", bestätigt Jonathan Trepo. "Zwischen 5 bis 10 Neueröffnungen pro Jahr, in erster Linie in Frankreich, aber relativ schnell auch in unseren anderen europäischen Märkten".

In Frankreich sind für 2019 sieben Eröffnungen (Lyon, Tours, Nancy, …) und 20 Renovationen geplant, wie auch die Einrichtung eines Corner Stores in Le Bon Marché. Darin präsentiert Eric Bompard sein neues Ladenkonzept. Eine gemütliche Atmosphäre, deren zentrales Merkmal in der veränderten Präsentationsweise der Kollektionen besteht. Sie werden nicht mehr gefaltet gestapelt, sondern aufgehängt, um die neue Vielfalt zu zeigen, insbesondere bei den Schnitten.

Mit Blick auf den Vertrieb der Kaschmirmarke wurde nicht nur bei den Aspekten Einzel- und Onlinehandel angesetzt. Intern hat sich eine kleine Revolution ereignet: Eric Bompard nimmt den Großhandel in Angriff. Für die Herbst-/Wintersaison 2020 wird die Kollektion im Januar im Showroom den Concept und Department Stores gezeigt. Ziel dieser Änderung: Die Förderung der internationalen Entwicklung der Marke. Heute erzielt das Unternehmen 20 Prozent des Umsatzes im Ausland, in Vierjahresfrist soll der Anteil 50 Prozent betragen.


Feiertags-Kampagne Herbst-/Winter 2019/2020 - Eric Bompard


Über den Großhandelskanal will das Unternehmen neue Partner finden, um die Entwicklung in denjenigen Ländern zu stützen, in dem es bereits über einen oder zwei Stores verfügt. außerdem will Bompard neue Märkte erschließen, in Nordeuropa, Spanien und den USA. "Asien steht in später auf dem Programm", erklärt Jonathan Trepo.

Eine breitangelegte Offensive, die von einem Image-Wechsel begleitet wird. Die Marke hat in Frankreich eine 360-Grad-Promotion aufgegleist, die international im digitalen Kanal ergänzt wird und das neue Spielfeld des Unternehmens absteckt. Ein neuer familiengestützter Ansatz, eine Luxus-Marke 'with a Twist‘. "Es handelt sich um eine unbekümmerte Bourgeoisie, mit Ecken und Kanten", beschreibt die Marketing- und Kommunikationschefin Agnès Calef. Ziel ist es, dem breiten Publikum zu zeigen, dass Eric Bompard neue Wege beschreitet und sich neu als Modeakteur positioniert und nicht mehr nur als Experte klassischer Kleidungsstücke.

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