Escada feiert 40. Jubiläum mit Laufsteg-Show

Die Modebranche liebt nichts mehr als die Debütkollektion eines Designers. Besonders wenn diese mit dem Relaunch einer berühmten Modemarke zusammenfällt.

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Escada – Frühjahr/Sommer 2019 - New York - © PixelFormula

So waren die Erwartungen der Moderedaktoren und It Girls hoch, als sie sich in der Uptown Armory an der Park Avenue in New York für die erste Escada-Show des nordirischen Designers Niall Sloan versammelten. Das berühmte Deutsche Modehaus feiert heuer das 40. Jubiläum.

Die Show bot ein prägnantes Modestatement, das auf zahlreiche Codes der Ästhetik von Escada zurückgriff und diese in modernen, fließenden Stoffen und mit einem unkomplizierten Sportswear-Einschlag umsetzte.

Die berühmte Marke stand vor 25 Jahren im Rampenlicht und war mit seinen stark schulterbetonten Outfits bei Kundinnen wie Joan Collins, Prinzessin Diana und Kim Basinger beliebt. Letztere trug ein Escada-Kleid, als sie ihren Oscar in Empfang nahm.

Escada wurde vom schwedischen Model Margaretha Ley und ihrem leutseligen und energischen Mann Wolfgang Ley gegründet. In den ersten zehn Jahren war dem Label ein schnelles Wachstum beschieden, nicht zuletzt durch Margaretha Leys Vorliebe für kräftige Primärfarben und sehr weibliche Schnitte mit prunkvollen Verzierungen. Als sie 1992 im Alter von 56 Jahren einem Krebsleiden erlag, verlor die deutsche Modebranche eine ihrer größten Ikonen.

Im Jahr 2009 wurde das Modehaus von dem in London ansässigen indischen Milliardär Lakshmi Mittal übernommen. Berichten zufolge blätterte er rund EUR 70 Millionen für das Unternehmen hin, das Monate zuvor einen Insolvenzantrag beim Gericht in München gestellt hatte. Wenn das Unternehmen seither auch erfolgreicher auftritt, so scheint es in den vergangenen Jahren den früheren Erfolg dennoch weit hinter sich gelassen zu haben. Doch mit der Ernennung der erfahrenen Calvin Klein-Managerin Iris Epple-Righi zur CEO im September 2016, ging es wieder aufwärts. Sechs Monate später folgte Niall Sloan, der zuvor bei Burberry eng mit Christopher Bailey zusammengearbeitet hatte und auch für das britische Modelabel Hunter tätig gewesen war.

In seiner ersten Show setzte der neue Global Design Director auf eine große Farbenpracht: Der Eröffnungslook bestand aus einem rosaroten Bleistiftrock und einer gelben Jacke mit breiten Schultern und goldenen Knöpfen. Darauf folgten schicke Trenchcoats mit einem Archivprint mit riesigen Buchstaben, knallbunte Blumenkleider aus Crepe-de-Chine-Seide und zahlreiche Interpretationen der für das Haus typischen Dynasty-Blazer mit überdimensionierten Schultern.

Doch da Niall Sloan auch für seien raffinierten Schnitte und begnadeten Farbkombinationen bekannt ist, gelang es ihm, den Look modern zu gestalten. Dazu zeigte er eine ganze Reihe an Blusen und Kleidern im Pferdeprint, in Anspielung an die Namensgebung der Marke: Escada war ein wunderschönes Rennpferd, das die Gründer des Labels auf einer Rennbahn beobachtet hatten. Alles in allem legte Niall Sloan bei Escada einen beeindruckenden Start hin. Und er versorgt das Modehaus mit zahlreichen Entwürfen, um die Regale im weitreichenden Ladennetzwerk zu füllen.
 
"Es handelt sich um eine selbstbewusste Frau, die unbefangen Farben trägt, und eine einfache, moderne Garderobe will", erklärt der Designer.

Escada verfügt über 250 Stores, darunter eigene Läden, Franchisen und Shop-in-Shop-Konzepte. Werden Kaufhäuser und Fachgeschäfte dazugezählt, kommen weitere 500 Verkaufsstellen dazu.

"Unsere Verkaufszahlen verteilen sich ausgewogen über Europa, Asien – insbesondere Japan – und Nordamerika. Hier sind wir besonders gut aufgestellt, weshalb wir auch unser Jubiläum hier feiern wollten", so CEO Iris Epple-Righi.

Escada veröffentlicht zwar keine Umsatzzahlen, doch Schätzungen zufolge erwirtschaftet das Unternehmen über EUR 300 Millionen pro Jahr. Also gut viermal so viel, wie Lakshmi Mittal für die Marke gezahlt hatte.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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