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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
24.05.2022
Lesedauer
2 Minuten
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Euratex blickt auf ein "erfreuliches" Geschäftsjahr 2021 zurück

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
24.05.2022

Die europäische Bekleidungs- und Textilindustrie konnte ihr Handelsdefizit 2021 auf 48 Milliarden Euro verkleinern, gestützt durch einen Anstieg im Export um 10,6 Prozent und einen Rückgang der Importe um 7,5 Prozent. Dies sei "erfreulich", so das Fazit des Branchenverbands Euratex, der soeben seinen Jahresbericht veröffentlicht hat. Euratex weist jedoch auf die vielen destabilisierenden Faktoren hin, vom Brexit über die Transportkosten bis hin zur Ukraine.


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"Die in diesem Frühjahrsbericht dargelegten Exportwerte für 2021 bestätigen, dass die Mitglieder von Euratex eine neue Dynamik verspüren', so der Generaldirektor des Verbands, Dirk Vantyghem. "Obwohl die Energiepreise kurzfristig ernsthafte Störungen verursachen, bleibt unser langfristiges Ziel unverändert: Ein weltweiter Leader im Bereich nachhaltige Textilien zu sein".

Im jüngsten Bericht hebt Euratex den leichten Preisrückgang im Bekleidungsimport hervor, wie auch die deutliche Abnahme der Preise von Textilimporten. Letztere sei hauptsächlich auf einen Preisverfall der Importe von Gesichtsmasken und medizinischen Schutzartikeln aus China zurückzuführen, wo die Preise im vorhergehenden Geschäftsjahr explodiert waren.

Im Export seien die Schweiz, China und die USA im Geschäftsjahr 2021 Wachstumstreiber gewesen. Gleichzeitig stellte Euratex einen Einbruch der europäischen Textil- und Bekleidungsimporte nach Großbritannien um 23 Prozent fest. Der Brexit verursache in Großbritannien "Verspätungen am Zoll und einen Mangel an Lkw-Fahrern". Der Brexit-Effekt ist auch auf Importseite zu spüren: Die aus Großbritannien stammenden Textil- und Bekleidungslieferungen brachen um 48 Prozent ein, das entspricht drei Milliarden Euro. Euratex berichtete weiter über einen 28-prozentigen Rückgang der Bestellungen aus China. Der Beitrag des wichtigsten Bekleidungs- und Textillieferants der EU schmälert sich um 13 Milliarden Euro.

Natürlich wird im Bericht auch die Situation in der Ukraine thematisiert. Euratex erklärt, dass das Land für europäische Auftraggeber, die ihre Produktion näher an ihr Land verlegen wollen (Nearshoring) "wertvolle Sourcing-Möglichkeiten" bietet. Der Trend zur Produktion in der Nähe des Auftraggebers entwickelt sich laut Euratex weiter, die entsprechenden Zahlen steigen an.

Der soeben veröffentlichte Bericht widmet sich zudem ausführlich dem Projekt "Sustainable and Circular Textiles by 2030", das am 30. März von der Europäischen Kommission enthüllt wurde. Ziel des Projekts ist es, dass alle innerhalb der Gemeinschaft verkauften Textilprodukte bis zum Ende des Jahrzehnts nachhaltig sind, keine Gefahrenstoffe enthalten und unter Einhaltung der Sozialnormen hergestellt werden.

"Mit 100 Milliarden Euro im Import und über 20 Milliarden 'ausländischen' Textilprodukten im Binnenmarkt erfordert dies eine spektakuläre Stärkung der Marktüberwachung, ohne jedoch die Zulieferketten zu beeinträchtigen", warnt Euratex. Deshalb widmet sich der Verband der Entwicklung seines europäischen Hubs für Textilrecycling.

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