Eurostärke lässt auch Adidas langsamer wachsen

Europas größter Sportartikelhersteller Adidas legt am Donnerstag (3. Mai) seine Zahlen für das erste Quartal 2018 vor.


Die in Adidas gesetzten Erwartungen sind stets hoch. In den zurückliegenden Jahren war es dem Nike- und Puma-Wettbewerber immer wieder gelungen, die eigenen Ziel zu übertreffen und neue Rekorde aufzustellen. Die Konkurrenz sah angesichts des atemberaubenden Tempos, das Adidas-Chef Kasper Rorsted seit seinem Amtsantritt an den Tag gelegt hat, oft alt aus.

Angetrieben wird das Wachstum von der Hausmarke Adidas sowie einer guten Nachfrage nach Laufschuhen und modischen Sneaker. Im laufenden Jahr werden die Umsatzsprünge allerdings etwas kleiner ausfallen, hatte Adidas bereits gewarnt. Dampf machen will Konzernchef Rorsted nun vor allem bei der Profitabilität, die noch nicht auf Topniveau ist. Auch bei der Tochter Reebok geht der Umbau weiter. Bis 2020 soll die lange vernachlässigte Fitnessmarke wieder profitabel sein. Die Umsätze in den USA sollen bereits ab diesem Jahr wieder steigen, in den anderen Regionen tun sie das bereits.

Der starke Euro hat zum Jahresbeginn viele Unternehmen gebremst – so auch Adidas. Der berichtete Umsatz dürfte mit 5,6 Milliarden Euro nur um knapp 3 Prozent über dem Vorjahreswert liegen, schätzen die 12 von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten. Zum Vergleich: Im vierten Quartal war der Konzern um mehr als 12 Prozent gewachsen, währungsbereinigt sogar um 19 Prozent.

Rechnet man den schmälernden Euro-Effekt für die ersten drei Monate des neuen Jahres heraus, dann sollte das Plus bei rund 10 Prozent liegen, erwartet Volker Boss von der Baader Bank. Am stärksten dürften sich weiterhin Nordamerika und die Region Asien entwickelt haben, denen die Investmentbank JPMorgan ein währungsbereinigtes Plus von 22 Prozent beziehungsweise 16 Prozent zutraut. Westeuropa dürfte sich hingegen abgeschwächt haben auf plus 6 Prozent, da viele Auslieferungen von Waren für die Fußballweltmeisterschaft im Sommer bereits Ende 2017 statt gefunden haben. Für die Marke Adidas erwartet JPMorgan einen bereinigten Umsatzzuwachs von 11 Prozent und für Reebok von 5 Prozent.

Das Betriebsergebnis sollte um 12 Prozent auf 715 Millionen Euro steigen und der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft um 9,8 Prozent auf 507 Millionen Euro. Weniger Rabatte und der Verkauf neuer Produkte mit einer besseren Marge dürften dem Gewinn genauso geholfen haben wie auch effizienteres Wirtschaften.

Im laufenden Jahr soll der Gewinn auf bis zu 1,7 Milliarden Euro steigen und die Marge auf bis zu 10,5 Prozent zulegen. Beim Umsatz traut sich der Konzern ein währungsbereinigtes Plus von etwa 10 Prozent zu. Anders als im Vorjahr sollen die Regionen Westeuropa und Lateinamerika aber nicht mehr zwei-, sondern nur noch einstellig zulegen.

Seine mittelfristigen Ziele hatte Adidas im März angehoben: Bis 2020 soll der Gewinn nun jährlich im Schnitt um 22 bis 24 Prozent steigen, bei einem Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent pro Jahr. Bei der operativen Marge hofft Adidas bis 2020 auf bis zu 11,5 Prozent. Ein Kritikpunkt von Analysten war stets, dass Rivale Nike profitabler als Adidas sei.

Adidas Titel sind im bisherigen Jahresverlauf von allen Dax -Werten am besten gelaufen. Anleger können sich über eine Wertsteigerung von über 20 Prozent freuen. Ihren Tiefpunkt im laufenden Jahr hatten die Papiere direkt am ersten Handelstag bei rund 165 Euro. Danach erholten sich die Anteilscheine, bevor mit der Bilanzvorlage Mitte März die angehobenen Zielen sowie ein angekündigter Aktienrückkauf für Auftrieb sorgten. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten die Titel Mitte April, als sie über 215 Euro stiegen.

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