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Veröffentlicht am
10.10.2017
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Extreme Fashion: Wie mutige Expeditionen die Modewelt beeinflussen

Von
DPA
Veröffentlicht am
10.10.2017

Auf dem Rückweg von höchsten Gipfeln, tiefsten Gewässern und dem Weltall bringen Menschen vor allem Wissen mit. Dass sie Designern dabei wichtige Impulse geben, wird oft übersehen. Die Ausstellung "Expedition: Fashion from the Extreme" im New Yorker Fashion Institute of Technology (FIT) zeigt, dass Designer von Jean Paul Gaultier bis zu Karl Lagerfeld sich seit den 1960er-Jahren von solchen Erkundungsreisen anregen lassen.


Die Kollektion von Chanel für Herbst/Winter 2017 erinnert an die Weltraum-Expeditionen und das Space Age der 60er-Jahre. - Paris - © PixelFormula


Als Edmund Hillary und Tenzing Norgay im Mai 1953 dem Gipfel des Mount Everest entgegen stapften, waren Fleece und Thermounterwäsche noch gar nicht erfunden. Stattdessen hielten Daunenfedern in den Jacken die beiden Bergsteiger warm. Expeditionen in extreme Verhältnisse erfordern besondere Schutzkleidung. Modedesigner schöpfen seit Jahrzehnten von der ausgefallenen Kluft, die Forscher, Taucher, Astronauten oder eben Bergsteiger bei ihren Einsätzen tragen.

Yves Saint Laurent stellte 1968 etwa die "Saharienne"-Kollektion vor, die mit khakifarbenen Tunikas an Safaris erinnerte. Auch Ralph Lauren griff diesen Look später auf.

Der zunächst vor allem in Alaska von Inuit-Ureinwohnern getragene Parka fand seinen Weg in die Modewelt, als Kate Moss ihn in den 1990er-Jahren trug. Entwickelt worden war der "Fishtail"-Parka in seiner modernen Form aber für das US-Militär und dessen Einsatz im Koreakrieg (1950-53).

Die unter anderem von den Bergsteigern Hillary und Norgay populär gemachten Daunenjacken wiederum sind aus Wintermonaten in vielen Städten heute kaum mehr wegzudenken. Eddie Bauer gilt als erster, der sich die puffigen Jacken in den USA patentieren ließ. Der japanische Designer Junya Watanabe war es dann, der das Spiel mit den Daunen für Comme des Garçons mit einfarbigen Puffer Jackets in den vergangenen Jahren zur Perfektion trieb.

Karl Lagerfeld richtete seinen Blick derweil in die Arktis. Für die Ready-to-wear-Herbstkollektion 2010 für Chanel ließ der deutsche Star-Designer in Paris nicht nur Models mit reichlich (falschem) Fell antreten, die passende Kulisse für die Show zeigte einen aus Skandinavien importierten Eisberg. Lagerfeld zeigte Tweed-Anzüge, Säume aus Plüsch und zottelige Stiefel. Seine Designs waren nicht weit entfernt von dem, was Arktisforscher Matthew Henson bei seiner (bis heute umstrittenen) Nordpol-Expedition im Jahr 1909 gegen die Kälte getragen haben soll.

Die Erforschung des Weltalls stellt heute die größte Herausforderung für den Menschen dar, und auch die Modewelt dürfte die Raumfahrt noch eine Weile beschäftigen. Bei der Pariser Fashion Week im März diesen Jahres lehnte sich Lagerfeld stilistisch an das Space Age der 1960er an, als er im Grand Palais eine 37 Meter hohe Rakete aufstellen ließ.

Die Ausstellung "Expedition: Fashion from the Extreme" im Museum des Fashion Institute of Technology in New York läuft noch bis 6. Januar 2018.

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