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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
10.09.2018
Lesedauer
2 Minuten
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Familienholding Artémis (Kering) zeigt Interesse an Farfetch-Aktien

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
10.09.2018

Über die Holdinggesellschaft Artémis stellt sich der französische Luxuskonzern Kering strategisch für die Zukunft im Online-Verkauf von Luxusartikeln auf. Die Holding der Pinault-Familie kontrolliert 40,9 Prozent des französischen Luxusriesen Kering und besitzt über 55 Prozent der Stimmrechte. Der Konzern interessiert sich nun im Rahmen des Börsengangs von Farfetch für die Übernahme von Stammaktien der Klasse A für einen Betrag von bis zu USD 50 Millionen. Dies ist in einem Dokument festgehalten, dass das britische Luxusmodeportal bei der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht hat.

Artémis (Kering) könnte als Aktionärin bei Farfetch einsteigen - Farfetch


Die Interessensbekundung stelle jedoch kein "bindendes Übereinkommen oder Kaufvereinbarung" dar, heißt es im Dokument weiter. Artémis behalte sich die Möglichkeit offen, "mehr, weniger oder gar keine Stammaktie" zu kaufen, wie auch Farfetch die Wahl habe, "mehr, weniger oder gar keine Aktie an Artémis" zu veräußern.

Eine Anfrage von FashionNetwork.com an Artémis blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet, die Holding wollte zu diesen Informationen nicht Stellung nehmen. Auch bei Kering herrscht Stillschweigen. Dennoch scheint offensichtlich, dass sich Kering mit diesem Schritt einen Vorsprung im aktuellen Tauziehen um den Online-Luxushandel verschaffen will.

Die großen Modehäuser und Mode- und Luxusportale begannen vor rund einem Jahr, Stellung zu beziehen. Der chinesische Online-Riese JD kaufte sich mit 355 Millionen Euro in das Kapital von Farfetch ein. Später erwarb Chanel eine Minderheitsbeteiligung am englischen Onlineportal, das sich auf die Entwicklung von maßgeschneiderten digitalen Lösungen für Luxuskunden spezialisiert hat. Farfetch ging außerdem mehrere Partnerschaften mit Luxusmarken wie Burberry und der Chalhoub-Gruppe ein.

Im vergangenen Jahr wurde außerdem das Portal Matchesfashion vom angloamerikanischen Fonds Apax Partners übernommen, zu dem bereits Karl Lagerfeld zählt. LVMH startete seinerseits eine eigene Online-Plattform unter dem Namen 24 Sèvres. Auch der Schweizer Richemont-Konzern mischt mit und erweiterte seinen Anteil am Kapital von Yoox-Net-A-Porter (YNAP) von über 50 auf über 98 Prozent.

Vor diesem Hintergrund scheint das Bestreben Kerings, seine Position in der Onlinehandelssparte zu stärken, legitim. Nicht zum ersten Mal handelt das Unternehmen dabei über die Holding Artémis.

Diese besitzt neben den Anteilen an Kering auch mehrere andere Beteiligungen. Im Juni 2017 beispielsweise übernahm sie eine Minderheitsbeteiligung am Couture-Label Giambattista Valli und erhöhte ihren Anteil an der Marke Courrèges auf 40 Prozent. So stellt sich Kering für die Zukunft auf, ohne direkt verhandeln zu müssen.
 

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