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DPA
Veröffentlicht am
18.10.2017
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Familienunternehmen: Die Digitalisierung verschärft den Generationenkonflikt

Von
DPA
Veröffentlicht am
18.10.2017

Ein erfolgreiches Unternehmen braucht eine umfassende Digitalstrategie, davon sind 75 % der Nachfolger in Familienunternehmen überzeugt. Doch der Next Generation, kurz Next Gen, gelingt es noch nicht, auch die ältere Generation zu überzeugen: Lediglich 7 % glauben, dass ihr Familienunternehmen in puncto Digitalisierung bereits gut aufgestellt ist. Mehr als ein Drittel ist frustriert, weil die Elterngeneration dem digitalen Wandel zu wenig Aufmerksamkeit schenkt. Das zeigt die Studie "Same passion, different paths" der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, in der 137 junge Nachfolger aus 21 Ländern Einblick in ihre Arbeit geben.

Viele Junge sind frustriert, weil die ältere Generation das Potenzial der Digitalisierung nicht ausschöpft. - PwC


"Der Generationenkonflikt verschärft sich durch die Digitalisierung", sagt Dr. Peter Bartels, Mitglied der Geschäftsführung bei PwC und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand. "Während die junge Generation darauf brennt, ihre Ideen schnell umzusetzen, ist die ältere Generation zögerlich. Doch beide Eigenschaften, Veränderungswille und Risikobewusstsein, ergänzen sich eigentlich hervorragend." Denn die Next Gen, die ihre Laufbahn im Familienunternehmen auf hohem akademischen Level, mit viel Berufserfahrung und einem internationalen Netzwerk startet, ist selbstbewusst und will ihre Spuren hinterlassen: 75 % der Entscheider von morgen haben große Pläne, mit denen sie das Familienunternehmen voranbringen möchten. Doch nicht immer stoßen sie damit bei der Elterngeneration auf offene Ohren: 26 % kämpfen darum, dass ihren Ideen mehr Gehör geschenkt wird.

Ähnlich wie die Digitalisierung spaltet auch das Thema Innovation die Generationen: Während 82 % der Next Gen davon überzeugt sind, dass Innovationskraft der Schlüssel zum Erfolg ist, glauben nur 15 %, dass ihr Familienunternehmen darin besonders stark ist. Etwas mehr als die Hälfte der Jungunternehmer (56 %) spielt in diesem Bereich bereits eine zentrale Rolle in der eigenen Firma; 29 % denken, sie könnten mehr dazu beitragen, und 15 % sind froh, dass sie sich heraushalten können. "Familienunternehmen sollten das Potenzial der jungen Generation nutzen und sie stärker einbinden. Nur Unternehmen, die sich immer wieder neu erfinden und neue Geschäftsmodelle entwickeln, werden langfristig überleben", kommentiert Dr. Dominik von Au, Partner bei PwC und Geschäftsführer der Intes Akademie für Familienunternehmen.

Die Next Gen ist bereit, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und sich breit aufzustellen. Diversifizierung hält sie ebenso wie Innovationen für einen Erfolgsfaktor. Außerdem hat sie eine klare Vorstellung von der Zukunft und will sich für eine stärkere strategische Ausrichtung in den nächsten fünf bis zehn Jahren einsetzen. "Das ist eine ausgesprochen gute Nachricht", sagt Dr. Bartels, "denn unser Family Business Survey 2016 hat gezeigt, dass gerade in der mittelfristigen Planung eine Schwachstelle liegt."

Doch auch wenn der Wunsch nach einer strategischen Ausrichtung die Next Gen verbindet, so verschieden sind die Wege, die sie dafür einschlägt. Die Next Gen lässt sich demnach in vier Typen einordnen: 1. Bewahrer (20 %) verfolgen den traditionellen Karriereweg im Familienunternehmen. Sie studieren, sammeln Erfahrung und bereiten sich darauf vor, das Lebenswerk ihrer Eltern und Großeltern profitabel und professionell fortzuführen. 2. Gestalter (35 %) wollen das Familienunternehmen nach eigenen Vorstellungen verändern. Dabei konzentrieren sie sich vor allem auf Innovationen und die digitale Transformation des Familienunternehmens. 3. Auch Intrapreneurs (20 %) wollen das Familienunternehmen transformieren. Dafür wird ein Bereich des Familienunternehmens ausgegliedert, in dem die Next Gen ihre Ideen verfolgen kann. Wie ein Start-up verfügt dieser Bereich über eine eigene Arbeitsweise und Unternehmenskultur. 4. Entrepreneurs (25 %) kapseln sich bewusst vom eigenen Familienunternehmen ab und gründen ihr eigenes Unternehmen.

Untersucht hat die Studie auch, welche Faktoren zu einer guten Zusammenarbeit der Generationen beitragen und damit letztlich den Fortbestand des Unternehmens sichern. Fünf Faktoren wurden dabei immer wieder genannt: 1. Kultur (Inwieweit hat die Next Gen die Möglichkeit auszuprobieren und zu wachsen?). 2. Kommunikation (Wie gestalten die Generationen den Dialog?). 3. Klarheit (Gibt es eine strategische Ausrichtung, eindeutige Rollen und Verantwortlichkeiten?). 4. Glaubwürdigkeit (Wie gelingt es der Next Gen zu zeigen, dass sie mehr ist als das Kind des Chefs?). 5. Verbindlichkeit (Verpflichten sich beide Seiten, langfristig in die Zusammenarbeit zu investieren?).

Einen weiteren Erfolgsfaktor ergänzt Peter Bartels: die Bereitschaft zum Wandel. "Die Nachfolge kann nur dann erfolgreich sein", so der Experte für Familienunternehmen, "wenn beide Generationen zur ständigen Anpassung ihres Unternehmens bereit sind."

PwC beschäftigt mehr als 236.000 Mitarbeiter in 158 Ländern und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung an. Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften.

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