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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
27.08.2019
Lesedauer
2 Minuten
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Farfetch-Aktien auf Talfahrt

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
27.08.2019

Am Vorabend des Jahrestags des Farfetch-Börsengangs am New York Stock Exchange liegt die Marktbewertung des Unternehmens auf einem neuen Tiefstand und der Aktienkurs befindet sich weiterhin auf Talfahrt. Der Aktienwert des in London ansässigen Unternehmens sank von USD 22 (EUR 20) am 26. Juli auf USD 9,62 (EUR 8,67) in der ersten halben Stunde nach Eröffnung des Börsentags am 26. August. Am 21. September 2018 machte Farfetch sein Börsendebüt mit einem Aktienwert von USD 28,45 (25,63). Doch gelang es dem Unternehmen seither nur einmal, diesen Wert knapp zu übersteigen.


Farfetch-Gründer José Neves


Beim Börsengang im vergangenen September wurde der Wert des Unternehmens auf USD 5,8 Milliarden (EUR 5,2 Mrd.) geschätzt, doch heute beträgt die Marktkapitalisierung lediglich USD 2,85 Milliarden (2,57 Mrd.).

Nach enttäuschenden Ergebnissen im Juli, als sowohl die Umsätze, aber auch die Verluste deutlich anstiegen, und in naher Zukunft keine Besserung in Aussicht gestellt wurde, sackte der Aktienwert an der Börse in den vergangenen Wochen ein.

Auch die Veräußerung der 300-Millionen-Dollar-Beteiligung von Condé Nast sorgte für Aufsehen. Gerüchten zufolge hatte der Konzern Bedenken hinsichtlich der hohen Marketingausgaben von Farfetch.

Weiteren Berichten zufolge bereiten mehrere Anwaltskanzleien mögliche Rechtsverfahren gegen das Unternehmen vor, da es Investoren über das Potenzial von Farfetch in die Irre geführt habe. Doch Gerüchte über Verfahren dieser Art sind in Unternehmen, deren Aktienwert eingebrochen ist, relativ häufig anzutreffen (besonders wenn der IPO wie bei Farfetch besonders hoch war). Nur wenige Klagen werden tatsächlich umgesetzt.

Vor diesem Hintergrund überrascht es auch kaum, dass die Übernahme der New Guards Group durch Farfetch für USD 675 Millionen (EUR 608 Mio.) und die Beteiligung an der Entwicklung von Libra Blockchain bei den Shareholdern nur wenig Anklang fand.

Doch dabei darf nicht vergessen werden, dass der Gründer und CEO von Farfetch, José Neves in seinen eigenen Worten folgendes Ziel verfolgt: "Den Löwenanteil des auf USD 100 Milliarden geschätzten Wachstums im Online-Luxusmarkts einzunehmen".

Wachstum mit hohen Ausgaben zu erzeugen, kann eine riskante Strategie sein, doch Farfetch scheint das anvisierte Umsatzwachstum mit seiner Strategie tatsächlich zu erreichen. Und der Ansatz erinnert an einen weiteren Online-Giganten: Amazon. Das Unternehmen hatte jahrelang auf Gewinne verzichtet, um Marktanteile zu gewinnen und kümmerte sich dabei ebenfalls kaum um die Einwände der Shareholder.

Die Entwicklung des Aktienpreises spricht eine deutliche Sprache: 2012 wurden die Amazon-Aktien zu USD 177 (EUR 159) gehandelt, vor zwei Jahren waren sie USD 966 (EUR 870) wert. Am vergangenen Montag wurden die Aktien zu USD 1757 (EUR 1583) gehandelt, was Amazon eine Marktkapitalisierung von knapp USD 870 Milliarden (EUR 784 Mrd.) beschert. Auch wenn Farfetch nie einen solchen Marktwert erreichen sollte, könnte sich die aktuelle Strategie in den kommenden Jahren in einer exponentiell steigenden Kapitalisierung niederschlagen.

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