Farfetch beschleunigt Nahost-Entwicklung in Zusammenarbeit mit Chalhoub-Gruppe

Farfetch ist nicht mehr aufzuhalten. Im vergangenen Sommer unterzeichnete die britische Online-Plattform ein Abkommen mit dem chinesischen Konzern JD, nun nimmt sie einen weiteren vielversprechenden Markt in Angriff: In Zusammenarbeit mit dem führenden Luxushändler im Nahen Osten, der Chalhoub-Gruppe, gründet Farfetch ein Joint Venture. In diesem Rahmen sollen die Online-Plattform und das Logistiknetzwerk des britischen Luxuslabels mit dem "Expertenwissen und Know-how von Chalhoub im Bereich Einzelhandelsdienstleistungen, Vertrieb und Marketing für die Luxusbranche in der Region" zusammengeführt werden.
 
José Neves - Farfetch

Farfetch hat im Nahen Osten bereits Fuß gefasst und will sein erstes Büro in Dubai eröffnen, "um in den zehn größten Luxusmärkten weltweit eine Präsenz vor Ort anbieten zu können". Im ersten Halbjahr 2018 soll zudem "eine arabische Version der Plattform" freigeschalten werden. Hierfür sollen spezifische Produkte für die Kunden in der Region ausgewählt werden. Durch die Integration in die Läden der Chalhoub-Gruppe sollen außerdem die Vertriebskapazitäten von Farfetch im Nahen Osten erweitert werden", so die beiden Partner. Die von Chalhoub entwickelten Concept Stores Level Shoes, Level Kids und Tryano werden zu Partnerstores von Farfetch.

"Der Nahe Osten ist einer der größten Luxusmärkte weltweit. Für uns ist er deshalb von strategischer Bedeutung. Das Joint-Venture mit der Chalhoub-Gruppe zeugt von unserem ehrlichen und verbindlichen Engagement, die Präsenz in der Region zu verstärken. Für unsere Geschäftstätigkeit, unsere Marken und die Stores, mit denen wir rund um den Globus zusammenarbeiten, ist dies eine Chance", freut sich Farfetch-Gründer José Neves. Der portugiesische Unternehmer gründete das Luxusportal vor zehn Jahren und will im arabischen Raum sein "VIP-Angebot maximieren".

Die Chalhoub-Gruppe hat bereits mehrere Onlinehandelsportale erfolgreich im Nahen Osten eingeführt (levelshoes.com, levelkids.com, wojooh.com, tryano.com, loccitane.ae/sa, etc.). Die Partnerschaft mit Farfetch ist ein wichtiger Schritt in seiner digitalen Strategie. Wie CEO Patrick Chalhoub erinnert, ist das Unternehmen "auf die Kunden ausgerichtet. Wir wollten unserem Kundenstamm neue Möglichkeiten bieten und unsere digitale Ausrichtung stärken. Die Partnerschaft mit Farfetch war da eine ganz natürliche Wahl".

Über die Kosten des Joint Ventures oder die Beteiligungsverhältnisse wurden keine genaueren Angaben gemacht. Mit dem neuen Standbein im Nahen Osten ist Farfetch nun auf allen Kontinenten vertreten und bedient Kunden in über 190 Ländern mit Produkten von 700 Marken und Stores weltweit aus mehr als 40 Ländern.


Patrick Chalhoub - Groupe Chalhoub

Die britische Online-Plattform ging erst vor Kurzem eine Partnerschaft mit der Verlagsgruppe Condé Nast ein und erhielt über seinen neuen Hauptaktionär JD im vergangenen Juni eine Finanzspritze von 355 Millionen Euro. Reuters berichtet von einem sprunghaften Umsatzanstieg um 74 Prozent auf GBP 151,3 Millionen (EUR 173 Mio.) im Geschäftsjahr 2016. Der Jahresfehlbetrag betrug GBP 34 Millionen (EUR 39 Mio.).

Seit mehreren Monaten wird am Markt über einen möglichen Börsengang von Farfetch spekuliert, der im September 2018 stattfinden könnte. Der Wert des Unternehmens wird auf rund EUR 4 Milliarden geschätzt. "Wir kommentieren weder Gerüchte noch Spekulationen. Wir konzentrieren uns auf das Wachstum der Geschäftstätigkeit von Farfetch", so der knappe Kommentar eines Farfetch-Sprechers auf Anfrage von FashionNetwork.com.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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