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Farfetch: Trotz Umsatzwachstum kein Gewinn

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
28.02.2020
Lesedauer
3 Minuten
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Nun, da Farfetch ein börsennotiertes Unternehmen ist, steht es viel stärker unter Beobachtung als früher, und das Einzige, worauf geachtet wird, sind Anzeichen für eine baldige Rentabilität. Das Unternehmen veröffentlichte am Donnerstag seine Ergebnisse für das 4. Quartal und das Gesamtjahr, und tatsächlich lassen diese Anzeichen auf sich warten – die Verluste haben sich aufgrund von Investitionen sogar noch vergrößert.



Aber der Online-Luxusanbieter und Markeninhaber scheint voller Zuversicht, da er auf der Grundlage aller anderen Kennzahlen weiterhin ein schnelles Wachstum verzeichnet. Die Einnahmen im Jahr 2019 überstiegen 1 Milliarde Dollar und wuchsen im Jahresvergleich um 69%, während der Bruttowarenwert (GMV) über 2 Milliarden Dollar betrug, ein Anstieg von 52%.

Im vierten Quartal wuchs der Bruttowarenwert der Digital Platform um 36% und stieg währungsbereinigt um 37%. Das Bruttowarenvolumen der Brand Platform, das auf 102 Millionen Dollar (92,36 Millionen Euro) geschätzt wird, wurde durch "eine starke Nachfrage nach den Marken des New Guards-Portfolios" angekurbelt.

"2019 war ein Meilenstein für Farfetch, da unsere digitale Plattform fast doppelt so schnell wie die Online-Luxusindustrie gewachsen ist wir und unsere bereinigten EBITDA-Margen deutlich verbessert haben. Farfetch hat sich als größte globale Online-Anlaufstelle für saisonalen Luxus fest etabliert [und] wir sind der klare digitale Partner der Wahl für Luxusmarken", so Gründer und CEO José Neves.

NEW GUARDS GROUP UND CORONAVIRUS

Das Unternehmen ist nicht mehr dasselbe wie vor einem Jahr, als es seine früheren Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2018 veröffentlichte. Die Übernahme der New Guards Group hat einiges verändert. Das Unternehmen ist nicht nur ein wichtiger Akteur im Online-Vertrieb und im Bereich neuer Technologien, sondern verfügt nun auch über ein eigenes Markenportfolio.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Beitrag, den New Guards zu unserem Unternehmen geleistet hat. Nur sechs Monate nach der Übernahme generiert New Guards zusätzlichen Traffic auf dem Marketplace, stärkt unsere Markenposition und verbessert die Finanzen", kommentiert José Neves.


Off-White - Herbst/Winter 2019 - Menswear - Paris - © PixelFormula


Wie alle Akteure des Luxussektors sieht sich jedoch auch Farfetch derzeit mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert, allen voran das Coronavirus.

José Neves versucht zu beruhigen und sagt, dass "aus Sicht des Aktienmarkts keine wesentlichen Auswirkungen auf unser Geschäft zu verzeichnen sind. Ich denke, dass unser Modell der verteilten Plattform Farfetch zumindest vorläufig besonders widerstandsfähig macht. Aber die Folgen des neuen Coronavirus sind noch nicht abzusehen, und wir beobachten die Situation genau."

DIE ZAHLEN

Finanzvorstand Elliot Jordan sagte, dass das vierte Quartal rekordverdächtig sei und die eigenen Erwartungen übertroffen habe. Mit Blick auf das Jahr 2020 sei das Unternehmen "gut positioniert, um weiterhin Marktanteile zu gewinnen, da es ein starkes GMV-Wachstum prognostiziert, wobei für das kommende Jahr eine erhebliche bereinigte EBITDA-Verbesserung angestrebt wird. Wir planen, unsere Wachstumsstrategie mit weiteren Investitionen in das Unternehmen fortzusetzen, um bis 2021 Rentabilität zu erreichen". Daher könne auch 2020 noch nicht mit einem Gewinn gerechnet werden.

Nach Angaben des Unternehmens erreichte das Bruttowarenvolumen im Jahr 2019 2,1 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro), gegenüber 1,4 Milliarden Dollar (1,27 Milliarden Euro) im Jahr 2018. Die Einnahmen belaufen sich auf 1,02 Milliarden Dollar (920 Millionen Euro), verglichen mit 602 Millionen Dollar (545,12 Millionen Euro) vor einem Jahr. Das bereinigte EBITDA-Defizit erhöht sich auf 121 Millionen Dollar (109,57 Millionen Euro) gegenüber 96 Millionen Dollar (86,93 Millionen Euro) im Jahr 2018. Die Verluste nach Steuern belaufen sich auf 373 Millionen Dollar (337,76 Millionen Euro), verglichen mit 155 Millionen Dollar (140,35 Millionen Euro) im Jahr 2018.

Im vierten Quartal betrug das Bruttowarenvolumen bis zu 739 Millionen Dollar (669,17 Millionen Euro) gegenüber 466 Millionen Dollar (421,97 Millionen Euro) im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Einnahmen stiegen von 195 Millionen Dollar (176,57 Millionen Euro) auf 382 Millionen Dollar (345,9 Millionen Euro). Das bereinigte EBITDA ist negativ, mit Verlusten von fast 18 Millionen US-Dollar (16,3 Millionen Euro) im Vergleich zu 14,5 Millionen US-Dollar (13,13 Millionen Euro) im letzten Jahr. Die Verluste nach Steuern stiegen von knapp 10 Millionen Dollar (9,06 Millionen Euro) auf 110 Millionen Dollar (99,61 Millionen Euro). Während die Bruttogewinnmarge im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr auf 46,1% zurückging, lag sie mit 45% jedoch immer noch über der Bruttogewinnmarge des Gesamtjahres. Der durchschnittliche Warenkorbwert betrug im vierten Quartal 636 Dollar (575,9 Euro), verglichen mit 608 Dollar (550,55 Euro) für das gesamte Jahr. Der Umsatz der Brand Platform erreichte im Quartal 101,5 Millionen Dollar (91,91 Millionen Euro).

Die New Guards-Marken haben in den ersten fünf Monaten nach ihrer Übernahme im August 2019 bereits eine Bruttomarge von 75 Millionen US-Dollar (67,91 Millionen Euro) auf der Brand Platform erwirtschaftet. Im vierten Quartal stiegen die Off-White-Verkäufe auf dem Marketplace im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 80%.
 

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