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DPA
Veröffentlicht am
04.01.2017
Lesedauer
3 Minuten
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Fashion Shows 2017: Unisex-Defilees und "See now - buy now"

Von
DPA
Veröffentlicht am
04.01.2017

Komprimierung und Schnelligkeit im Fokus: Kaum hat das Jahr begonnen, ist auch schon wieder Fashion Week. Am kommenden Freitag starten die Londoner Männerschauen. Die Berlin Fashion Week folgt dann vom 17. Januar bis 19. Januar. Im Anschluss geht es rastlos weiter bis zum 8. März, dem Schlusstag der Pariser Prêt-à-porter, traditionell das Finale der wichtigsten Trendevents. Doch hinter diesem Programmablauf sind Prozesse im Gange, die das ganze System ins Wanken bringen könnten. Einige sprechen bereits von einer Revolution.


Auch Paul Smith legt seine Shows in diesem Jahr erstmals zusammen. - © PixelFormula


Der Aufruhr begann im Februar 2016. Damals verkündete Christopher Bailey, der kreative Kopf von Burberry, er werde künftig die Frauen- und Männermode in einer einzigen Show präsentieren. Und alles, was auf dem Laufsteg zu sehen ist, kommt umgehend in die Geschäfte.

Die Branche war perplex. Zu unumstößlich galten ein paar Grundsätze: Zeitlich getrennte Termine für die Frauen- und Männerkollektionen. Und gezeigt wird Mode für die übernächste Saison. So waren schließlich Produktionsabläufe, Ordertermine und Lieferrhythmen ausgerichtet. Burberry stellte also ein ganzes System in Frage.

Jetzt, kurz vor der neuen Schauenrunde, zeigt sich: Immer mehr Modehäuser entscheiden sich für die gemischte Show. Darunter sind mit Gucci, Bottega Veneta, Dsquared2, Kenzo, Paul Smith und Calvin Klein einige der bekanntesten Namen.

"Diese Entscheidung ist die natürliche Konsequenz aus meiner Sicht auf die Mode, die Frau und Mann als Einheit versteht", so begründet Guccis Kreativchef Alessandro Michele diesen Schritt. Ähnlich hört es sich bei Dan und Dean Caten an, den beiden Machern hinter Dsquared2: "Wenn wir Mode für den Mann entwerfen, denken wir automatisch auch an die Frau - und umgekehrt."

Vielleicht gibt es aber auch wirtschaftliche Gründe. Wer zwei Shows zu einer zusammenlegt, kann viel Geld sparen. Immerhin steckt in einer Show, je nach Aufwand, ein hoher sechsstelliger Betrag, nicht selten sogar mehr.

Noch radikaler ist aber der Ansatz, der sich hinter "see now buy now" verbirgt, der sofortigen Verfügbarkeit der auf dem Laufsteg gezeigten Mode. Es wäre die Umwandlung der Trendvorschau zum Verkaufsevent. Bereits vollzogen haben diesen Wechsel neben Burberry unter anderem auch Tommy Hilfiger und Tom Ford.
Möglich wurde das erst durch das Internet. Die Shows, früher ausgewählten Journalisten und Einkäufern vorbehalten, gelangen heute per Live-Stream auf jeden Computer. Und dann, so das Argument der "see now buy now"-Befürworter, könnte man die dort gezeigte Mode doch gleich den aktuellen Konsumbedürfnissen der Menschen anpassen.

Andere Marktbeobachter halten dem entgegen, dass sich Luxus unter anderem über Entshleunigung definiert; dasss sich erst über eine Limitierung Begehrlichkeit aufbaut. Große französische Traditionshäuser wie Hermès, Louis Vuitton oder Dior halten aus diesen Gründen derzeit nichts von der Idee einer sofortigen Verfügbarkeit.

Auf den kommenden Fashion Weeks in London, New York, Mailand und Paris dürfte das Nebeneinander der verschiedenen Konzepte nun für einige Verwirrung sorgen - selbst bei den professionellen Besuchern. Und allen ist schon jetzt klar: den einen richtigen Weg für alle wird es nicht geben.  Zudem: Fashion Shows waren immer schon in erster Linie ein Marketinginstrument. Die dort vorgeführte Mode bildet stets nur einen kleinen Teil der Kollektion eines Designers ab. Und an diesem Prinzip ändert auch "see now buy now" nichts.

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