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Veröffentlicht am
04.07.2017
Lesedauer
3 Minuten
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Fashion Week Berlin startet im Social Media Wahn – mit ein wenig Glamour

Veröffentlicht am
04.07.2017

Wenn vor dem Kaufhof Jandorf die Taxen kreisen und hochgestöckelte Damen über die Pflastersteine tippeln, ist es wieder soweit. Die Fashion Week Berlin steht in den Startlöchern. Fünf Tage Modenschauen, Messen und Partys.

Ewa Herzog - IMG

 
Wer Berlin nicht kennt, muss eines wissen: hier gibt es keine modischen Regeln. In keiner anderen Stadt ist so erlaubt was gefällt, in keiner anderen Stadt ist die Fashionszene so entspannt. Schon lange geht es nicht mehr um die perfekte Show, sondern um die perfekte Inszenierung im Social Media – ohne die klassischen Promis, wie sie Schauen in New York oder auch Paris anziehen.
 
So trudelten kurz vor 10h die ersten Journalisten und Fashionistas im Kaufhof Jandorf ein, um die erste Modenschau der Saison zu sehen. Noch prangt am Eingang das große Mercedes-Benz-Logo, für die Winterausgabe muss der Veranstalter IMG allerdings einen neuen Sponsor suchen.

Frühling/Sommer 2018 Ivanman - Ivanman

 
Dann beginnt die erste Show. Für seine Frühling/Sommer-Kollektion 2018 für die Herren spielt Ivanman wieder mit einer klaren Linie und mit der minimalistischen Silhouette – wenn gar ein wenig verspielt. Die wohl stärksten Looks waren die Deconstructed Mäntel und Overalls in einem dunklen bis fast leuchtenden Kolbaltblau mit kontrastierenden, langen Schnüren in Orange und Grün.

In der ersten Reihe filmen die Influencer, fotografieren die Looks – A-Promis wären hier fehl am Platz – sie bringen einfach weniger Clippings.
 
Einen Kontrapunkt setzen Ewa Herzog und Lena Hoschek. Bei der Berlinerin Herzog gibt es viel transparente Spitze und weich schwingende Röcke. Die Österreicherin Hoschek, seit langem ein Publikumsliebling in Berlin, holt mit ihren romantisch-verspielten Blumenmädchen erneut viel Applaus. Für den Nachmittag standen dann noch Anja Gockel mit ihrer Show zum 20. Jubiläum im Hotel Adlon und das promiträchtige, insolvente Label Laurèl auf dem Programm.
 
Während dessen eröffneten nur wenige Kilometer weiter die Messen, bei denen sowohl bei der Premium als auch bei der Panorama hoher politischer Besuch ins Haus stand.
 
Erstmals nahm ein Mitglied der Bundesregierung den Dialog mit der Modebranche auf, teilte das Fashion Council Germany zum Auftakt stolz mit. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries wollte damit einmal mehr zeigen wie wichtig die Modebranche für die Wirtschaft ist. Der 2015 gegründete Verband deutscher Branchenexperten setzt sich für "Mode made in Germany" ein. Im Mittelpunkt steht die Nachwuchsförderung. "Die meisten Kreativen werden in Deutschland ausgebildet, aber wandern dann oft ins Ausland ab", sagt Zypries. "Wir müssen es schaffen, einen neuen Ruf für den Modestandort Deutschland zu begründen." Wie die Fashion Week sieht auch die SPD-Politikerin besondere Zukunftschancen für deutsche Designer in Öko und Hightech.
 
Gleichzeitig warb auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für fair produzierte und gehandelte Mode. Bei der Messe Panorama stellte er seine Initiative "Textilbündnis" vor, der sich bereits rund 140 Verbände, Organisationen und Unternehmen angeschlossen haben.
 
Ein kleiner Geheimtipp war da sicher die Ausstellungseröffnung mit 120 Outfits von Gianni Versace. In Hommage an sein Werk präsentiert die Premium Group im Kraftwerk Berlin bei der Show&Order eine Ausstellung über den Modezar – zu seinem 20. Todestag.
 
Beim Label Marc Cain ging es dann am Abend sehr blumig zu. Unter dem Motto "Private Garden" trugen die Models florale Drucke und große Stoffblumen auf Schulter, Hals und Taille. In der ersten Reihe saßen die Schauspielerinnen Iris Berben, Alexandra Maria Lara und Janina Uhse, Lena Gercke und Sängerin Lena Meyer-Landrut.

Riani machte aus seiner Fashionshow im Berliner Umspannwerk am Alexanderplatz eine lateinamerikanische Fiesta. Die Kollektion für Frühjahr und Sommer 2018 ist vor allem eines – temperamentvoll.

Insgesamt wartet die Modewoche noch bis zum Freitag mit rund einem Dutzend Einzelmessen und 70 Modeschauen auf. Rund 3.500 Aussteller zeigen, was im kommenden Frühling und Sommer angesagt ist oder angesagt sein soll. Übrigens wurde die Woche bereits am Montag mit einem schillernden Sommerfest der Blogger und Social Media-Stars Dandy Diary eröffnet, die Harald Glööckler zu Gast hatten. Während Bloggerin Carl Daur im Soho House ihre eigens 'designte' Superga-Kollektion vorstellte. 
 
Und es wäre doch nicht Berlin, wenn es nicht doch irgendwo noch ein wenig Glamour versteckt geben würde. Der Premiumhemden-Hersteller Olymp stahl dann am Abend allen Designern ein wenig die Show. Er lud im Namen seines Markenbotschafters, Schauspieler Gerad Butler, ins Stue Hotel, in dem man dann sogar ein Foto mit dem Star knipsen konnte, um dann es gleich zu posten. Ein wenig Hollywood gibt es dann also doch in der Hauptstadt zur Fashion Week.
 
 

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