Feucht-fröhlicher Auftakt in Berlin



Panorama: Endlich in der City


Marc Cain: Manege auf
Die Premiere der Panorama Berlin auf dem Messegelände in Charlottenburg startete gut. Zahlreiche Einkäufer wählten die Messe als Einstieg für ihren Berlin Kalender, entsprechend war das Entree am Eingang Süd morgens um 10 Uhr gut gefüllt. Der Umzug weg vom Flughafen Schönefeld war sicherlich der richtige Schritt, betonen viele Aussteller und Besucher. Viele Hersteller haben tief in die Tasche gegriffen, um ihre Marken gekonnt zu präsentieren. Die Krönung war wie immer Marc Cain, der eine ganze Zirkus-Welt erschaffen hatte. Insgesamt werden 33.000 Quadratmeter bespielt, der Großteil des Business spielt sich in sechs großen Hallen ab. Die neue Weite führte aber auch dazu, dass einige Aussteller anmerkten, dass der erste Tag „etwas zäh“ gestartet sei, andere zeigten sich durch und durch zufrieden mit der Frequenz und Resonanz des ersten Tages. „Der Wechsel hierher, war goldrichtig. Wir waren die ganze Zeit voll beschäftigt“, sagte Henning Schrader, Country Manager von Saint Tropez. Auch Supertrash waren mit ihrer Premiere auf der Panorama happy: „Für den Einstieg in den deutschen Markt, ist das genau das richtige Umfeld“, so Marketing Managerin Kim Harmsen. Gefragt war auch die neue Kids-Kollektion von Camp David: „Sie sehen ja was hier los ist“, freut sich Gabriel Zboralski, Geschäftsleiter bei Sanetta.


Ganz heiß gehandelt: Schuhe von Rollie aus Australien
Neben den zugkräftigen Marken stießen vor allem junge, innovative Labels beim Handel auf gute Resonanz. Der Handel ist auf der Suche nach Ausgefallenem, dem besonderem Etwas - um so mehr, wenn es mit einer attraktiven Kalkulation und nicht allzu großen Mindestabnahmemengen verbunden ist. So kann getestet werden, was ankommt - ohne dass es zu sehr schmerzt. „Wir haben Termine bei allen großen Schuhhändlern machen können. So einen Erfolg habe ich noch nie erlebt“, bestätigt Torsten Lasar, der den Deutschlandstart des australischen Schuhlabels Rollie begleitet. Auch die Kollektion von Cotton Candy, die in ihrer zweiten Saison ihren Stand mehr als verdoppelt hatten, kam gut an - „gerade weil wir hier auch zeitnahe Liefertermine zeigen“, bestätigt Ümit Ekinci.


Die Premium wurde bis zum Schluss gut frequentiert
Auf der Premium herrschte am Eingang ebenfalls großes Gedränge, allerdings mussten Besucher bei der Registrierung einige Wartezeit in Kauf nehmen. Für einige Aussteller war daher auch hier der Dienstag ruhiger als in den vorherigen Saisons, andere Stände waren die ganze Zeit über gut frequentiert. „Wir hatten einen sehr, sehr guten ersten Tag“, bestätigte Alexandra Schoenenbach von iheart. „Gefühlt vielleicht etwas ruhiger, aber wir sind sehr zufrieden. Der letzte Kunde ging viertel vor sieben“, so Friederike Könemann von Armed Angels. Auch auf der Premium geht das Konzept, einen Großteil - rund 30% neue Labels - zu zeigen auf. Die jungen Unkonventionellen freuen sich über das Interesse: „Wir konnten mit einigen potentiellen Kunden sprechen, viele kleinere Boutiquen und sogar einigen Kaufhäusern. Vielleicht entwickelt sich daraus etwas, das wäre großartig“, hofft Sophia Assaadi vom französischen Label Scalise, das mit umwerfenden Bikinis lockte.


Bombenstimmung im Bread & Butter Stadion: Diskutiert wird die Barcelona-Frage und die WM
Auf der Bread & Butter startete es am Dienstagmorgen deutlich ruhiger als gewohnt. Der erste Tag scheint nicht mehr der Messe am Tempelhofer Flughafen zu gehören - schade eigentlich, denn die Inszenierung ist dieses Mal wieder umwerfend und bis ins Detail durchdacht. Viele Marken wie Marc O’Polo, Mustang oder Rich & Royal stehen zur Bread & Butter. Nichtsdestotrotz ist die Messe - wegen der Konkurrenz oder vielleicht auch einigen taktischen Fehlern in der Vergangenheit - nicht mehr dieselbe wie vor einigen Saisons. Der Markt und die Bedürfnisse haben sich geändert, die Berliner Messelandschaft auch. Dass der Handel dieses Angebot wahrnimmt, macht es der Leitmesse schwer, ihre Position zu halten. Nicht umsonst wird daher wohl der Rückgang nach Barcelona, der von spanischen Zeitungen fast als gesetzt gilt, so thematisiert. Ob ein Locationwechsel allerdings der richtige Schritt ist, ist zu bezweifeln - für die Messe vielleicht, für Berlin sicher nicht.
Auch der Auftakt der Show&Order war gut, vielleicht sogar etwas besser als in der Vergangenheit. Die neue Show&Buy-Area und der "goldig"-Popup-Shop überzeugte den Handel. „Die Show&Buy – Area ist eine willkommene Gelegenheit das Sortiment aufzufüllen und dem Kunden kurzfristig saisonal passende Ware anzubieten. Das Messekonzept ist stimmig und versorgt uns jede Saison aufs Neue mit vielen Inspirationen", so Petra Ley und Kerstin Winter von der Ley-Gruppe aus NRW.


Fotos: DW // Toni Kretschmer

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