Finanzinvestor übernimmt Roberto Cavalli



Immer ein bisschen Boho und immer ein bisschen too much: Roberto Cavalli
Mehrere Jahre hat es gedauert, bis Roberto Cavalli sein in den 70er Jahren gegründetes Mode-Konglomerat veräußern konnte. Bereits 2009 soll sich der Designer in Verhandlungen mit dem Fonds-Verantwortlichen von Clessidra befunden haben, aber damals kam es zu keiner Einigung. Auch der Übernahmeversuch des russischen Interessenten VTB Capital im letzten Jahr scheiterte wegen der Ukraine-Krise und den darauffolgenden EU-Sanktionen. Letze Woche aber hat der 74-Jährige den Deal endlich final festgezurrt. Die Clessidra Sgr erwarb zusammen mit zwei chinesischen Co-Investoren (L-GAM und Chow Tai Fook Enterprises) 90% der Anteile am Cavalli-Imperium, die restlichen 10% behält der Designer selbst.
Die Anteile werden in eine neue Firma Varenne eingebracht, die von Clessidras stellvertretenden VP Francesco Trapani als neuen Chairman und Renato Semerari (zuvor Coty, LVMH) als künftigem CEO geführt wird. Die kreative Handschrift von Cavalli obliegt weiter dem norwegischen Designer Peter Dundas, der bereits im März die Kreativleitung übernommen hatte.


Roberto Cavalli will nach dem Verkauf eher als Markenbotschafter agieren

 Cavalli hat noch viel Potential und Trapani eine große Vision

Gerüchten zufolge soll sich der Unternehmenswert auf rund 390 Mio. Euro belaufen. Das liegt zwar weit unter dem, was Roberto Cavalli vor einigen Jahren gefordert hatte, entspricht aber eher den Realitäten. Der Umsatz des Unternehmens soll 2014 bei knapp 210 Mio. Euro gelegen haben, während das EBITDA trotz einiger Restrukturierungsmaßnahmen von mehr als 22 Mio. Euro (2013) auf 15 Mio. Euro gefallen sei. Der zukünftige Präsident Trapani ist überzeugt, dass Cavalli in wenigen Jahren in „einer ganz anderen Liga mitspielen“ werde. Ziel sei es, Cavalli über kurz oder lang an die Börse zu bringen. „Die Marke hat viel Potential und ein starkes Image. Es gibt noch viele Bereiche, in denen wir uns gut entwickeln können“, so Trapani weiter und meint dabei nicht nur die quasi nicht vorhandene Präsenz in Asien, sondern auch unterentwickelte Produktkategorien wie Menswear, Taschen, Schuhe oder Accessoires.

Cavalli - ein Imperium aus Animal-Prints und ein bisschen Hippie-Exzentrik

Zum Cavalli Imperium gehören bisher neben der Hauptlinie „Roberto Cavalli“ auch die günstigere, jüngere Zweitlinie „Just Cavalli“, die Brücken-Linie „Cavalli Class“, Kidswear von „Roberto Cavalli Junior“ sowie eine Home-Collection. Darüber hinaus fungieren einige Hotels, Bars und Cafés  mit dem Namen.


Fotos: (1) Cavalli; (2) via Wikipedia © Ed Kavishe for fashionwirepress.com

© Fabeau All rights reserved.

Mode - Prêt-à-PorterBusiness
NEWSLETTER ABONNIEREN