Forever 21 nimmt direkten Kurs auf Europa

Forever 21, der größte Fast-Fashion-Einzelhändler in den USA, plant in naher Zukunft mehrere Geschäfte auf dem europäischen Kontinent zu eröffnen. Die ersten neuen Filialen der US-Kette, die in direkter Konkurrenz zu H&M, Zara oder Topshop steht, werden in Großbritannien und Irland eröffnen. Am 12. November soll ein 5.500 Quadratmeter großer Store im Birminghams Shoppingcenter Bullring eröffnen. Einen Tag danach öffnet die zweite Dependance in Dublins Jervis Shopping Centre. Eigentlich sollte der Europa-Start in der Fashionmetropole London erfolgen, aber irgendwie fand man bis dato keine geeignete Location in der favorisierten Oxford Street.
 
Larry Meyer, CFO des in L.A. sitzenden Konzerns, kündigte in der Financial Times an, im nächsten Jahr weitere Geschäfte in Europa zu eröffnen. Nach London habe man auch Städte wie Paris, Mailand, München, Amsterdam, Wien, Madrid und Barcelona im Visier. In der Tat bestätigte der Einzelhandelsspezialist Comfort Ende September, dass Forever 21 „einzelne Standorte bereits konkret unter die Lupe“ nehme. Der Fast-Fashion-Filialist hat dabei größere Einzelhandelsflächen von 2.000 bis 5.000 Quadratmetern im Auge. Weiterhin plant die Kette, noch in diesem Jahr mit einen eigenen Webshop für Großbritannien online zu gehen. Die eCommerce-Aktivitäten sollen danach auch auf Kontinentaleuropa ausgeweitet werden. Für den Europa-Launch engagierte man die PR-Agentur Shine Communications. Die Agentur feiert den Start „als einen der heißesten Launch im Fashionbereich in den letzten Jahren“ und bestätigte indirekt, dass Forever 21 sehr ehrgeizige Wachstumspläne verfolge.
Forever 21 wurde 1984 von den koreanischen Einwandererpärchen Do Won und Jin Sook Chang in LA gegründet. Mittlerweile gehören 460 Stores in den Vereinigten Staaten, Kanada, Korea und Japan zu dem Modeimperium, zu dem auch die Labels Herritage 1981, Twelve by Twelve und 21Men gehören. Die Umsätze werden dieses Jahr auf 3 Mrd. US-Dollar geschätzt,. Die jährliche Wachstumsrate soll über die letzten fünf Jahre zwischen 40 und 50% gelegen haben. Der über 8000 Quadratmeter große New Yorker Flagship-Store, der im Juni am Times Square eröffnete, soll täglich über 100.000 Besucher erwarten – zum Vergleich: auf die Freiheitsstatue gehen etwa 14.000 Leute pro Tag. Vom New York Magazine wurde die Dependance als der „fürchterlichste Store in Manhattan“ bezeichnet. Dies tut dem Erfolg der Marke keinen Abbruch, selbst Celebrities wie Paris Hilton, Miley Cyrus oder Kim Kardashian werden regelmäßig in Kollektionen von Forever 21 gesehen. So viel Erfolg hat aber auch seine Schattenseiten: Um dem täglichen neuen Hunger nach frischen Trends zu befriedigen, scheinen die Designer sich öfter bei der Konkurrenz umzuschauen. In den letzten vier Jahren soll das Unternehmen über 50 Mal von Designer wegen Copyright-Verletzungen verklagt worden sein, u.a. von Anna Sui oder Diane von Furstenberg.

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