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François-Henri Pinault will Mode- und Luxusakteure zusammenbringen

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 15.05.2019
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Die Teilnahme des Kering-CEOs am Copenhagen Fashion Summit vom 15. bis 16. Mai in der dänischen Hauptstadt war bereits ein deutliches Zeichen für den Stellenwert, den ökologische und soziale Anliegen in der Luxus- und Modebranche heute einnehmen. Doch François-Henri Pinault beschränkte sich nicht auf die Aufzählung der vom Mutterkonzern von Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta ergriffenen Maßnahmen. Vor vollen Rängen rief der CEO die Akteure der großen globalen Modekonzerne dazu auf, sich zusammenzuschließen.


François-Henri Pinault spricht am 15. Mai 2019 am 10. Copenhagen Fashion Summit - DR


"Es stimmt nicht, dass die großen Konzerne nichts tun. Jeder ergreift in für sich genommen viele Maßnahmen", so François-Henri Pinault. "Doch Tatsache ist, dass wir als Kollektiv noch nicht so weit sind. Wir müssen an die Schwarmintelligenz denken, denn dies ist eine Notfallsituation. Der Privatsektor ist es sich nicht gewohnt, doch müssen wir uns ändern und mehr tun, als wir auf Ebene unserer Unternehmen tun können. Das heißt, dass wir zusammenarbeiten und gemeinsame Ziele verfolgen müssen".

François-Henri Pinault machte deutlich, dass er dieses Anliegen eines Zusammenschlusses der Branche umsetzen will. Er nahm einen Auftrag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an, im Hinblick auf den nächsten G7-Gipfel in Biarritz vom 24. bis 26. August 2019. "Es handelt sich um einen offiziellen Auftrag. Wir müssen eine Koalition schaffen. Ich möchte die CEOs dazu einladen, sich einzubringen und über den Fashion Pact konkrete Engagements einzugehen".

Die französische Staatssekretärin des Umweltministeriums, Brune Poirson, reiste ebenfalls nach Kopenhagen und erklärte, dass der Präsident den Fokus für den G7 auf spezifische Themen legt, um der breiten Öffentlichkeit den Nutzen dieses Treffens zu verdeutlichen. Und die Mode gilt als wichtige Branche für die Sensibilisierung der Bevölkerung.

Der Kering-CEO erklärt, dass dies für Branchenakteure eine kompromisslose Analyse der Auswirkungen ihrer Tätigkeit erfordere … nicht nur in ihrem direkten Umfeld, sondern über die gesamte Logistikkette hinweg. Auf Grundlage dieser Analyse können sie dann ihre Ziele festlegen.

"Der Countdown läuft.  Ich will nicht, dass sich die Unternehmen erst dann engagieren, wenn sie wissen, dass sie eine Lösung haben. Ich möchte meine Kolleginnen und Kollegen überzeugen, dass es besser ist, den ersten Schritt zu tun, auch wenn wir noch nicht alle Antworten haben. Wir müssen akzeptieren, unsere Komfort-Zone zu verlassen, was uns zum Fortschritt zwingen wird. Wir haben bereits angekündigt, dass wir unseren Fußabdruck bis 2025 um 40 Prozent reduzieren wollen. Für die ersten 20 Prozent haben wir bereits eine Lösung, für die verbleibenden 20 müssen wir uns etwas einfallen lassen. Doch genau so müssen wir vorgehen, um Fortschritte zu erzielen. Und die Lösungen müssen open Source sein. Das ist eine neue Denkweise."

Der CEO des börsennotierten Konzerns schnitt ein weiteres Thema an: Er will das Gespräch mit den Finanzinstitutionen suchen. "Wenn die Finanzinstitute die Kriterien für die Berechnung des Unternehmenswerts ändern, beeinflusst dies die ganze Dynamik. Jedes Quartal werden Unternehmen nach ihrer finanziellen Performance beurteilt. Eine Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Leistungen würde auch das Primat der kurzfristigen Gewinne beeinflussen. Ich hoffe, die Führungskräfte der großen Finanzorganisationen überzeugen zu können. Das sind 10 Personen, die es zu überzeugen gilt, und damit könnten wir das Business as usual-Prinzip aushebeln".

Die Herausforderung ist groß. Um die Entscheidungsträger überzeugen zu können, bedarf François-Henri Pinault ganz klar der Unterstützung der Koalition, die er gründen will. Ein Ehrgeiz, der dem, was beim G7-Gipfel auf dem Spiel steht, gerecht wird.
 

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