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Frankreich: Fashion CEOs und Designer loben Macrons Vorgehen und rufen zur Solidarität auf

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
19.03.2020
Lesedauer
8 Minuten
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CEOs und Designer der Pariser Modebranche loben Macron für sein entschlossenes Handeln im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, während sich die Branche auf ein katastrophales zweites Quartal vorbereitet.


Der französische Präsident Emmanuel Macron - © France TV


Mit Hilfe eines Präsidialerlasses ordnete Macron am Dienstagmittag die Abschottung Frankreichs an, was für fast die gesamte Bevölkerung Hausarrest bedeutet.
 
"Nous sommes en guerre. Wir befinden uns im Krieg", erklärte Macron wiederholt in seiner 15-minütigen Ansprache an die Nation vom Elysée-Palast aus.

Das Land hatte bereits am Samstag ab Mitternacht alle Bars, Restaurants und nicht lebensnotwendigen Geschäfte geschlossen und ab Montagmorgen alle Kindergärten, Schulen und Universitäten. Am Montag schloss Paris zudem alle Parks und Gärten, während Polizei und halbmilitärische CRS-Truppen die verhängte Ausgangssperre kontrollierten und durchsetzten.
 
"Präsident Macron hielt eine ausgezeichnete Rede. Mir gefiel, dass deutlich gemacht wurde, dass wir alles tun werden, was nötig ist. Er war sehr menschlich in seinem Ansatz. Ich bin stolz darauf, dass wir einen solchen Präsidenten haben", sagte Ralph Toledano, Präsident des französischen Modeverbands Féderation de la Haute Couture et de la Mode.
 
Mit Blick auf die Zukunft mahnte Toledano, der auch Chairman des Modehauses Victoria Beckham ist, dass die Marken auf einen drastischen Anstieg der Nachfrage vorbereitet sein müssen, wenn die aktuelle Krise endet.
 
Großkonzerne wie Kering und LVMH haben einen Großteil der Boutiquen ihrer Marken geschlossen, wobei das Online-Geschäft wächst.
 
"Ich bin mir nicht sicher, ob das Online-Geschäft überhaupt so sehr boomt. Denn die Leute sind nicht gerade in der Stimmung, eine neue Handtasche zu kaufen", sagte Toledano, der derzeit von zu Hause aus im westlichen Pariser Vorort Neuilly arbeitet.

Er sagte jedoch voraus, dass die Mode- und Luxus-Branche durchaus ein sehr starkes Schlussquartal 2020 verzeichnen könnte.
 
"Wenn sich die Dinge nach dem Sommer erholen, werden die Menschen das Leben genießen wollen. Das ist ein Dilemma, dem sich die Manager derzeit gegenübersehen, da die Leute die Bestellungen für den Winter reduzieren, was sie am Ende vielleicht bereuen werden. Nach einem sehr starken Umsatzrückgang könnten wir im Herbst einen sehr schnellen Anstieg verzeichnen", sagte er.
 
Zwei große Modehäuser – Christian Dior und Chanel – sagten beide die für Mai in Italien geplanten Präsentationen ihrer Resort-Kollektionen in Apulien am 7. bzw. in Capri am 9. Mai ab.
 
LVMH, der Eigentümer von Dior, lehnte es über seinen Unternehmenssprecher ab, "die Entscheidungen der Regierung" zu kommentieren.
 
Die Gruppe – der größte Modekonzern der Welt – betonte jedoch, "unser vorrangiges Ziel ist es, unsere Mitarbeiter, ihre Familien und unsere Kunden zu schützen".
 
Alle LVMH-Boutiquen in Frankreich wurden bis auf weiteres geschlossen, mit Ausnahme von La Grande Epicerie, der Lebensmittelabteilung von Le Bon Marché, dem Kaufhaus in St. Germain. Alle Supermärkte und Bäckereien dürfen weiterhin geöffnet bleiben, ebenso wie Apotheken, Banken, Postämter und Zeitungsläden.


Ralph Toledano - Puig


LVMH betonte, dass "die neuen Regeln für den Zugang zu Teilzeitbeschäftigung, Vergütung und Verwaltung von Krankenständen an diese beispiellose Situation sowie an die Besonderheiten jedes Landes angepasst werden, und zwar in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften und den Sondermaßnahmen, die von den nationalen Behörden ergriffen werden".
 
Für die LVMH-Büros in Frankreich, einschließlich des Hauptsitzes in der Avenue Montaigne, ist die Arbeit von zu Hause aus bereits Pflicht.

Vor wenigen Tagen beauftragte der Vorsitzende und Mehrheitsaktionär Bernard Arnault den Geschäftsbereich LVMH Perfumes & Cosmetics, seine Produktionsstätten so umzustellen, dass anstelle von Parfums hydroalkoholisches Gel für die öffentliche Versorgung hergestellt werden kann.
 
Die ersten Lieferungen dieses hydroalkoholischen Gels begannen am Montag und wurden kostenlos an die französischen Gesundheitsbehörden und vorrangig an die Assistance Publique-Hôpitaux de Paris geliefert.
 
Auf der anderen Seite von Paris am linken Seine-Ufer wurde auch der Hauptsitz von Kering im Wesentlichen geschlossen.

"Kering und seine Marken ergreifen alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiter, indem sie alternative und flexible Arbeitsformen, einschließlich der Fernarbeit, einführen und sich streng an die Richtlinien der jeweiligen nationalen Behörden in jedem Land, in dem sie tätig sind, halten", sagte Kering. Der Luxuskonzern kontrolliert Saint Laurent und Balenciaga in Paris, Alexander McQueen in London und Gucci und Bottega Veneta in Mailand – Italien ist derzeit das am stärksten vom Coronavirus betroffenen Land außerhalb Chinas. Auch Gucci hatte seine Cruise Show, die in dieser Saison in San Francisco stattfinden sollte, abgesagt.

Auf internationaler Ebene wurden mehrere Fashion Weeks (Sao Paulo, Moskau, Shanghai, Peking und Sydney) sowie das Festival d'Hyères in Frankreich abgesagt.
 
"Ich denke, Präsident Macron hat die richtige Entscheidung getroffen. Ich verstehe nicht ganz, warum sich die Leute darüber beschweren. Diese Maßnahmen wurden transparent und auf der Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens getroffen", sagte Jean-Pierre Blanc, der Gründer des Festival d'Hyères.
 
Viele jüngere Modehäuser in Paris – wie Olivier Theyskens, Ami und Sézane – haben alle ihre Unterstützung für die harten Maßnahmen zum Ausdruck gebracht und zur Solidarität in diesem einzigartig schwierigen Moment für Frankreich und die Welt aufgerufen.
 
"Ich bin absolut einverstanden! Im Schutze unserer Gesellschaft vergessen wir oft einige Aspekte, die man im Auge behalten muss – unsere Verletzlichkeit gegenüber den Gesetzen der Natur, wenn es sowohl um kleine Dinge wie Keime und Viren als auch um unseren Einfluss auf größere Themen wie Klimawandel und Umweltverschmutzung geht", argumentierte Theyskens, einer der gefragtesten Designer der französischen Hauptstadt.

Theyskens warnte auch, dass "in unserer Branche die Weitergabe unseres Savoir-faires von den älteren Spezialisten an die jüngeren Generationen von entscheidender Bedeutung ist. Der Schutz aller Beschäftigten ist unerlässlich, insbesondere in den Couture-Ateliers und bei unseren Handwerksbetrieben. Eine große Anzahl unserer besonders geschätzten Mitarbeiter ist aufgrund ihres Alters gefährdet".
 
Der Designer, dessen Atelier sich im Stadtteil Marais befindet, versicherte persönlich, dass sein Team von zu Hause aus arbeiten kann.
 
"Was die kreative Seite betrifft, glaube ich, dass mich das nicht so sehr beeinträchtigen wird. Ich werde die Tatsache, dass ich mehr Zeit als sonst zu Hause verbringen werde, um zu zeichnen und nachzudenken, positiv sehen.", sagte Theyskens, der kürzlich zum Kreativdirektor des Modehauses Azzaro ernannt wurde.
 
"Bei Azzaro sind wir zu E-Mails und Telefongesprächen übergegangen, und ich habe mit meinem Team und meinen Mitarbeitern geskyped. Wir sind sehr daran interessiert, diese Herausforderung anzunehmen und uns durch eine solche Zeit zu manövrieren, in der Kreativität anpassungsfähig und positiv konstruktiv sein muss. Wir werden uns an die Entwicklung der Dinge anpassen", schloss er.


Nicolas Santi-Weil - photo: Luc Braquet


Im 2. Arrondissement hat eine der meistverkauften Marken Frankreichs, Sézane, verkündet, dass 10 % der Online-Verkäufe ihrer neuen Kollektion an den Nothilfefonds gespendet werden, der für die Unterstützung von Krankenhäusern in Frankreich eingerichtet wurde.
 
"In diesem noch nie dagewesenen Kontext können bestimmte Aktivitäten wie unsere – sicherlich nicht lebenswichtige – in Frage gestellt werden. Doch alles zu tun, um die Arbeit, die Moral und die Zukunft unserer Teamkollegen und Hunderter Mitarbeiter unserer Partner zu erhalten, ist eine Priorität und eine Pflicht", schrieb die Gründerin Morgane Sézalory in einer E-Mail an alle Mitarbeiter.
 
Auch andere junge Marken lobten Macrons Rede und Entscheidungen.
 
"Wir halten die Ankündigungen des Präsidenten aus zwei Gründen für notwendig: um die Gesundheit der Franzosen zu schützen und um zu versuchen, die französische Wirtschaft zu schützen", betonte Nicolas Santi-Weil, CEO von Ami.
 
"Angesichts der Schwere der sich abzeichnenden Gesundheitskrise wurde ein solcher Schritt dringend notwendig, damit jeder eine Bilanz der Situation ziehen und handeln kann, solange noch Zeit ist, um den Anstieg der Coronavirus-Epidemie zu stoppen – oder zumindest zu verlangsamen. So verstehen wir die angekündigten Eindämmungsmaßnahmen", fügte Santi-Weil hinzu.
 
Der junge CEO begrüßte auch die Stellungnahme von Nicolas Dufourcq, CEO von BPI France, der ankündigte, dass die halbstaatliche Bank alles tun werde, um junge Unternehmen während dieser Krise zu unterstützen.
 
"Das größte Risiko für die Marken besteht darin, dass Einnahmen wegfallen (durch Schließung von Geschäften und Verkaufsstellen aller Art), aber die Ausgaben weiterlaufen (Gehälter, Rechnungen, Mieten, Rückzahlung von Darlehen, Produktionskosten und andere Rechnungen). Daher ist es für uns und viele andere Unternehmen von entscheidender Bedeutung, dass unser Lager weiterhin funktionsfähig bleiben, da der Online-Handel die einzige Einnahmequelle ist, auf die wir uns in der jetzigen Form verlassen können", betonte Santi-Weil.

Ami hat alle seine französischen Boutiquen geschlossen und sein Verkaufspersonal in technische Arbeitslosigkeit geschickt. Die Mitarbeiter arbeiten nun durch Telearbeit weit entfernt vom Hauptsitz der Marke im vierten Arrondissement zusammen.
 
Das Unternehmen hat auch ein Continuity Committee eingerichtet, das sich jeden Morgen um 9.30 Uhr trifft, und setzt eine französische Videokonferenzplattform namens Livestorm für intelligentes Arbeiten aus der Ferne ein.
 
Darüber hinaus wird daran gearbeitet, wie das Kreativteam von Alexandre Mattiussi am besten unterstützt werden kann. Sowohl durch den Einsatz von Livestorm als auch durch die gewissenhafte Einhaltung der Anweisungen zur Gesundheitssicherheit, wobei das Personal gelegentlich wechselt, um Prototypen und Muster zu erhalten und anzupassen.
 
Aus Gründen der Kohärenz hat Ami seinen Londoner Flagship-Store auf der Duke Street in Mayfair bereits geschlossen, noch bevor die britische Regierung etwaige Schließungen verhängt hat.
 
"Ich persönlich hatte viele Diskussionen mit Managern anderer Marken oder Unternehmen, um ihnen unsere Ideen, Entscheidungen oder Krisenorganisation mitzuteilen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 lebte ich vier Jahre lang in New York. Ich sah, was gegenseitige Hilfe und Solidarität bedeutet. Ich versuche so weit wie möglich, die Führungskräfte französischer Marken zu ermutigen, ihr Wissen zu teilen, und gemeinsam nachzudenken. Gemeinsam sind wir weniger dumm!", schloss Santi-Weil.
 
Vor drei Wochen eröffnete der französische Präsident die Pariser Runway-Saison mit einem Abendessen im Elysée-Palast, das von Brigitte und Emmanuel Macron ausgerichtet wurde. Diese Feier fand statt, nur kurz bevor das Coronavirus Europa mit aller Härte traf – zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Opfer noch im einstelligen Bereich.
 
Jetzt, wo Europa das Zentrum der Pandemie ist, arbeiten die Europäische Union und die Modeverbände eng zusammen, auch wenn sie gezwungen sind, die internationalen Grenzen radikal zu schließen.
 
"Ich glaube, unser Präsident hat eine bedeutsame Rede gehalten. Und er ist den richtigen Empfehlungen gefolgt. Ich denke, nur wenige Menschen bestreiten das. Für mich ist das Schlüsselwort heute 'Solidarität'. Sowohl mit unseren Mitbürgern als auch mit unseren Freunden in Italien und anderswo", sagte Pascal Morand, Executive President der Féderation de la Haute Couture et de la Mode, deren Sitz sich gegenüber dem Élysée-Palast befindet.
 
Die Arbeit der Féderation wird weiterhin per Videokonferenz fortgeführt, während sie die Mitgliedsunternehmen, insbesondere die neueren, aktiv über die rechtlichen und steuerlichen Auswirkungen der von Macron eingeführten Änderungen auf dem Laufenden hält. Die französische Regierung hat angekündigt, dass sie 45 Milliarden Euro (zusätzlich zur staatlichen Garantie von bis zu 300 Milliarden Euro an Bankkrediten) als erste wirtschaftliche Soforthilfe für Unternehmen mobilisieren wird, deren Einnahmen zum großen Teil quasi über Nacht eingebrochen waren.
 
"Die Regierung stellt enorme Mittel zur Verfügung, die es vielen Unternehmen ermöglichen, Mitarbeitern Teilzeitarbeit zu ermöglichen was für Tausende von Unternehmen, vor allem in der Modebranche, unabdingbar ist. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viele Wochen oder Monate diese Situation anhält", fügte Morand hinzu.

Auf die Frage, ob der Verband erwägt, die nächste Pariser Menswear-Saison, die für den 21. bis 26. Juni geplant ist, abzusagen oder zu verschieben, antwortete er: "Ich glaube, es ist viel zu früh, um darüber zu sprechen."

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