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Reuters
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
09.12.2019
Lesedauer
2 Minuten
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Frankreich: Streik könnte Weihnachtssaison trüben

Von
Reuters
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
09.12.2019

Im französischen Handel und Gastgewerbe ist man besorgt, dass die entscheidende Weihnachtssaison durch einen langandauernden Streik beeinträchtigt werden könnte. Am Freitag löste der jüngste Streik erneut ein Verkehrschaos aus.


Nach der seit November 2018 andauernden Gelbwestenbewegung ist der Streik ein neuer Schlag für die Einzelhändler - Reuters


Mit dem Streik soll Präsident Emmanuel Macron dazu gezwungen werden, eine geplante Rentenreform rückgängig zu machen. Durch die Protestbewegung wird das Angebot im öffentlichen Verkehr (Züge, Busse und U-Bahnen) stark eingeschränkt. Die Verkehrsstörungen dürften mindestens noch über das Wochenende und zu Beginn der Woche anhalten.

"Heute Morgen hatte ich einen Kunden im Laden", schildert Karine Barbe, die in einer Stickerei im Herzen von Paris arbeitet. "Hält der Streik an, werden die Kunden ausbleiben, da alle Züge ausfallen".

Francis Palombi vom französischen Verband kleiner Einzelhändler, erklärte: "Nach der seit November 2018 andauernden Gelbwestenbewegung ist der Streik ein neuer Schlag für die Einzelhändler". "2019 war ein sehr schwieriges Jahr für den Einzelhandel, mit deutlichen Umsatzverlusten. Einige mussten aufgrund dieser dramatischen Situation schließen. Doch könnte die Situation weiter andauern und sich sogar noch ausweiten. Die Lage ist sehr ernst".

In vielen Großstadthotels gingen vor dem Streik zahlreiche Stornierungen ein, erklärt Laurent Duc, Vorsitzender des französischen Hotelverbands UMIH. "Es ist eine Katastrophe für Einzelhändler und Hoteliers. Kaum erfahren Touristen von den Streiks, sagen sie 'Wir gehen nicht nach Frankreich, in Paris wird Chaos herrschen'". Er schätzt, dass die Streiks Hotels durchschnittlich rund 10 bis 15 Prozent des Umsatzes kosten könnten. In Lyon seien fast 30 Prozent der Zimmer-Buchungen storniert worden, so Laurent Duc.

Der Branchenverband unabhängiger Hotels GNI erklärte, in Pariser Hotels seien 30 bis 40 Prozent weniger Buchungen eingegangen. In Restaurants sei der Umsatz um 50 Prozent gesunken.

In größeren Läden im Einzelhandel ist man zuversichtlich, die Streiks überstehen zu können. Eine Sprecherin der Kaufhauskette Galeries Lafayette erklärte, die Läden des Unternehmens seien offen und ergänzte: "Alles ist normal".

Die französische Supermarktkette Casino, Inhaberin der im Stadtzentrum angesiedelten Monoprix-Läden, habe sich vorbereitet. Da das Datum des Streiks im Voraus bekanntgegeben worden sei, habe man Artikel vorrätig gelagert.

Die regierungskritische Gelbwestenbewegung hat den französischen Einzelhandel bereits stark belastet. Casino rechnete vor, dass dem Unternehmen durch die Blockierung einiger Läden im Viertel Quartal 2018 Einnahmen in Höhe von EUR 50 Millionen entgangen seien.

Der Elektronikgüterkonzern Darty bezifferte seine Einbußen in derselben Dreimonatsperiode auf EUR 45 Millionen, der Großmarktbetreiber Auchan auf EUR 140 Millionen.

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