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Frühjahr-Sommer 2015: Paris in vier Trends

Veröffentlicht am
today 02.07.2014
Lesedauer
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Die 51 Männerkollektionen für die Frühjahr-/Sommersaison 2015 gingen am Sonntagabend nach London, Florenz und Mailand in Paris zu Ende. Die diesjährige Auswahl war erneut geprägt von ungezwungenen Schnitten und Looks, auch bei den konservativsten Häusern.

So natürlich auch Hedi Slimane für Saint Laurent, der abschließend eine Woodstock-inspirierte Kollektion mit Überbleibseln des legendären Rockfestivals der 70er Jahre zeigte. Die Kunden sind begeistert und die Fédération schätzt die neuen Einflüsse. Sie nahm dieses Jahr eine neue Generation an meist jungen Designern im offiziellen Programm auf. Nachfolgend stellen wir vier Lehren vor, die wir von den Pariser Laufstegen für die kommende Saison ziehen konnten.


Karos soweit das Auge reicht bei Carven, Gosha Rubchinskiy und 3.1 Phillip Lim.



1- Karos für den Mann
Geometrie bleibt das Gebot der Stunde für Print Designer. In dieser Saison sind besonders horizontale und vertikale Streifen, Karos, grafische Elemente in Schwarz und Weiß oder bunte Plaid-Patchworks hoch im Kurs. Sie zogen sich wie ein roter Faden durch alle Männermodewochen, in Paris wunderschön bei Junya Watanabe (bei dem karierte Muster zum Markenzeichen geworden sind), Gosha Rubchinskiy (gefördert vom Konzern Comme des Garçons), Ami Alexandre Mattiussi, 3.1 Phillip Lim und Carven.

2- Coole Frauen kleiden sich bei den Männern ein

Neu bei den Männerschauen: Die Frau! (Saint Laurent, Haider Ackermann und Y/Project, Bild: PixelFormula).


Es war bereits bekannt, dass die Pre-Collections der Womenswear im Programm der Käufer während den Männerschauen massiv vertreten sind. Doch nun erscheinen auch bei Designer- und Luxuslabels immer mehr weibliche Modelle. Einerseits, um einen Vorgeschmack auf den September zu geben, wie bei der Marke Y/Project, die sich erst unlängst an diesen Bereich heranwagte, Saint Laurent und von Riccardo Tisci bei Givenchy. Für die Schau ließ er Adriana Lima in einem Mesh-Stoff defilieren. Andererseits werden sie auch eingesetzt, um männliche Modelle zu präsentieren, wie bei Ami Alexandre Mattiussi und Haider Ackermann erfolgreich umgesetzt. Dies dürfte der Designerin Anastasia Barbieri gefallen, die schon seit Jahren selbst Menswear trägt.

Löcher bei KrisVanAssche, Damir Doma und Comme des Garçons (PixelFormula).



3 – Löcher, wo das Auge hinreicht
Diese androgyne Tendenz hat aber auch andere Auswirkungen. Dazu zählt die steigende Transparenz in den Stoffen für die Männergarderobe, die bei Damir Doma, Comme des Garçons Homme Plus und KrisVanAssche beispielsweise viele Löcher aufweisen. Die Körper waren in dieser Saison stärker zu sehen, angefangen mit der Schau von Andrea Crews bis hin zu Hedi Slimane für Saint Laurent. Bei Jean Paul Gaultier wurde sogar viel Haut gezeigt, mit einer Jacke ohne Rücken, und Dries Van Noten bot eine wie immer mehrdeutige und sehr poetische Kollektion.

Die Sommerpalette 2015 bei Kenzo, Thom Browne, Études Studio und Dior Homme (PixelFormula).


4- Mann bekennt Farbe
Die Farben wurden für die Männerlabels bereits seit mehreren Saisons „legalisiert“, angefangen beim Grundpfeiler Blau, der weiterhin in allen möglichen Schattierungen daherkommt (Études Studio, Dior Homme, Ami). Farben sind eindeutig geschlechts- und altersneutral geworden. Schwarz und Weiß, Gold- und Silberlamé verschwinden, angesagt sind Pastellfarben (Kenzo, Thom Browne, Paul Smith) und kräftige Rosa- und Gelbtöne (Gosha Rubchinskiy, KrisVanAssche, Hermès, Julien David).

Y/Project und Thom Browne (DR).


Einer der gewagtesten Trends der Saisons sind zweifellos die reflektierenden Glow-in-the-Dark-Stoffe, die von Christopher Kane und Glenn Martens für Y/Project mit Bravour aus den Rave-Parties der Neunziger Jahre importiert wurden.

In den Schauen von Raf Simons und Thom Browne wurde das Publikum gar in Dunkelheit gehüllt, um zu zeigen, wie die Looks im Mondschein aussehen.

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