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Veröffentlicht am
13.01.2014
Lesedauer
5 Minuten
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Fünftägige Bread & Butter im Juli: Die Reaktionen auf das neue Konzept

Veröffentlicht am
13.01.2014

Karl-Heinz Müller kündigte für nächsten Juli ein neues Konzept an: die Messe soll fünf Tage dauern, zwei Tage davon sind dem Endverbraucher gewidmet. Die Idee scheint jedoch eher skeptisch aufgenommen zu werden.

FashionMag befragte Aussteller auf der Pitti Uomo in Florenz, die gerade zu Ende ging, und per Telefon. Viele unserer Gesprächspartner wollten nicht namentlich genannt werden.

Die größten Zweifel bestehen wie zu erwarten hinsichtlich der beiden Verbrauchertage. Die deutsche Marke Digel gehört zu den Skeptikern. Digel ist parallel zur Panorama zum ersten Mal auf der Bread dabei. Geschäftsführer Vertrieb Michael Bischof fragt sich, wie die Marken das Ganze handhaben werden: “Der Stand und das Team vor Ort sind nicht auf ein Verbraucherpublikum eingestellt”, erklärt er.

Viele Marken fragen sich, wie sie dem Verbraucher gegenüber auftreten sollen (Foto: BBB)


Und in der Tat fragen sich viele Marken, wie sie den Stand vom professionellen Publikum zu einem Stand für Verbraucher verwandeln werden: “Der Stand selbst, die Präsentation der Kollektionen und das Team vor Ort sind für den Kontakt mit Fachleuten und nicht mit Verbrauchern eingestellt ", so sehen es viele Marken, wie z.B. Christophe Bosc, Berater für die Marke Bill Tornade.

Manche Marken wollen mit ihren Sorgen lieber anonym bleiben: “Es ist keine gute Sache, dass die Verbraucher sehen, zu welchen Preisen wir den Händlern die Produkte verkaufen und sie dann verstehen, welche Margen normal sind!” Luca Caprai ist einer der wichtigsten Aussteller der Pitti Uomo, Gründer und Vorsitzender von Cruciani. Er sorgt sich: “Für die Pitti würde es meiner Meinung nach keinen Sinn machen, die Messe für den Verbraucher zu öffnen. Die Leute wären nur auf der Suche nach irgendwelchen Extras. Und vor allem würden sie sehen, welche Margen die Einzelhändler haben."

“Man müsste den Stand dem Publikum anpassen”, erklärt Jérôme Tordjmann, der den Export von Eleven Paris steuert und zur Bread kommt. “Am besten wäre es, im Juli 2014 die Frühjahrskollektion von 2015 für die Käufer und die Herbstkollektion 2014 für die Presse und die Verbraucher mitzubringen. Die Teams müssen sich anpassen. Käufer und Presse aufteilen - warum nicht. Aber die Verbrauchertage, das kommt ein bisschen daher wie eine Wein- oder Landwirtschaftsmesse, das muss ganz anders betreut werden.”

Was die Möglichkeit für die Verbraucher angeht, neue Kollektionen zu entdecken, hat Bruno Collin, Mitbegründer der Zeitschrift Wad, seine eigene Vorstellung: “Karl-Heinz vergleicht das Ganze mit der Automobilmesse. Die findet jedoch nur alle zwei Jahre statt – in der Mode kommen Messen jedoch alle sechs Monate. Und was, wenn der Verbraucher nun die neue Kollektion interessanter findet als die aktuelle in den Läden? Dann will er natürlich die neue kaufen und nicht die andere. Klar, manche Marken wie Burberry oder D Squared haben Internetverkäufe während der Defilees gestartet. Aber das betrifft nur wenige Stücke und Bestellungen.” Und Raffaello Napoleone selbst, der Chef der Pitti, sagt dazu: “Ich sehe keinen Sinn darin, dem Verbraucher Kollektionen zu zeigen, die erst sechs Monate später verkauft werden.”

Für manche ist Karl-Heinz Müller ein Visionär - hier mit Klaus Wowereit (Foto: BBB)


Einer seiner Aussteller, Andrea Dini, CEO von Paul & Shark, ist jedoch nicht derselben Meinung: “Ich wünschte mir, dass sich auch die Pitti für den Verbraucher öffnet. Der Kunde irrt sich nie, da bin ich mir sicher – Einkäufer liegen jedoch manchmal falsch!”

Die französische Marke Marchand Drapier weist darauf hin, dass die Verbraucher nur aus Berlin kommen. "Und Berlin ist keine enorm große Stadt," so Benoit Carpentier. “Außerdem kann es so zu Kopien kommen.”

Eine Frage taucht immer wieder auf: Wie sollen Marken, die sowieso schon unterbesetzt sind und zu Krisenzeiten auf ihre Ausgaben achten müssen, noch mehr investieren, um Teams für fünf Tage in Berlin zu unterhalten? Für viele ist das unvorstellbar. "Bei Eleven Paris sind wir ein kleines Team, das den Export betreut", erklärt Jérôme Tordjmann. “Wie soll eine solche Woche in unseren ohnehin schon vollen Sommer-Terminkalender passen?”

Die Initiative zur Öffnung für Verbraucher ruft auch positive Reaktionen hervor. Manlio Massa beispielsweise, Generaldirektor von Antony Morato, der zum ersten Mal an der Pitti Uomo teilnimmt: “Man muss abwarten, wie das Ganze läuft. Ich denke, dass Karl-Heinz Müller einer der größten Visionäre unserer Branche ist, er ist ihr mit seinen Ideen immer voraus. Ich glaube nicht, dass ein Verbraucher anfängt, Produkte zu kopieren. Im Bestfall begeistert er sich für einen neuen Trend.”

Die Marke Gaudi, die auf der Bread und der Panorama ausstellt, sieht in der Sache auch keinen großen Nachteil. "Mit dem Endverbraucher in Kontakt zu kommen, kann gut fürs Image sein, wenn die Sache gut gemacht ist”, betont Angelo d’Arcangelo, Exportdirektor. Auch Franco Marianelli, CEO von Gas, sieht darin einen Vorteil für die Transparenz dem Endkunden gegenüber.

Auch Jérôme Torjdmann sagt: "Insgesamt hat Karl-Heinz Müller vielleicht nicht unrecht. Er hatte mehr Zeit darüber nachzudenken als wir Aussteller. Am Anfang war es ein Schock, als ob Panik auf dem Bread&Butter-Schiff ausbräche. Nachdem man drüber nachgedacht und seine Argumente abgewogen hat, fragt man sich eher, wie die Marken damit umgehen sollen und das beste daraus machen können.”

Manche sind mit der Idee einverstanden, den Verbraucher einzuladen, aber denken eher an eine große Party. Lorenzo Nencini von Incom für die Marke US Polo, die in Berlin auf der Premium ist, könnte sich ein großes Event im Rahmen der Messe vorstellen, jedoch außerhalb der normalen Öffnungszeiten. "Auf der Messe arbeiten wir an der Qualität und die erreicht man über eine gute Auswahl.”

Karl-Heinz Müller hat einen ganzen Messetag allein für die Presse vorgesehen. Das war beispielsweise auf der Uhrenmesse Baselworld praktisch, zu der François-Jean Daehn, Verleger von Montaigne Publications (mit den Zeitschriften Montres, Monsieur, Mer & Bateaux) regelmäßig fährt. "Die Idee ist interessant, aber sie wird nicht funktionieren. Auf der Baselworld kamen die großen Manager am ersten Tag beispielsweise gar nicht und die Stände waren noch im Aufbau begriffen. Daher wollten die Journalisten dann nicht mehr vom ersten Tag an kommen. Und dann ist es für uns auch wichtig, uns nicht nur mit den Marken, sondern auch mit den Käufern am Stand auszutauschen.”

Jean-Paul Leroy (mit Elena Passeri, Dominique Muret und Bruno Joly)

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