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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
05.02.2021
Lesedauer
6 Minuten
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Ganni über die Entwicklung einer globalen Marke aus Kopenhagen

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
05.02.2021

Nur wenige skandinavische Marken können mit der globalen Reichweite von Ganni mithalten. An der jüngsten Ausgabe der Copenhagen Fashion Week im Februar organisierte das Label eine doppelte Show.


CEO Nicolaj Reffstrup und Kreativdirektorin Ditte Reffstrup, vlnr


Wie alle anderen Marken der dreitägigen digitalen Saison in der dänischen Hauptstadt verlegte auch das angesagte Label Ganni seine Präsentationen online.

Ganni organisierte eine dreitägige Livestream-Serie mit Performance-Jams eines musikalischen Trios um Sängerin Zsela, die Grunge- und Hiphop-Künstlerin Deb Never aus Los Angeles und Coco O. aus Kopenhagen. Am Donnerstagabend performten die drei Musiker einen Mix aus eigenen Stücken und Coverversionen von Songs, die der Kreativdirektorin von Ganni wichtig sind. Dazu trugen Sie Looks der Herbst-/Winterkollektion 2021.

Deb Never wirkte sehr schick und selbstsicher in einem großartigen überarbeiteten Nadelstreifenanzug à la Al Capone, in Überlänge und mit langen Aufschlägen. Während die Sängerin und Songwriterin Zsela eine großartige Version von Nothing Compares 2 U spielte, gekleidet in eine enganliegende Hosen- und Hemd-Kombination aus weißem Strick mit Western-Rockkragen und Caterina de’Medici-Bündchen an den Ärmeln. Darauf bot Coco O. eine geballte Ladung an Rocker-Eleganz, im papageiengrünen Mini-Cocktailkleid mit verschobenem Reißverschluss und einer aufgesetzten Tasche vorne.

Insgesamt spielte das Label gekonnt mit Volumen. So wurde ein knielanges Princess-Diana-Blumenkleid so geschnitten, dass es stets figurschmeichelnd und nie altbacken wirkte, während Feinstrick-Tank Tops und Strickjacken eine Spur nordische Folklore aufkommen ließen. Auch die großartigen Schlabberhosen – in Lindgrün oder aus silberfarbenem Denim – waren ganz vorzüglich. Und machen eine tolle Figur beim Fahrradfahren – dem Nationalsport in Dänemark.


Ganni - Herbst/Winter 2021 - Photo: Ganni - Foto: Ganni


Ganni führte auch eine Kollektion zur Miete ein, deren einzigartige Looks von den Musikern zur Schau getragen wurden: strassbesetzte Lederjacken, zweifarbige Paillettenblazer und handbemalte Gitarrenstiefel. Die Looks, die in einer wiederverwendbaren Verpackung versendet werden, können wahlweise eine bis drei Wochen lang gemietet werden, die Kosten betragen zwischen DKK 105 (EUR 14) und DKK 648 (EUR 87) pro Stück.

Das Mietkonzept ist die jüngste Innovation von Ganni im Rahmen der dänischen Laufstegsaison. Im Februar 2018 eröffnete Ganni einen Pop-up Store an der Elizabeth Street in NYC und während einer weiteren Saison entschloss sich das Label dazu, einen Außenposten bei Selfridges einzurichten.

Die Modewoche in Kopenhagen umfasste rund zwanzig Marken und zahlreiche Interviews oder Fragerunden mit Designern und verschiedenen Vogue-Redakteuren. Vielleicht etwas mehr Talk als Talent. Und sollte Ihnen jetzt auf die Schnelle kein dänischer Stand-up-Comedian einfallen, dann scheint dies nach Ansicht dieser Videos wenig überraschend.

Ganni ist für eine intelligente Online-Strategie bekannt, für ein integratives Konzept und die Fähigkeit, den lokalen Stil in Kopenhagen einzufangen – der sich auf den unabhängigen und befreiten Intellekt und die ganz besondere Ästhetik der dänischen Frauen stützt. Das Konzept lässt sich international offensichtlich gut exportieren, zu den Fans des Labels zählen unter anderem Jessica Alba, Kendall Jenner, Alexa Chung, Dree Hemingway, Ganna Bogdan, Juliette Labelle, Christine Centenera, Richie Shazam und Lykke Li.

In vielerlei Hinsicht ist Ganni zu einem Vorbild für skandinavische Nachwuchsdesigner geworden, zu einem Beispiel, was international möglich ist. Ohne sich von Kopenhagen zu verabschieden, ist es Ganni gelungen, mit ihrer damenhaften und verspielten Vorstellung des Luxus zu Einstiegspreisen riesige Bestellungen von wichtigen Händlern wie Net-a-Porter, Browns und Selfridges zu verbuchen. Auf dieser Schiene fuhr das Label erfolgreich und wuchs schnell. 2017 übernahm die Private Equity-Gesellschaft L Catterton, zu deren Besitzern auch LVMH gehört, einen 51- Prozent-Anteil am Unternehmen. Genaueres zum Abkommen wurde nicht veröffentlicht, doch der Jahresumsatz hat sich seither von EUR 45 Millionen auf über EUR 100 Millionen verbessert.

Wir trafen das Ehepaar hinter Ganni, Kreativdirektorin Ditte Reffstrup und CEO Nicolaj Reffstrup, und fragten Sie, wie das Label tickt.

FashionNetwork.com: Wieso haben Sie zwei Events organisiert und mit der #ganniloveforever-Show begonnen?
Ditte Reffstrup:  Musik war schon immer eine wichtige Inspiration. Und wir wollten all die Dinge, die wir als selbstverständlich erachtet hatten, anerkennen und uns an das normale Leben erinnern. Vielleicht hört sich das etwas kitschig an, aber in diesem Jahr ohne Reisen ist die Musik umso wichtiger geworden. Ich bin in einem kleinen Fischerdorf im Norden von Jütland aufgewachsen. Es war kein Fenster zur Welt, es gab keine Modezeitschriften, keine sozialen Netzwerke, keine Computer. So war MTV mein Fenster, und ich tanzte zur Musik. Für mich ist Musik ein ungeschriebenes Tagebuch, das einen auf Reisen mitnimmt. Und genau das brauchen wir jetzt. Ich vertraue in meiner Arbeit viel auf mein Bauchgefühl und meine Intuition und das widerspiegelt sich in unseren Kleidern. Doch in dieser Saison haben wir auch mehrere Entwürfe, die sich an Bühnenkleidern inspirierten, wie der silberne Denimstoff. Ganni ist für seine romantische Seite und die viktorianische Palette bekannt, doch diesmal gibt es mehr Rock’n’Roll, wie die Arbeit mit spitzen Kragen.


Ganni -Herbst/Winter 2021 - Photo: Ganni - Foto: Ganni


FNW: Wie ist Ganni entstanden?
DR: Nun, sechs Monate nachdem wir uns kennengelernt hatten waren wir verheiratet. Ich hatte schon immer davon geträumt, eine eigene Marke zu haben und alles geschah ganz natürlich. Seit ich 14 bin arbeite ich in der Modebranche, zunächst als Einkäuferin. Auf Reisen sagten die Leute ‘Oh, Sie sind aus Dänemark? Dann ist Ihr Stil sicher androgyn, wie Acne oder der dänische Boho-Look'! Aber ich erkannte mich selbst nicht darin. Das war nicht der Stil in Kopenhagen, wie ich ihn kannte und deshalb wollte ich eine eigene Marke. Frans Truelsen, der damals eine Galerie hatte, startete Ganni im Jahr 2000, zunächst nur mit Kaschmirpullis und er fragte mich, ob ich aushelfen könnte und da habe ich mitgemacht. Nicolaj war damals noch nicht in der Mode, sondern in einem Technologieunternehmen.

Nicolaj Reffstrup: Dazwischen sind Welten, doch war es eine tolle Erfahrung. Die Mode ist im Vergleich zur Technologie ziemlich irrational. Ganni war schon immer gut darin, unsere Ideen zu konzeptualisieren. Und ich habe entdeckt, wie kraftvoll Mode sein kann, und besonders, wie vorzüglich sie geeignet ist, um Geschichten zu erzählen.

FNW: Wieso defilieren Sie stets in Kopenhagen? Hat es Sie nie gereizt, woanders hinzugehen?
DR: In Kopenhagen haben wir unser Zuhause, unser Herz. Die ganze Kraft von Ganni strömt aus dieser Stadt.

FNW: Was ist die DNA von Ganni?
NR: Es geht um die Frauen von Kopenhagen, es ist ein ein Prozess, durch den wir definieren, was an unserer Stadt so besonders ist. Wenn man nach Paris geht, sieht man viel Schönheit und in New York gibt es Kunst und Exzentrik. Aber Kopenhagen gibt den Frauen Macht. Sie radeln überall hin. In Dänemark herrscht überdies eine weitgehende Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Und das alles speigelt sich in der Art und Weise, wie sich die Frauen anziehen. Sie tragen die Kleider und nicht andersherum.

FNW: Was steckt hinter dem Namen Ganni?
NR: Es war ein Abend, an dem viel Beaujolais floss und der Name kam einfach auf!

FNW: Wie groß ist Ihr Unternehmen?
NR: Wir haben einen Umsatz von mehr als EUR 100 Millionen erreicht. Das ist nicht viel im Vergleich zu wichtigen Marken in Mailand oder Paris, aber für Dänemark ist das ziemlich bedeutend.



Der Shop-in-Shop in Le Printemps in Paris Photo: Ganni - Foto: Ganni


FNW: Wie viele Ganni-Stores gibt es jetzt?
NR: Wir haben rund 25 eigene Stores in ganz Skandinavien und in den USA. Wir sind außerdem in ca. 600 Läden und Shop-in-Shops weltweit vertreten. Und in Paris haben wir erst gerade einen Shop-in-Shop in Le Printemps eingerichtet.

FNW: Welche Designer bewundern Sie?
DR: Viele, aber zurzeit finde ich Jacquemus großartig. Ich liebe seine Shows. Er hat einen so tollen Ansatz und ist wirklich liebenswert.

FNW: Und Sie, Nicolaj?
NR: Ich trage sehr einfache und etwas langweilige Kleidung. Bei Ganni bin ich für die Nachhaltigkeit zuständig, wir nennen dies verantwortungsvolle Mode, und diese Kleider trage ich gerne. Ehrlich gesagt, das sollte ich jetzt nicht sagen – aber ich versuche, nichts zu kaufen.

FNW: Ihre letzten drei Urlaubsdestinationen?
DR: Ganz ehrlich lieben wir es, im Somme in Dänemark zu bleiben, herumzureisen und Freunde zu treffen. Unsere letzte Reise ins Ausland war im Herbst, da waren wir im Four Seasons unweit von Athen. Und wir machten auch Urlaub in den USA.

FNW: Ich weiß, dass ganz Kopenhagen Rad fährt, aber haben Sie ein Auto?
NR: Wir haben erst vor zwei Jahren unser erstes Auto gekauft. Einen Tesla.

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