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Werbung

Geht Moncler in Italien den Weg von LVMH?

Von
Reuters
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 04.01.2019
Lesedauer
access_time 2 Minuten
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Remo Ruffini könnte 2019 zum italienischen Gegenstück zu Bernard Arnault werden. Seit der Rettung von Moncler im Jahr 2003 gelang es ihm, die Marke einer höchst erfolgreichen Verjüngungskur zu unterziehen. Natürlich liegt noch ein langer Weg vor ihm, bevor er das EUR 7,5 Milliarden schwere Unternehmen Moncler als ebenbürtigen Konkurrenten von Bernard Arnaults LVMH-Imperium mit seinen EUR 130 Milliarden etablieren kann. Doch wenn er mit der Rolle des ersten italienischen Luxus-Aggregators liebäugelt, so stehen die Zeichen gut.


Moncler CEO Remo Ruffini - Photo: Reuters


Die italienische Luxuslandschaft ist stark fragmentiert und die Wertungen ungewohnt tief – Anleger zahlen das 25-fache der in den kommenden 12 Monaten erwarteten Erträge, im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt, der beim 28-fachen des erwarteten Ertrags liegt, wie Daten von Refinitiv belegen. Der Umsatz des Luxusschuhmachers Tod’s ist seit 2014 rückläufig. Auch Salvatore Ferragamo hat mit Umsatzrückgängen und seit Matriarchin Wanda Ferragamos Tod mit weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen. Und auch nicht börsennotierte Unternehmen wie Furla könnten bald zum Verkauf stehen.

Sowohl amerikanische als auch chinesische Investoren horchen auf. Michael Kors legte im September satte USD 2,1 Milliarden für das krisengeplagte Modehaus Versace hin. Der chinesische Top Player Shandong Ruyi schnappte sich die Schweizer Marke Bally und die Fosun-Gruppe das französische Couture-Haus Lanvin.

Die Ankunft einer EU-kritischen Regierung in Rom, die eine heikle Haushaltspolitik verfolgt, könnte jedoch den Enthusiasmus der internationalen Käufer dämpfen. Dadurch eröffnet sich für Ruffini eine Möglichkeit, über Moncler hinaus zu wachsen. Der italienische Manager scheint die richtigen Weichen gelegt zu haben: Der Umsatz seiner Marke stieg 2017 um 15 Prozent, derselbe Zuwachs wird auch für 2018 erwartet. Er könnte seine Fähigkeiten dazu einsetzen, sich den Generationenwechsel zu nutzen zu machen und die Verbrauchergewohnheiten zu ändern, die einigen renommierten italienischen Modehäusern zu schaffen machen.

Für diejenigen Investoren, die bei seiner Ankunft bei Moncler im Jahr 2013 Aktien des Unternehmens kauften, verdoppelten sich die Gesamtrenditen, wodurch die Marke besser abschnitt als alle börsennotierten Konkurrenten – mit Ausnahme von Hermès. Unter den Luxushäusern Europas erzielt nur das berühmte französische Handtaschenlabel höhere EBITDA-Margen. Dazu kommt, dass sich Ruffini auch mit M&A auskennt: Im Oktober übernahm sein Unternehmen Archive einen 49-Prozent-Anteil am italienischen Modelabel Attico.

LVMH, Kering und Richemont sind so breit aufgestellt, da der Umfang ihrer Konzerne Skalen- und Diversifizierungsvorteile mit sich bringt. Die Daunenjacken von Moncler sind zwar heute im Trend, doch könnte die Übernahme von Lederwaren- oder Uhrenunternehmen den Konzern vor sich ändernden Modetrends absichern. Wenn es Ruffini gelingt, die traditionellen Rivalitäten zwischen italienischen Luxushäusern zu überwinden und sich mit potenziellen Verkäufern der Nachwuchsgeneration zu einigen, so scheint der Weg zu einer Organisation wie derjenigen von Bernard Arnault offen zu sein.
 

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