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Givenchy kreuzt britische Anarcho-Mode der 90er mit Pariser Eleganz

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 16.01.2019
Lesedauer
access_time 2 Minuten
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Als sich die Zuschauer an einem kühlen Mittwochmorgen im Winter im historischen Gebäude des Hauses Givenchy an der Pariser Avenue George V einfanden, fühlte man sich im besten Sinne des Wortes in die guten alten Tage zurückversetzt. In dieser Saison bevorzugte es die Kreativdirektorin der Marke, Clare Waight Keller, ihre Menswear-Kollektion im kleinen Rahmen zu präsentieren. Sie lud Moderedakteure, Journalisten und Kritiker in kleinen Gruppen ein, um ihnen die kurze Kollektion mit gerade einmal 20 Looks persönlich zu zeigen.



Diese 20 Outfits mit einigen weiblichen Rundungen ergaben jedoch eine eigenständige Kollektion, die die ganze Angebotspalette abdeckte. Kurz gesagt: In dieser Kollektion treffen Waight Kellers Lieblingsära – ihre Clubbing-Zeit in den frühen 90er Jahren – und ihre heutige Expertise als Kreativdesignerin einer der berühmtesten Modehäuser von Paris aufeinander.

Das Ergebnis: Bis ins feinste Detail scharf geschnittene Anzüge mit endlosen und leicht ausgestellten Beinen, aber auch Elemente aus ihren Womenswear-Designs. Wie die stark gerundeten Damenschnitte in dicken Parkas und Puffer-Stil-Details für richtige Dandys. Ihre Liebe für glänzende Nachtstoffe schlug sich in fantastischen Spion-Mänteln aus kobaltblauem Fettleder nieder. Oder auch in einem großartigen, purpurfarbenen Gehrock im New Romantic-Stil, der mit einer konzeptuellen Puffer-Weste kombiniert wurde.

Alles in allem gelang Waight Keller der Griff in die Retro-Schublade, ohne dabei den zeitgenössischen Kern aus den Augen zu verlieren.

"Was ich in meiner Position hier liebe, ist das übergeordnete Gefühl, fest in einem französischen Modehaus in Paris verankert zu sein. Ich glaube an die Pariser Couture, an die Zusammenführung von Menswear und Womenswear. Mir ist bewusst geworden, dass die Quintessenz dieses Hauses, ja, seine Wurzeln, zutiefst pariserisch sind", erklärte die Kreativdesignerin bei einer kurzen Ansprache an unsere Zwölfergruppe, die in der beeindruckenden Beletage eines Haussmann-Gebäudes von einem riesigen halbrunden Sofa aus die Show vor gänzlich weißem Hintergrund beobachtete.



Klare, grafische Silhouetten bei Anzügen und Smokings, Kummerbund-Details mit Sweatshirts, türkisfarbene Rockstar-Anzüge, übergroße Mäntel mit riesigen Knöpfen, poetische weiße Seidenshirts: Feminine und doch kräftig anmutende Menswear, getragen von Models mit zerzaustem Haar.

"Ich glaube an die Schneiderkunst und wenn ich an die frühen 90er-Jahre zurückdenke, stoße ich auf alte maßgeschneiderte Kleider. Davon ausgehend finde ich Inspiration in meiner Womenswear-Arbeit, die ich dann in die Menswear einflechte. Ich mische verschiedene Elemente, um einen einzigartigen Charakter zu erzeugen. Dabei muss alles auf ein sehr hohes Niveau gebracht werden. Die Grundidee war es, Eleganz auszustrahlen, aber so zu tun, als wäre das ganz nebensächlich!", lachte die wohl entspannteste Designerin, der wir seit Urzeiten in Paris begegnet sind.
 

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