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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
26.08.2020
Lesedauer
4 Minuten
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GL Events gönnt sich die Tranoï

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
26.08.2020

Die Tranoï wird von einem Schwergewicht der Veranstaltungsbranche übernommen. Nachdem die Februar-Ausgabe der Veranstaltung durch die Coronavirus-Pandemie in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Herrenmodemesse im Juni abgesagt werden musste, stand die Veranstaltung geschwächt da. Die 1998 eingeführte Messe hatte sich als Mode- und Designertreffen zur Referenzveranstaltung in Paris entwickelt. Zu Beginn des Sommers musste sie unter Insolvenzverwaltung gestellt werden. Am 31. Juli 2020 gab das Pariser Handelsgericht nun grünes Licht für das Übernahmeangebot von GL Events, das die Übernahme der Vermögenswerte der Veranstaltung vorsieht.


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GL Events übernimmt 90 Prozent des Unternehmens, die verbleibenden 10 Prozent bleiben in der Hand des Generaldirektors Boris Provost. Für den Veranstaltungskonzern bietet sich durch die Übernahme die Gelegenheit, das Modeangebot der Tochter GL Events Exhibitions zu stärken. Der französische Konzern aus Lyon, der über 300 Veranstaltungen in aller Welt überblickt, ist auch Hauptaktionär der Première Vision.

"Der Konzern verfügte mit der Première Vision und der Fashion Source-Messe in Shenzhen über zwei Standbeine in der Mode. Nun kommt eine historisch stark aufgestellte dritte Marke hinzu, die das Angebot der Modeabteilung von GL Events abrundet", so Gilles Lasbordes, Generaldirektor der Première Vision. Wir haben denselben Aktionär mit unterschiedlichen Tätigkeiten, doch mit Gemeinsamkeiten hinsichtlich Kreation, Selektivität, Internationalisierung und Kuratierung. Interessant für den Konzern ist es, die vorgelagerte Première Vision zu haben und dann die Tranoï, die stärker nachgelagert ist, ohne direkte Konkurrenz zwischen den beiden Einheiten. Zusammen können wir auf internationaler Ebene ein umfassenderes Verständnis der kreativen Modekette erlangen".

Die Tranoï profitiert so vom internationalen Netzwerk der Première Vision, insbesondere hinsichtlich der Werbung für die Pariser Messen, die auch weiterhin während der Fashion Week-Zeiträume stattfinden.

Für Boris Provost, der 2019 als Generaldirektor und Minderheitsaktionär zur Messe gestoßen ist, um das Veranstaltungsformat zu verjüngen, hat die Covid-19-Krise den aufgegleisten Projekten einen schweren Schlag versetzt. Und angesichts des Wunsches der historischen Aktionäre Armand Hadida und Patrick Lecêtre, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen, stand die Veranstaltung unter Druck und musste neue Finanzpartner finden.

Die Übernahme kommt somit einer Chance gleich. "Für die Tranoï bieten sich alle Vorteile eines Zusammenschlusses mit einem Großkonzern, ohne die Nachteile. Denn wir schließen uns mit einem marktführenden Veranstalter zusammen, der dieselben Werte vertritt, wie wir auch. Heute steht die Tranoï aufgrund der Situation des Modemarkts und der Tatsache, dass sie ein KMU ist, geschwächt da. Der Zusammenschluss mit diesem Konzern ermöglicht uns ein Erstarken, da wir finanziell abgesichert sind, außerdem können wir unsere Reichweite festigen. Wir befinden uns in der Startphase für den digitalen Launch, wobei wir uns auch auf die Erfahrungen der Plattformen der Première Vision stützen können. Es ist eine große Chance, vom Status einer KMU zu demjenigen einer Filiale eines gut aufgestellten Konzerns zu wechseln."

Die Einbindung der Tranoï in die Organisation des Konzerns GL Events wird in den kommenden Wochen vollzogen und die Teams der Tranoï schließen sich daraufhin denjenigen der Première Vision an. Vorerst hält die Tranoï an ihrer Präsenz an den Pariser Modewochen fest und für die kommende Saison werden keine Brücken zwischen den beiden Veranstaltungen geplant.

"In Zukunft wird sich zeigen, welche Formen der Zusammenarbeit möglich sind", so Gilles Lasbordes. "Die aktuelle Herausforderung ist es, die Tranoï zu unterstützen und dann mögliche Synergien zu ermitteln. Die Teams der Première Vision verfügen hinsichtlich des Nachwuchsdesigns nicht über die Kompetenzen der Tranoï-Teams. Unsere Kompetenz fußt auf der Kuratierung eines Stoff- und Lederangebots. In dieser Hinsicht ergänzen wir uns wirklich gut. Der Kern der Besucher der Première Vision besteht aus den Beteiligten der Fashion Week. Die Tranoï ist ein unumgänglicher Akteur der Fashion Week, wir bewegen uns im selben Ökosystem."

Die beiden Messen dürften so an ihrem jeweiligen Veranstaltungsrhythmus festhalten und sich in ihrem Markt behaupten. "Mit den Ressourcen der Première Vision kann sich die Tranoï in spezifischen Aspekten stärken. Doch in der Phase, die vor uns liegt, steht kein Export des Produkts Tranoï an, sondern vielmehr die Stärkung der Veranstaltung mit einer Konsolidierung der internationalen Einkäufer die, so hoffen wir, bald wieder zurückkommen können".

Als Reaktion auf die Bedürfnisse der internationalen Marken und auf die coronabedingten Schwierigkeiten führt Tranoï die digitale Lösung Tranoï Link ein und hält an ihrer Herbstausgabe vom 2. bis 5. Oktober fest. Angesichts der außergewöhnlichen globalen Lage wird es sich zweifellos um eine Übergangsveranstaltung handeln. Fest steht, dass sich sowohl die Tranoï als auch die Première Vision deutlich am Horizont 2021 orientieren.
 

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