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DPA
Veröffentlicht am
03.11.2016
Lesedauer
3 Minuten
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Golfindustrie in der Krise

Von
DPA
Veröffentlicht am
03.11.2016

Mit dem Golf-Markt scheint es sich ein bisschen so zu verhalten wie mit Golf-Star Tiger Woods: Sein Stern sinkt. Der Vielfach-Champion, dem eine Zeitlang alles gelingen wollte, rangiert derzeit weit abgeschlagen auf Platz 831 der Weltrangliste.


Auch im Golfgeschäft selbst sind die Zeiten härter geworden. Seit Jahren gehen die Mitgliederzahlen in den Clubs rund um den Globus zurück. Das führt unweigerlich zu Umwälzungen.
Mit Adidas und Nike kündigten in diesem Jahr die zwei größten Sportartikelhersteller der Welt ihren Rückzug aus der Sparte mit Golfausrüstungen an. Beide Konzerne wollen sich künftig auf die Produktion von Kleidung und Schuhen für den Golfsport beschränken. Die Investitionen hierfür sind deutlich geringer als diejenigen für die Entwicklung neuer Schläger oder Bälle - zumal sie sich immer weniger lohnen, wenn der Markt insgesamt weiter schrumpft.

In der Golf-Nation Nummer eins, den USA, sank die Zahl der aktiven Spieler laut der National Golf Association binnen zehn Jahren um ein Fünftel auf zuletzt 24 Millionen. Ähnlich verhält es sich in den meisten europäischen Ländern. Deutschland steht im Vergleich dazu zwar noch gut da. Nach Angaben des Deutschen Golf-Verbands steigen die Mitgliederzahlen und erreichten im vergangenen Jahr mit knapp 640 200 aktiven Spielern einen neuen Höchstwert. Aber das Wachstum fiel zuletzt immer kleiner aus. 2015 betrug es nur noch 0,2 Prozent.

Besonders schwer wiegt dabei der fehlende Nachwuchs. Für die von der Sportindustrie sonst stets heftig umworbene Zielgruppe der "Millennials" spielt Golf als Freizeitaktivität kaum eine Rolle – zu zeitintensiv, zu wenig hip. Die meisten Golfer sind über 50 Jahre alt.

Der schwindenden Attraktivität des Sports ist es geschuldet, dass Adidas und Nike sich auf lukrativere Sportarten wie Laufen oder Fußball konzentrieren. Der US-Konkurrent Under Armour, der den beiden Großen auch auf anderen Feldern das Leben schwer macht, hat sich von Anfang an beim Thema Golf nur auf Bekleidung und Schuhe eingelassen. Weiterhin Golfausrüstungen bietet hingegen etwa Puma an. Das Unternehmen hatte sich 2010 den Ausrüster Cobra gekauft, weist dessen Umsätze aber nicht gesondert aus.

So verfährt auch Nike. Medienberichten zufolge sorgte aber ein Umsatzminus bei Golf von gut 8 Prozent auf rund 700 Millionen Dollar im vergangenen Geschäftsjahr für schlechte Laune bei Firmenchef Mark Parker. Im Sommer teilte der Konzern aus dem US-Bundesstaat Oregon in knappen Sätzen dann das Ende seiner Ausrüstertätigkeit mit. Die Produktion von Schlägern, Bällen und Taschen wird eingestellt.

Adidas geht einen anderen Weg. Für die Marken Taylormade, Adams und Ashworth suchen die Franken seit Mai einen Käufer. Auf die drei Marken entfällt etwa 60 Prozent des Golf-Umsatzes, der 2015 währungsbereinigt um 13 Prozent auf rund 900 Millionen Euro sank.

"Das Geschäft mit Golfausrüstung ist schwierig. Es braucht jede Menge Einsatz und Fokus, um erfolgreich zu sein", weiß Chip Brewer, Chef des US-Ausrüsters Callaway. Das Unternehmen, das laut eigenen Angaben Marktführer in den USA ist, hat wie fast alle in der Branche schwierige Jahre hinter sich. Nach Umbaumaßnahmen und Stellenstreichungen steigen Umsatz und Gewinn inzwischen wieder.

An eine Übernahme der Adidas-Marken denkt Brewer zwar nicht, wie er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg betonte. Er hoffe aber, durch den Rückzug der Konkurrenten als Sponsor stärker auftrumpfen zu können.
Als Problem für die Branche sieht auch Brewer den fehlenden Nachwuchs. Seine Firma ging daher eine Partnerschaft mit dem Youtube-Kanal Dude Perfect ein, bei dem unter anderem Golftricks gezeigt werden, oder investierte in die Restaurantkette Topgolf. Diese bietet neben Burgern und Musik auch Golf-Spiele an.
 

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