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Golfino meldet Insolvenz an

Veröffentlicht am
18.11.2019
Lesedauer
2 Minuten
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Die Golfino AG beantragt nach gescheiterten Gesprächen mit Banken und Investoren Insolvenz. Die Gesellschaft ist zahlungsunfähig. Der Geschäftsbetrieb soll nicht eingestellt werden.

Golfino beantragt Insolvenz - Golfino


Nachdem Golfino im Geschäftsjahr 2017/18 (01.10.–30.09.) zum zweiten Mal in der 33-jährigen Firmengeschichte Verlust erlitt, erarbeitete das Unternehmen mit einer spezialisierten Restrukturierungsberatung ein umfassendes Turnaround-Konzept, dass sich noch in der Umsetzung befinde, erklärt Golfino.
 
"Zur Kapitalgenerierung wurde ein Investorenprozess eingeleitet, der bis heute noch nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Die Banken der Gesellschaft haben nunmehr entschieden, die Prozesse auf der bisherigen Basis nicht mehr zu unterstützen", so das Unternehmen.

Neben dem Eigenkapital, einer Anleihe in Höhe von 4 Millionen Euro und stillen Beteiligungen von 2,5 Millionen Euro wurde das Unternehmen im Wesentlichen durch einen Konsortialkredit von fünf Kreditinstituten finanziert.
 
Nach Auslaufen des Kredits hatten sich die Banken zunächst bereit erklärt, die Gesellschaft weiter zu begleiten, unter den wesentlichen Voraussetzungen einer gutachterlichen positiven Fortbestehensprognose und eines erfolgreichen Prozesses zur Kapitalgenerierung. "Die negative Entscheidung der Banken steht unter dem Eindruck der Prognose eines weiteren Verlusts im Geschäftsjahr 2018/19 und der schwierigen Entwicklung der Branche", so Golfino.
 
Der Vorstand und Eigentümer bedauere alle negativen Folgen für die Gläubiger der Golfino AG sehr. Der Gang zum Insolvenzgericht sei unausweichlich gewesen.
 
Die Golfino Gruppe weist in den Geschäftsjahren von 2013/14 bis 2016/17 ein konstantes Umsatzniveau i.H. v. rd. 36 Millionen Euro mit EBIT Renditen von über 5 Prozent. Operative Krisenauslöser seien Umsatz- und Rohertragsrückgänge aus Einmaleffekten gewesen. Außerdem belasteten nicht operative Einmaleffekte das Geschäft.
 
Der Vorstand des Unternehmens sehe aber gute Chancen für eine Fortführung der Geschäfte. Die Marke Golfino habe international einen guten Ruf, eine hervorragende Produktqualität und zeichne sich seit Jahren durch einen immer wieder aufgefrischten Stil sportlicher Eleganz aus. Der E-Commerce wachse auf der Grundlage eines Relaunchs im letzten Jahr weit über der durchschnittlichen Marktentwicklung.
 
Der Bereich Wholesale hingegen entwickele sich weiterhin unter Plan. Die Kosten und Liquiditätssteuerung der Gesellschaft seien dank eines stringenten Sparprogramms im Geschäftsplan. Die Gesellschaft erzielte nach der vorläufigen Auswertung im Geschäftsjahr 2018/2019 Umsatzerlöse in Höhe von ca. 31 Millionen Euro.
 
Zum Konzern gehören neben der Mutter Golfino AG noch fünf 100 prozentige Tochtergesellschaften. Bei der AG sind 208 Mitarbeiter angestellt, bei den Tochtergesellschaften weitere 60.

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