Gucci: Ermittlung wegen Steuerhinterziehung führt voraussichtlich zu Verfahrenseröffnung

In Mailand schließt die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchung gegen das Luxuslabel Gucci wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung in Höhe von EUR 1 Milliarde ab. Somit sei der Weg für eine formelle Anklage offen, so eine Quelle.


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Gucci – Frühjahr/Sommer 2019 - Paris - © PixelFormula

Sollten sich die Parteien in den kommenden 20 Tagen nicht außergerichtlich einigen können und sofern in dieser Frist keine neuen Beweise auftauchen, wird der Fall an das Gericht überstellt.

Die Staatsanwaltschaft hat die Kering-Tochter Gucci im Verdacht, Steuern auf in Italien erzielte Umsätze in einem Land mit einem vorteilhafteren Steuersystem bezahlt zu haben. Gucci soll den italienischen Steuerbehörden so für Einnahmen in den Jahren 2010 bis 2016 Steuern in Höhe von rund EUR 1 Milliarde schulden.

Für die Staatsanwaltschaft steht fest, dass die über Luxury Goods International (LGI) abgewickelten Einkommen in Italien und nicht in der Schweiz versteuert werden müssen. Das Unternehmen LGI mit Sitz in der Schweiz verwaltet die Vertriebs- und Logistikplattform der meisten Luxusmarken von Kering.

Gucci-Chef Marco Bizzarri und der frühere CEO Patrizio Di Marco stehen bei der Untersuchung im Visier, so die Quelle. Die Anwälte der beiden Manager konnten für einen Kommentar nicht erreicht werden.

Der Mutterkonzern Kering erklärte, er sei "sicher, dass das Betriebsmodell richtig und transparent ist" und er arbeite "aktiv mit den zuständigen Behörden zusammen".
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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