H&M Beauty will mit Parfüms hoch hinaus

Rue Crémieux, Above the Clouds, T-Shirt und Santalum. So heißen die erfolgreichsten der 25 Düfte von H&M, die seit der Einführung der Parfümsparte am 16. August auf den Markt gekommen sind. Denn für seine ersten Schritte im Duftgeschäft dachte das Unternehmen in großen Maßstäben. Für die Konzeption der drei Parfümlinien arbeitet der schwedische Moderiese mit zwei Parfümeuren von Givaudan: Das Nachwuchstalent Nisrine Grillié und Olivier Pescheux, Schöpfer des Parfüms 34 boulevard St-Germain von Diptyque. "Wir haben eng mit Sarah Wallander zusammengearbeitet (Anm. d. Red.: Verantwortliche für das Designkonzept von H&M Beauty) und trotz der Größe des Unternehmens gestaltete sich der Austausch unkompliziert und schnell. Für den Launch der 25 Düfte brauchten wir so nur ein Jahr, wo für manche Parfüms zwei bis drei Jahre beansprucht werden", erklärt Nisrine Grillié.


Einige Parfüms von H&M - DR

Die anfängliche Aufgabenstellung war ganz einfach: Die Schaffung einer breiten Parfümpalette, um alle H&M-Kunden mit neuen, originellen Düften zu überzeugen. Die Kollektion ist somit in drei Duftfamilien unterteilt: "Singles", eine Linie von zehn Düften, die um eine einzige Note herum aufgebaut sind, wie Vanille, Schokolade oder gar der Duft sauberer Kleider ("T-Shirt") (4,99 Euro). "Rêveries", erhältlich als Eau de Toilette (à 14,99 Euro) und Mist, und schließlich die Premium-Linie "Essences", die um eine Hauptnote wie Sandelholz, Patchouli oder Rose kreiert wurde und entweder als Eau de Parfum (à 24,99 Euro) oder Parfümöl im Roll-on-Format erhältlich ist. Die Produktlinien Singles und Rêveries sind in allen H&M-Stores, die das H&M Beauty-Sortiment anbieten, erhältlich, das sind ca. 2000 Läden weltweit. Die Kategorie "Essences" wird jedoch nur in rund 200 ausgewählten Stores vertrieben, so unter anderem im Pariser Flagship-Store an der Rue La Fayette.

Die Kreation der Parfümlinien von H&M wird von A bis Z vom Parfüm- und Makeup-Experten Maesa überblickt. Das Unternehmen produziert Beautykonzepte für Konzerne, so unter anderem Parfüms für Bershka und Stradivarius. Maesa erklärte, dass der Parfümeriemarkt zwar stagniert, die Retailer in der Mode- und Dekorationsbranche hingegen ein sehr großes Wachstumspotenzial bieten. So begeben sich die Kunden weniger oft in Parfümerien – 2017 ging die Besucherfrequenz um 3 Prozent und der Umsatz um 1 Prozent zurück (Quelle: NPD Group). In diesem Bereich eröffnen sich für Fast-Fashion-Marken neue Chancen mit Produkten aus Nischenparfümerien. Denn auch wenn außergewöhnliche Parfüms gegenwertig nur 2 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, liegt ihr Umsatzwachstum bereits im zweistelligen Bereich.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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