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Von
Reuters
Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
08.04.2020
Lesedauer
3 Minuten
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H&M in Gesprächen zur Unterstützung von Arbeitnehmern in Bangladesch

Von
Reuters
Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
08.04.2020

Der schwedische Modehändler teilte am Dienstag mit, dass er mit anderen Unternehmen zusammenarbeite, um Beschäftigte in der Textilindustrie in Bangladesch zu unterstützen, wo mehr als 2 Millionen Menschen von Fabrikschließungen betroffen sind.

DR


Millionen von Menschen im verarmten Bangladesch sind auf die Bekleidungsindustrie angewiesen, um ihre Familien zu ernähren. Die Stornierung von Aufträgen im Wert von schätzungsweise 3 Milliarden Dollar trifft sie daher besonders hart.

Gewerkschaftsführer sagten, dass die meisten der Arbeiterinnen und Arbeiter, mit denen sie gesprochen hatten, vorübergehend entlassen oder in bezahlten Urlaub geschickt worden seien, obwohl noch keine offiziellen Zahlen vorliegen.

H&M, der größte Einkäufer von Bekleidung aus Bangladesch, kündigte an, das Unternehmen befinde sich in Gesprächen, um eine Lösung zu finden. Zuvor hatte der Rivale Primark versprochen, die von seiner Auftragsstornierung betroffenen Beschäftigten weiterhin zu bezahlen.

"Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass die Zulieferer und ihre Angestellten in dieser Situation äußerst betroffen sind", teilte das Unternehmen der Thomson Reuters Foundation per E-Mail mit.

"Wir untersuchen in diesem Fall intensiv, wie wir Länder, Vereine und Einzelpersonen aus gesundheitlicher und finanzieller Sicht unterstützen können".

Bangladesch ist einer der weltweit führenden Lieferanten von Bekleidung für westliche Länder, mit etwa 4.000 Fabriken, in denen etwa 4 Millionen Menschen, hauptsächlich Frauen, beschäftigt sind.

Angesichts der durch die Corona-Krise bedingten Schwierigkeiten der westlichen Wirtschaft und der Schließung von Einzelhändlern in vielen Ländern haben die Marken begonnen, Bestellungen zu stornieren, obwohl einige – darunter auch H&M – zugesagt haben, bereits hergestellte oder in Produktion befindliche Kleidungsstücke abzunehmen.

Rubana Huq, die Präsidentin der Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association, lobte H&M dafür, dass es zu seinen Lieferanten steht, und forderte andere auf, diesem Beispiel zu folgen.

"Einige wenige (Marken) haben sich bereit erklärt, sowohl fertige Waren als auch laufende Bestellungen zu akzeptieren, aber wir haben noch keine akzeptablen Bedingungen für die Freigabe solcher Aufträge", sagte Huq.

"Mit Ausnahme einiger weniger haben die meisten Marken ihre Bestellungen storniert und sich von den Verträgen, die sie mit den Lieferanten abgeschlossen haben, distanziert.”

Das Ministerium für Arbeit und Beschäftigung in Bangladesch hat die Eigentümer von Bekleidungsfabriken aufgefordert, die Beschäftigten nicht zu entlassen. Doch infolge der Auftragsstornierungen und der verordneten Schließung bis Mitte April durch die Regierung, mussten die meisten Betriebe stillgelegt werden.

Obwohl es in Bangladesch bisher weniger als 200 bestätigte Corona-Fälle gibt, besteht die Befürchtung, dass sich das Coronavirus schnell in dem dicht besiedelten Land ausbreiten könnte, dessen schwaches Gesundheitssystem schnell überfordert zu werden droht.

Aber auch die Auswirkungen auf die Wirtschaft geben Anlass zur Sorge in einem Land, in dem viele von der Hand in den Mund leben und sowohl Gewerkschaften als auch Menschenrechtsgruppen große westliche Käufer um finanzielle Unterstützung gebeten haben.

Am Dienstag erklärte beispielsweise der britische Einzelhändler Tesco, dass seine Bestellungen weitergehen würden. "Wir werden weiterhin von unseren Lieferanten zu ihren derzeitigen Lieferbedingungen beziehen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Arbeitnehmer fair behandelt werden", hieß es in einer Erklärung.

Das dänische Unternehmen Bestseller, das u.a. die Modemarke Jack & Jones vertreibt, bestätigte ebenfalls, dass es die Lieferung bereits hergestellter und in Produktion befindlicher Kleidungsstücke entgegennehmen werde.

Die IndustriAll Global Union erklärte zudem letzte Woche, dass sie mit großen westlichen Einkäufern zusammenarbeite, um die Bekleidungsarbeiterinnen und -arbeiter in Bangladesch finanziell zu unterstützen.

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