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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
04.04.2019
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3 Minuten
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H&M unterstützt mit Global Change Awards fünf neue Start-ups

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
04.04.2019

Im Rathaus von Stockholm feierte die H&M Foundation am 3. April innovative Ansätze in der Modebranche. Die Veranstaltung legte den Fokus bewusst auf Umweltverantwortung – ein Steckenpferd der Kommunikation von H&M.


Vertreter der fünf prämierten Projekte - FNW: OG


Blockchain, künstliche Intelligenz, 3D-Druck, neue umweltbewusste Materialien, Internet der Dinge, … Die Welt der Mode befindet sich am Anfang eines tiefgreifenden Wandels. Forschung und neue Technologien eröffnen ungeahnte Möglichkeiten. Viele junge Unternehmen füllen diese Breschen mit neuen Ansätzen, Materialien und Geschäftsmodellen.

Seit vier Jahren zeichnet der Fast Fashion-Riese H&M über seine von Diana Amini geführte Stiftung Start-ups für innovative Ansätze aus, die die Modebranche umweltfreundlicher gestalten. Am 3. April wurden die diesjährigen Gewinner der "Global Change Awards" gekürt. Aus den rund 6000 eingereichten Projekten wurden fünf ausgewählt, die sich das von H&M bereitgestellte Preisgeld in Höhe einer Million Euro teilen.

Das Loop Scoop-Projekt des deutschen Start-ups circular.fashion wurde mit EUR 300.000 belohnt. Das Projekt leitet Designern Informationen über die verwendeten Materialien, über die besten Schnitte und Verfahren für eine optimale Konzeption und über das Ende der Lebensdauer und die Wiederverwertungsmöglichkeiten eines Produkts. "Zurzeit sind wir zehn leidenschaftliche Mitarbeitende. Mit dem Preisgeld können wir mit unserer Software eine Kollektion erstellen", so Ina Budde. "Die zweite große Herausforderung ist es, dass wir ein unabhängiges Design-Tool haben. Wir müssen eine Schnittstelle zu den Systemen der Marken herstellen, damit eine Integration in diese Systeme möglich ist".

Das Schweizer Team von Dimpora erhält EUR 250.000 für seine undurchlässige, biologisch abbaubare Membran aus Mineralien. Das Produkt soll die gegenwärtig im Outdoorsport verwendeten Materialien ersetzen. Ziel ist es, die zentralen Akteure der Branche zu überzeugen. "Mit dem Preis können wir mehr Tests entwickeln und das Team erweitern", so Mario Stucki. "Wir bringen ein anderes, besseres Material, aber wir müssen sie davon überzeugen, dass wir die Kapazitäten haben, ihre Erwartungen zu erfüllen".

Das vom kenianischen Team von Green Nettle Textile gelaunchte Brennnessel-Farm-Projekt erhält ein Preisgeld von EUR 150.000. Brennnesseln können auch auf schwierigen Böden angebaut werden und zu einem umweltfreundlichen Material verarbeitet werden, ähnlich wie Leinen. Das Team betont, dass die Überreste aus dem Herstellungsprozess zur Produktion von Papier oder Farbstoffen verwendet werden können. "In Afrika müssen wir die Anbaugebiete für Nahrungsmittel nutzen, deshalb war die Frage, wie wir andere Böden nutzen konnten", erklärt Jonah Mwangi. "Das Preisgeld ermöglicht es uns, Maschinen zu kaufen und in das erforderliche Personal zur Bedienung dieser Maschinen zu investieren".

Ebenfalls EUR 150.000 erhält das britische Projekt Petit Pli, das einen erstaunlichen neuen Ansatz verfolgt. Zentrales Anliegen der Projektträger war es, die Anzahl Kleider, die ein Kleinkind in den ersten drei Lebensjahren benötigt, zu reduzieren. "Unsere Herausforderung ist es, die Gewohnheiten der Menschen zu ändern, damit sie nicht mehr so viele Kleider für Neugeborene kaufen. Wir entwickeln die Techniken", betont Ryan Mario Yasin. Die patentierte Projektidee ist es, grafische Kleidungsstücke anzubieten, die sich über ein ausgeklügeltes Faltensystem der Größe der Kinder anpassen.

Auch das Team von Le Qara aus Peru wurde für seine biotechnologische Lederalternative mit einem Preis von EUR 150.000 ausgezeichnet. Das Unternehmen nutzt die Eigenschaften von Früchten und Blumen, um im Labor aus Mikroorganismen einen Stoff zu bilden, der sich wie Leder anfühlt und auch so aussieht. Die entwickelten Lösungen werden den Bedürfnissen der Branche gerecht. "Mit dieser Finanzierung werden wir Samples herstellen können. Wir haben den Prototyp beendet, nun müssen wir aus dem Labor-Format herauswachsen, und Collaborations mit Marken entwickeln", freut sich ein Vertreter der Teams.

Über diese finanzielle Starthilfe hinaus wird der H&M-Preis in diesem Jahr mit einem Crowdfunding-System für die Projekte ergänzt. Die fünf Preisträger werden zudem ein Jahr lang von H&M begleitet. Sie können nach New York und nach Hongkong reisen, um die Erwartungen der Märkte vor Ort zu entdecken. Außerdem werden Treffen mit Experten organisiert, unter anderem vom Sponsor Accenture. Eine wertvolle Unterstützung als Starthilfe für diese jungen Start-ups.
 

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