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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
04.07.2021
Lesedauer
6 Minuten
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Haute Couture: Paris erwartet eine ereignisreiche Woche mit Debüts, Installationen, Festlichkeiten und acht Live-Schauen

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
04.07.2021

Fashionistas sagen seit über zehn Jahren den Tod der Haute Couture voraus, aber wenn die Pariser Haute-Couture-Saison am Montag beginnt, wird sie mehr Live-Schauen auf dem Laufsteg bieten als jede andere Modesaison in diesem Jahr.


Schiaparelli - Frühjahr/Sommer 2021 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula


"Wie alle anderen bin ich erfreut, dass es wieder eine beträchtliche Anzahl von physischen Modeschauen gibt. Die renommiertesten Marken verblüffen mich immer wieder durch die Stärken jedes einzelnen Aspekts ihrer Shows: die Kreativität der Stücke, das Know-how der Ateliers, die Locations, die Models und die Casting-Auswahl... Aber auch die Ankunft neuer Designer, die ihr Talent und ihre Träume zum Ausdruck bringen wollen und die keine Grenzen kennen: Sie erforschen neue Territorien in Bezug auf nachhaltige Entwicklung, die Kreislaufwirtschaft oder die Digitalisierung", so Ralph Toledano, Vorsitzender der Fédération de la Haute Couture et de la Mode. Der Verband trat die Nachfolge der 1868 gegründeten Chambre Syndicale de la Haute Couture an und kontrolliert bis heute alle Modenschauen in Paris.

Die offizielle Saison beginnt am Montag mit Schiaparell. Das Haus wurde von der gebürtigen Römerin Elsa Schiaparelli gegründet und steht heute unter der kreativen Leitung des Amerikaners Daniel Roseberry. Für die am meisten erwartete Show der Saison wird allerdings Balenciaga sorgen. Das von dem Spanier Cristobal Balenciaga gegründete Haus kehrt nach einer Pause von über einem halben Jahrhundert zur Couture zurück.

Balenciaga, dessen in Georgien geborener Designer Demna Gvasalia sich entschieden hat, die Rückkehr in der historischen Adresse des Hauses in der 10 Avenue George V zu inszenieren, wird eine von acht Marken sein, die Live-Shows vor Publikum abhalten werden. Unter den anderen sieben ist Christian Dior, das eine riesige Kulisse im Inneren des Rodin-Museums von einem noch ungenannten Künstler aufbauen und für mehrere Wochen zur öffentlichen Besichtigung zugänglich machen wird. Die letzte Kulisse von Judy Chicago vor 18 Monaten wurde von über 10.000 Menschen besucht.

Die Rückkehr historischer Häuser wie Balenciaga zur Couture und die Ankunft neuer Talente unterstreicht die Bedeutung der Couture für Paris und ganz Frankreich. Toledano sieht dafür drei Hauptgründe.

"Paris ist die unbestrittene Welthauptstadt der Mode. Die Haute Couture ist die markante Säule der französischen Mode, ein wichtiges französisches Kulturerbe und extrem wichtig für die Modewelt. Erstens, weil sie das bestmögliche Labor für Kreativität darstellt, in dem Designer ihre Träume und Fantasien ungefiltert ausdrücken können. Sie ist auch ein Feld für neue Technologien, die im Einklang mit Handarbeit funktionieren. Die Haute Couture bereichert das gesamte Modesystem", argumentiert Toledano.

Zweitens stellt die Couture den höchsten Grad an Exzellenz für das Savoir-faire und die Handwerkskunst eines Ateliers jeglicher Art dar – von Stickereien und Federn bis hin zu Hüten und Schmuck. Und schließlich ist sie ein einzigartiges Vehikel in Bezug auf Markenbekanntheit und Image.

"Kurzum, Couture steht für Einzigartigkeit und Raffinesse in höchstem Maße", betont Toledano.

Am Eröffnungstag gibt es außerdem eine Life-Show von Azzaro unter der Leitung von Olivier Theyskens zu sehen, einem der großen modernistischen Gothic-Designer der Modebranche.
 
Der Dienstag beginnt mit einem Doppel-Event von Chanel. Die Designerin Virginie Viard bringt das Haus ins Palais Galliera, in dem derzeit eine bemerkenswerte Ausstellung über Coco Chanel zu sehen ist. Der Höhepunkt des Tages ist die Präsentation des 87-jährigen italienischen Meisters Giorgio Armani in dem, was viele für die schönste Botschaft von Paris halten, dem Hotel de Boisgelin, das für seine Trompe-l'œil- und vergoldeten Freskendecken berühmt ist.
 
Neben der eigentlichen Couture versuchen viele Marken, mit Shows und Events auf die Saison aufzuspringen. Das Fashion-Spektakel begann am Sonntagnachmittag mit einer Off-White Prêt-à-porter-Show in einem Pariser Lycée um 17 Uhr und dem in vielerlei Hinsicht größten Debüt von allen – Pieter Muliers erste Kollektion für Azzedine Alaia im historischen Gebäude der Marke im Marais.
 
Ein weiteres wichtiges Couture-Debüt wird es bei Jean-Paul Gaultier geben. Nach dem Rücktritt von Jean-Paul Gaultier beschloss das Haus, in jeder Saison einen unabhängigen Designer einzuladen, um eine Couture-Kollektion zu entwerfen. Den Auftakt macht am Mittwochabend die erste Kollektion der großen japanischen Designerin Chitose Abe von Sacai, die in Gaultiers Hauptsitz im 3. Arrondissement vorgestellt wird.


Balenciaga - Frühjahr/Sommer 2021 - Womenswear - Paris - © PixelFormula



Ein Beweis für die globale Anziehungskraft der Couture sind die beiden anderen unabhängigen Couturiers, die Live-Schauen veranstalten werden – Zuhair Murad aus dem Libanon und Vaishali S aus Indien.
 
Insgesamt werden an den vier Showtagen stolze 33 Marken zu sehen sein, die meisten davon mit Show-Videos und über die Hälfte mit Präsentationen nach vorheriger Anmeldung. Besondere Aufmerksamkeit dürfte auch Charles de Vilmorin zuteil werden, das französische Wunderkind und Yves Saint Laurent-Doppelgänger, der am Mittwochabend ein Couture-Video präsentieren wird.
 
Im letzten Vierteljahrhundert hat die Fédération neue Namen auf dem Couture-Kalender aktiv unterstützt und gefördert. Dies wurde durch das Auftauchen einer neuen Generation von Kunden begünstigt, bemerkt Toledano, der auf den Einfluss der Geopolitik hinweist: eine liberalere Wirtschaftspolitik, der Fall der Berliner Mauer und das fantastische Wachstum des asiatisch-pazifischen Raums – vor allem China.

Bereits 1996 schuf der Verband eine neue Kategorie für nicht in Frankreich ansässige Häuser, genannt "Corresponding Member", die Couture außerhalb Frankreichs kreieren, aber in Paris zeigen wollen. Eine zweite Kategorie, "Guest Participant", wurde 1997 eingeführt. Allerdings müssen alle Anwärter zunächst von einem Haute-Couture-Komitee streng geprüft werden.

Die Abteilung "Emerging Brands" des Verbandes fördert seit langem junge Talente mit einer umfassenden Management-Ausbildung durch das Institut Français de la Mode. Während der Pandemie richtete der Verband zudem einen speziellen Modefonds ein, um aufstrebende Marken finanziell zu unterstützen.


Zuhair Murad - Frühjahr/Sommer 2019 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula



Aufgrund der strengen Hygienevorschriften werden nur wenige Redakteure und Einkäufer aus Großbritannien erwartet. Französische Pressesprecher haben FashionNetwork.com jedoch verraten, dass sie Anfragen von vielen wichtigen New Yorker Redakteuren erhalten haben, darunter Anna Wintour, Vanessa Friedman von der New York Times und Samira Nasr, die im Juni letzten Jahres, zum schlimmsten Zeitpunkt der Pandemie, zur Chefredakteurin der US-Ausgabe von Harper's Bazaar ernannt wurde.
 
Die Harper's Bazaar-Chefredakteurinnen aus Russland und Deutschland, Dasha Veledeeva und Kerstin Schneider, werden ebenfalls anwesend sein.
 
Außerdem wird vermutet, dass die paar Tausend Milliardärsgattinnen und Prinzessinnen aus der Golfregion, die es sich tatsächlich leisten können, diese Luxuskleider zu kaufen, in Privatjets zur Saison anreisen werden. Neben den eigentlichen Kleidern können sie vielleicht auch eine Einladung zur Parfümparty von Louis Vuitton ergattern, die am Montag in der Kunststiftung des Hauses im Bois de Boulogne stattfindet, oder am Launch eines neuen unabhängigen Modemagazins der energischen französischen Fashionista, La Revue de Vertbois, teilnehmen.

Dennoch hat der Verband seine eigene Plattform radikal überarbeitet, sodass alle Pariser Couture-Schauen per Live-Stream an ein globales Publikum übertragen werden. Verstärkt wird das Ganze durch globale Partnerschaften mit Canal+, YouTube und Tencent. Kurz gesagt, die Handwerkskunst und Kreativität der Couture wurde selten so kraftvoll in Szene gesetzt wie heute. Kein Wunder, dass Paris diese seltene und einzigartige Tradition liebt.

"Die allgegenwärtige Digitalisierung erzeugt auch das Bedürfnis, zu diesem alten Métier zurückzukehren. Je mehr wir in einer virtuellen Welt leben werden, desto mehr wird die Haute Couture und generell das Kunsthandwerk die Menschen wie ein Magnet anziehen", stellt Toledano abschließend fest.

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