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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
09.07.2021
Lesedauer
5 Minuten
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Haute Couture Paris: Maison Margiela Artisanal, Elie Saab und Julie de Libran

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
09.07.2021

Die ganze Welt ist eine Bühne, und selten so international wie während der Pariser Haute Couture-Saison. Hier designt ein Designer aus Gibraltar für ein belgisches Modehaus, ein phönizischer Meister gestaltet blumige Fantasien in Beirut und eine junge Mode-Patin betreut junge Studierende und lässt sie an einer offiziellen Kollektion für den Pariser Modekalender arbeiten. Drei sehr unterschiedliche Designer, deren Schauen auf den Champs-Elysées, in St. Germain und in Beirut entstanden sind.

In anderen Worten: Ein Tag mit John Galliano für Maison Margiela Artisanal, Elie Saab und Julie de Libran.

Maison Margiela Artisanal: Daphne du Mauriers dekonstruierte Jungfrauen 

 


Stellenweise fühlte sich die Show mehr nach Daphne du Maurier als nach Maison Margiela Artisanal an: Die jüngste Kollektion von John Galliano wurde in Videoform in einem Kino an der Avenue des Champs-Elysées gezeigt.

Galliano sparte nicht bei der Produktion und stellte als Video-Regisseur Olivier Dahan an. Dieser inszenierte das wohl längste Kollektionsvideo in der Geschichte der Branche. Dahan, der für die Regie von La Vie en Rose und Grace of Monaco verantwortlich zeichnete, gestaltete ein zweifellos schönes Video mit dem Titel A Folk Horror Tale.

Dunkles Garn um ein Dörfchen auf einer Anhöhe, die zum Meer hin abfällt, mit zahlreichen wunderschönen, dünnen Fischern und Fischerinnen am Ufer. Wie eine dekonstruierte Rebecca  in Frenchman’s Creek.

Der eigentliche Film – der 70 Minuten andauerte und ganz ohne Dialoge auskam – begann mit Gallianos Erklärungen zu seinen Ideen und Techniken. Begleitet wurden diese Erklärungen von mehreren Standbildern, in denen er Stoffe drapiert, editiert und mit seinen Teammitgliedern im Margiela-Atelier im 19. Arrondissement von Paris arbeitete.

Für seine großartigsten Ideen inspirierte er sich ab Bilder von Keramiken aus Delft, und gestaltete atmosphärische Patchwork-Stoffe. Der in Gibraltar geborene Couturier legte den Fokus aber auch auf Upcycling, besonders von Denimstoffen – Er zerriss und zerfetzte und riss Taschen ab und warf das Ergebnis in riesige Färbemaschinen. Die Stoffe wurden anschließen in dramatische Outfits eingeflochten – große Roben, kokette Kleider und gefütterte Jacken. Die Models sahen aus, als wären sie vielgesehene Gäste in zahlreichen Kneipen.


Maison Margiela Artisanal 2021 - Photo: Courtesy of Maison Margiela - Foto: Cortesia da Maison Margiela


Seine brillanteste Schöpfung war ein einfaches Etuikleid aus Glassplittern, mit so vielen Lücken und Spitzen, dass es aussah wie gefährlicher Seetang.

Nachdem der Protagonist – ein Schiffsjunge – durch den Dunstschleier eine Piraten-Gallone aufspürte, entdeckte er eine passende Glaskrone, die er aus unersichtlichen Gründen zunächst zurückhaltend aufsetzte, bevor er sie vergrub. Anderen Models wuchsen ganze Bäume aus dem Mund, und andere gerieten in Panik, als ganze Wände sich in blubberndes Blut verwandelten.

Zum Finale – eine Druidenorgie – beobachten die Einheimischen ihren Anführer, wie er auf einem brennenden Scheiterhaufen ins Meer glitt.

Erfinderisch und provokativ wie alle Kollektionen von Galliano, aber auch überlang, anspruchsvoll und nicht halb so gut wie ein Du Maurier-Roman oder -Verfilmung.

Elie Saab: Aufkeimende Hoffnung aus Beirut


 


Hoffnung besteht immer, auch in den dunkelsten Momenten – das ist die Botschaft der diesjährigen Elie Saab-Kollektion für den Herbst.

Während der Pandemie arbeitete der Designer hauptsächlich in seinem Heimatland Libanon, inmitten einer der schwierigsten Phasen der Stadt, und schuf Schönheit, wo das Herz der Hauptstadt durch die riesige Explosion vor 10 Monaten in Trümmern lag.

Deshalb nannte Saab die Kollektion "Buds of Hope" – Aufkeimende Hoffnung. Das in einem Atelier gedrehte Video eröffnete vor einem Fantasiehintergrund mit Tribünenzäunen, hinter denen die großen Models in festlichen, rückenfreien Blumenkleidern lachten und schwatzten.

Dann wechselte die Handlung zu einem Säulengang im Tageslicht, um die himmlischen Stickereien besser zur Geltung zu bringen. Eine Glanzleistung des von Elie selbst ausgewählten Couture-Teams.

“Wir warten alle darauf, dass in unserer Welt wieder Frühling herrscht. Deshalb hat es so viele Blüten und Blumen", erklärte Elie in einer Zoom-Konferenz aus seinem Studio.

Auch schmale, elfenbeinfarbene Kreppkleider wurden mit Chiffon-Pfingstrosen, Stoffrosen und Tüllblüten abgerundet, für ein besonders gelungenes Ergebnis. "Ich wollte einen gewissen Sinn für Volumen, deshalb wurden Federn wie Rosenblüten behandelt und dann behutsam bestickt", ergänzte Saab
.


Elie Saab - Haute Couture Herbst/Winter 2021-2022 - Photo: Courtesy of Elie Saab - Foto: Cortesia de Elie Saab


Der phönizische Couturier entwarf mehrere Krinolinen mit leichten inneren Reifen, um seiner Vision besser Gestalt zu verleihen. Auch das Video unter der Regie von Felipe Sanguinetti war sehr poetisch.

Alles moderner Mode-Klassizismus, Kleider die nach einem bedeutenden Anlass verlangen – eine noble Hochzeit, ein vergoldeter Ball oder ein roter Teppich bei einer Preisverleihung. Den Höhepunkt bildete ein mit Kristallen überzogenes lindgrünes Hochzeitskleid, das nur so nach Prinzessin schrie.

Alles im klaren Gegensatz zu den schwierigen Zeiten, die der Libanon gegenwärtig durchläuft. "Es war politisch und finanziell sehr schwierig hier in Beirut. Aber wir müssen die Stadt wieder aufbauen und das werden wir auch tun", erklärte der stolze Libanese.

Wie viele internationale Designer bezweifelt Saab, dass er im Oktober seine Ready-to-Wear-Kollektion nach Paris bringen kann, wo er üblicherweise defiliert. "Paris fehlt mir beaucoup. Das Herz schmerzt", seufzte er. "Ich wollte nach Paris kommen, aber ich warte lieber bis im Januar. Mit der Delta-Variante könnte alles ziemlich schnell wieder gefährlich werden".

Julie de Libran: Von Patinnen und Großmüttern




 


Es ist schön zu sehen, dass eine begabte Designerin der Gemeinschaft zurückgibt. Im vorliegenden Fall handelt es sich um Julie de Libran, Fashion Design-Patin an der Designschule Istituto Marangoni in Paris.
In Zusammenarbeit mit ihren Sprösslingen upcycelte und überarbeitete De Libran mehrere bestehende Ideen und Looks von ihrer unabhängigen Debüt-Kollektion. Es entstand eine bezaubernde Kollektion, die in den Gärten ihrer Wohnung in Saint Germain enthüllt wurde.

Die Models marschierten an Julie vorbei, die ein schwarzes Kreppkleid zur Schau trug. Es handelt sich um einen Look aus ihrer Debüt-Kollektion. Im Atelier überarbeiteten die Studierenden den Entwurf und versahen ihn mit einem mehrschichtigen Kragen.

“Ich wollte, dass sie die Disziplin und Schönheit der Arbeit in der Haute Couture kennenlernten. In dieser Saison geht es um die Zelebrierung des Know-hows, mit dem wir in Paris zu unserem großen Glück arbeiten können. Aber auch das Wissen, das mir meine Großmutter weitergegeben hat", erklärte De Libran.


Julie de Libran - Haute Couture Herbst/Winter 2021-2022 - Photo: Courtesy of Julie de Libran - Foto: Cortesia de Julie de Libran


Die erfahrene Designerin begab sich in den Norden von Paris zum neuen Shangri La für Couture-Spezialisten. Im 19 M genannten Kreativhub sind über ein Dutzend Kunsthandwerk-Unternehmen der Chanel-Gruppe angesiedelt. Sie stellen ihre fachliche Kompetenz sowohl in den Dienst unabhängiger Designer als auch von wichtigen globalen Marken.

Wie die wundervolle Seidenspitze aus der Garderobe von Julies Großmutter, die in Zeitungspapier eingewickelt seit 1964 aufbewahrt wurde. Julie schnitt sie neu zu, verschönerte sie und ließ sie in ein wundervolles Abendkleid einfließen. Diese Arbeit wurde vom Couture-Atelier Paloma in 19M ausgeführt. Aber auch eine ziemlich fantastische beigefarbene Seidentunika wurde von einer weiteren 19M-Marke – Maison Lesage – mit goldener Spitze und Pailletten besetzt.

"Ich wohne quasi in 19M", gestand De Libran. Und natürlich auch in Marangoni.

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