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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
07.07.2021
Lesedauer
5 Minuten
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Haute Couture Paris, Tag 2: Alexandre Vauthier, Ronald van der Kemp und Viktor & Rolf

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
07.07.2021

Die Pariser Haute Couture dreht sich nicht nur um riesige globale Marken, die die reichsten Frauen der Welt einkleiden. Sie bietet auch eine Bühne für hemmungslose Experimente und modische Ironie, wie die drei Kollektionen von Alexandre Vauthier, Viktor & Rolf und Ronald van der Kemp zeigten, die am Dienstag enthüllt wurden.
 

Alexandre Vauthier: Die Geschichte zweier Städte


 
“Ein bisschen Dunkelheit widerspiegelt diesen Zeitraum, finden Sie nicht?", bemerkte der Pariser Couturier Alexandre Vauthier, der seine ganze Kollektion nach London verfrachtete, damit sie von Alasdair McLellan abgelichtet werden konnte. Der Fotograf aus dem Osten Londons arbeitete sowohl am Look Book als auch an Vauthiers energischem Video zur Show, in dem britischer Schneid auf französischen Glamour traf.


Alexandre Vauthier Haute Couture Herbst/Winter 2021 - Alexandre Vauthier

 
Letztendlich war fast die gesamte Herbst-/Winterkollektion 2021 ganz in Schwarz gehalten, mit einer Portion Glaskristall und Silber. Das ist seine Reaktion auf den düsteren Sommer einer nicht enden wollenden Pandemie.

Dunkel und doch verwegen, und gar dämonisch, von der majestätischen Lederjacke in Orchideenform bis hin zum tief ausgeschnittenen schwarzen Jerseykleid aus Kreppgewebe für Filmdiven.

Und ganz eindeutig Couture-Material mit dem kunsthandwerklichen Einsatz, den dies bedingt. Wie die fantastischen Handschuhleder-Leoparden-Jacken, die durch brillant ausgeführte Stickereien von Lesage mit kleinen Kristalltropfen geziert wurden. Oder auch das Negligé-Kleid mit Stalaktiten und Scherben aus Kristall – auch dies eine vorzügliche Arbeit von Lesage.

Der wohl beeindruckendste Look von Vauthier war ein paillettenbesetztes Kleid, das in den besten Nachtklubs getragen werden kann, mit einem fabelhaft dichten Federbesatz vom Federspezialisten Lemarié, der wie Lesage Teil des kreativen Chanel-Arms Paraffection ist. Dieser eröffnete vor Kurzem das riesige neue Fabrikationszentrum 19M im Nordosten von Paris, in dem über ein Dutzend Couture-Zulieferer vereint sind.

Die gesamte Saison scheint von diesem neuen Zentrum profitiert zu haben und Maria Grazia Chiuri beispielsweise lobte die Arbeit der Kunsthandwerker in ihrer Kollektion für Christian Dior bis in den Himmel.

Darauf angesprochen antwortete Vauthier: "Ich liebe 19M. Ehrlich gesagt, ging ich zur Fertigstellung der Kollektion einmal pro Woche dahin und jedes Mal hatte ich das Gefühl, ich wohne einem Wunder bei".

Viktor & Rolf: Königliche Nostalgie



Obwohl sie sich nicht festlegen wollten, ob sie nun Monarchisten sind oder nicht, so steht eines fest: Viktor & Rolf sind offensichtlich in königliche Fantasien vernarrt, wenn auch stets in Kombination mit einer gehörigen Portion Ironie.

So sehr, dass jeder einzelne Look der jüngsten Couture-Kollektion eine Veräppelung des Adels umschloss. Das Ergebnis war eine Kreuzung aus Heinrich VIII. und Danny La Rue – oder ein Date von Honey Dijon mit Prinz Charles.


Viktor & Rolf Haute Couture Herbst/Winter 2021 - Viktor & Rolf

 
"In jüngster Vergangenheit haben wir mit Blick auf die Monarchie viele Umwälzungen erlebt. Das veranlasste uns dazu, darüber nachzudenken, wie ähnlich die Monarchie und die Organisation der Modebranche eigentlich sind. Auch diese hat ihre Könige und Königinnen, eine Hierarchie und ein Bedürfnis, den Laden aufrechtzuhalten, egal, was Backstage abläuft. Dadurch kamen wir zum Konzept der Fakeness im Vergleich zum Wirklichen", so ein eher bleich aussehender Rolf Snoeren.

Mit dem Einsatz königlicher Stoffe, auch hier mit einem eigenen Dreh, wie Patchworks aus unverkauften Inventarstoffen, Brokat und Jacquard, biologisch abbaubare Kunstpelze in Leuchtfarben aus Raffia-Streifen, oder künstliche Edelsteine, zur Nachbildung kunstvollen zeremoniellen Schmucks.

Ihre Inspiration stammt auch von Disney-Prinzessinnen, wie die Kronen mit künstlich hergestellten Perlen und Plexiglas-Tiaras verdeutlichten. Derweil trugen die Models Schärpen mit pointierten Aufschriften wie: 'Don’t be a Drag, just be a Queen'; 'Royal Pain in the Ass' und 'Princess? No bitch, Queen'!

Ironischerweise wurde das Duo in ihrer Heimat 2018 in den Ritterstand erhoben, im Orden des Niederländischen Löwen. Es handelt sich um eine Würdigung bemerkenswerter Leistungen in den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Sport und Literatur.

Ein Dutzend königlicher Looks getragen von Viehtreibern wurden in einem Bild in der neoklassischen Kapelle präsentiert, an der Stelle, an der die sterblichen Überreste von Ludwig XVI. und Marie-Antoinette beigesetzt wurden.

Und was ist mit den Royalisten?

"Ich denke, die Botschaft dieser Kollektion ist, dass alle an die Monarchie glauben. Und, hier endete auch das Leben Marie Antoinettes, und ich denke, das ist ein wirklich wunderschöner Ort", äußerte Viktor Horsting zögernd.

Ronald van der Kemps Impfung für das Gemüt


 
Eine Stimme, die es sich immer anzuhören lohnt, ist diejenige von Ronald van der Kemp. Der stets ikonoklastische niederländische Couturier taufte seine jüngste Kollektion 'The Mind Vaccine‘ (z. Dt. Impfung für das Gemüt).


Ronald van der Kemp Haute Couture Herbst/Winter 2021 - Ronald van der Kemp


"Es ist das modische Gegenstück zu ethischen Designerdrogen. Die Leute sprechen von Diversität und ich von Biodiversität. Die Mode kann nicht unendlich Kollektionen hervorbringen, die die Menschen nicht brauchen. Deshalb arbeiten wir mit Resten", betonte Ronald, der seine Kollektion auf Anmeldung persönlich in der niederländischen Botschaft an der Rue de Grenelle präsentierte.

Zur Begrüßung wartete eine große, blutgefüllte Spritze auf einem Ständer vor dem eleganten Herrenhaus auf die Gäste. Auf den ersten sechs Stufen der mit rotem Teppich bedeckten Treppe der Botschaft war ein markantes gotisches Kleid ausgelegt.

Van der Kemp war schon vor der Erfindung des Begriffs ein anerkannter Upcycling-Meister. Seine Stoffe bezieht er von unverwendeten hochwertigen Lagerbeständen bedeutender Pariser Modehäuser wie auch von Stofffachhändlern aus ganz Frankreich.

Ein solcher Restbestand, ein Chiffonstoff in wundervoller Schattierung, wurde zu einem fantastischen Patchwork-Bustier verarbeitet, während aus meterweise goldenem Raffiabast ein fantastischer weiter Rock mit zahlreichen Ketten entstand.

Der im Süden des Landes geborene Designer hat seinen Hauptsitz nach Amsterdam verlegt, unweit des Singel-Blumenmarkts. Er schärfte seine Schneider-Schere unter dem großartigen Bill Blass in New York, bevor er nach Europa zurückkehrte. Aktuell widmet er sich vollkommen der Couture und lässt dabei hohe Dosen an scharfer Ironie einfließen.

Neben der Spritze prangt ein Manifest: "Seien Sie bereit für nachhaltigen Hedonismus".

Ronald verarbeitete auch unverkäuflichen Blumenmusselin, schnippelte und klebte die Lagerware zu einer fabelhaften Waldjacke, die aussah, wie selbst gewachsen. Und eine Reihe alter Jeans wurden in kleine Streifen zerfetzt und in Form einer zotteligen "Kunstpelz"-Jacke mit Spitzeneinsätzen wiedergeboren.

"Kunstpelz gehört für mich verbannt, nicht nur echte Tierhäute. Ich respektiere Designer, die für Nachhaltigkeit einstehen, aber ganz ehrlich ist Kunstpelz doch aus Kunststoff gemacht und für die Umwelt viel schädlicher als echter Pelz", so Van der Kemp.

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