Havaianas-Konzern Alpargatas wird verkauft

Die korrupte J&F Holding verkauft seinen Mehrheitsanteil an dem Havaianas-Hersteller Alpargatas an die Itaú-Finanzgruppe, die einer bekannten brasilianischen Bankiersfamilie gehört – für umgerechnet knapp einer Milliarde Euro.


Havaianas

Dem Vertrag zufolge teilen sich die Investmentfirmen Cambuhy, Itaú und der Brasil Warrant Fund jetzt 86 Prozent der J&F-Anteile an Alpargatas. Banco Bradesco BBI beriet J&F bei den Verhandlungen, JP Morgan Chase & Co arbeitete für die Käufer. Laut der Aussagen von Personen, die mit dem Fall vertraut sind, braucht J&F schätzungsweise rund drei Milliarden Dollar, um Strafen zu zahlen und weiteres Geld um Schulden zu tilgen.
 
Der lang erwartete Verkauf ist der erste von J&F, einer Holding, die das Vermögen der brasilianischen Milliardärsfamilie Batista verwaltet. Im Zuge eines Korruptionsskandals ist der Mutter-Konzern zur Zahlung einer Milliarden-Entschädigung verdonnert worden.
 
Joesley und Wesley Batista sollen über ihren Fleischkonzern JBS umgerechnet 200 Millionen Dollar Schmiergelder an rund 1.900 Politiker bezahlt haben, um günstige, staatliche Kredite für ihre Geschäfte zu erhalten, wie sie in  einem Kronzeugeprozess aussagten. Die Erlöse aus dem Verkauf ihrer verschiedenen Firmen sollen helfen die Darlehen, Kreditschulden und die Zahlung der Strafe (10,3 Milliarden BRL umgerechnet 2,82 Milliarden Euro), die sie in Raten über 25 Jahre abzahlen können, zu begleichen, berichtet Reuters.
 
Alpargatas aus São Paulo produziert Havaianas Flip-Flops, geliebt von Stars wie Blake Lively bis Jennifer Aniston. Die Aktien legten dieses Jahr in Erwartung des Verkaufes um 56 Prozent zu. Alpargatas betreibt außerdem noch eine Reihe anderer brasilianischer Modemarken. Zum Moderiesen gehören die Luxus-Surfmarke Osklen sowie die Sportschuhhersteller Topper und Mizuno.
 
Die Batistas übernahmen Alpargatas im Dezember 2015 vom Baukonzern Camargo Corrêa, die in den selben Skandal verwickelt waren. Ihnen gehörte das Unternehmen seit 1982.
 

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