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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
16.09.2018
Lesedauer
6 Minuten
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Hinter den Kulissen der Haute Joaillerie von Bulgari

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
16.09.2018

Lucia Silvestri empfängt uns in ihrem lichtdurchfluteten Büro im vierten Stock des Bulgari Hauptsitzes in Rom. Von hier aus überblickt sie den Tiber. Mit funkelnden Augen entnimmt sie einem kleinen Säckchen bunte Edelsteine. Sie strahlt: "Spüren Sie die Energie? Den Klang der Steine? Das ist es, was ich liebe, das ist meine Leidenschaft. Jeden Tag spiele ich mit den Steinen, außerdem werden alle hier kreierten Stücke ausnahmslos von mir Probe getragen. Ich habe den besten Job im Unternehmen!", lacht die schöne Römerin, während sie mit ihren Händen durch die vor ihr angehäuften Steine streicht.

Die Kreativdirektorin von Bulgari, Lucia Silvestri - FashionNetwork.com Dominique Muret


Die quirlige Italienerin stieg vor 38 Jahren als Sekretärin in Mutterschaftsvertretung beim berühmten Juwelier ein und hat das Unternehmen seither nicht mehr verlassen. Sie spezialisierte sich nach und nach auf den Einkauf von Edelsteinen und übernahm im Jahr 2013 die Funktion der Kreativdirektorin, zwei Jahre nach der Übernahme der Marke durch den Luxuskonzern LVMH.

Silvestri ordnet die Edelsteine vor ihr gekonnt zu einer Halskette an, die sie mit drei großen Kristallen ergänzt. "Das ist der Ausgangspunkt für unsere Inspiration", erklärt sie dazu. "Man muss mit den Edelsteinen sprechen. Man kann sie stundenlang anschauen. Dann nimmt man sie und mischt sie nach Farben und Größe."

Auf dem langen Tisch vor ihr liegen funkelnde Steine, mehrheitlich Saphire und Smaragde, die "jeweils einen Wert zwischen 1.000 und 100.000 Euro haben". Dann legt sie auf einer Wachsunterlage mit verschiedenen Steinkombinationen weitere Schmuckstücke aus, wie ein Maler, der auf der weißen Leinwand vor ihm seine ersten Pinselstriche setzt.

Schmuckstücke von Bulgari bieten eine feine Balance aus Harmonie, Farben und Steingröße - FashionNetwork.com Dominique Muret


In einer Ecke ihres Büros, das nur durch einen Geheimcode zugänglich ist, steht ein Security-Mann diskret und bewacht Fotos und Schmuckskizzen. "Als ich 1980 bei Bulgari anfing, zählte das Unternehmen fünf Stores, heute sind es über 300! Innerhalb von 30 Jahren hat sich der Markt stark verändert. Es ist immer schwieriger, schöne Steine zu finden. Sie sind selten und teuer geworden und die Ansprüche der Kunden sind gestiegen", erklärt die Kreativdirektorin.

Das 1884 vom griechischen Goldschmied Sotirio Bulgari in Rom gegründete Schmuck-Label ist berühmt für seine bunten Haute Joaillerie-Schmuckstücke, insbesondere für die Verbindung von Edel- und Halbedelsteinen. Außerdem ist das Schmuckhaus für seine Vorliebe für den Cabochon-Schliff bekannt, der zu einem Markenzeichen von Bulgari wurde. Das Unternehmen verzeichnete in den vergangenen Jahren ein stetiges Wachstum.

Wie zu seinen Anfängen bezieht das Unternehmen seine Rohstoffe aus aller Welt: rosafarbene Tourmaline aus Mosambik, saphirblaue Chalcedone aus Namibia, indische Saphire aus Ratanpur und Jaipur und aus Sri Lanka stammen Saphire, deren blaue Farbe auch im Dunkel der Nacht schimmert.

Die jüngsten Steintrouvaillen aus aller Welt - FashionNetwork.com Dominique Muret


Aus dem Nebenraum erscheint Angelo Santini mit einem Tablett, auf dem die jüngste Lieferung ausliegt: Smaragde aus Kolumbien. Santini ist seit 1982 Gemmologe und seit 1995 als Einkäufer für Bulgari tätig. Er arbeitet Hand in Hand mit der Kreativdirektorin.

"Wir kennen alle Abbaugebiete, alle Lieferanten. Einige behalten besonders seltene Stücke für uns reserviert, aber nicht lange! Pro Jahr erhalten wir nicht mehr als drei oder vier große Angebote. Oft denken sie auch an uns, wenn sie die Steine zuschneiden", erzählt der Gemmologe, während Lucia Silvestri die Smaragde einzeln begutachtet.

"Der hier ist etwas trüb", befindet sie und legt einen kleinen grünen Kristall zur Seite. Dann nimmt sie einen anderen, reibt ihn mit einem Tuch und legt ihn zwischen ihre Finger, wie einen Ring, um seine Wirkung im Tageslicht besser wahrnehmen zu können. "In einem Smaragd schlummert ein Garten, im Rubin ein Feuer", schmunzelt sie.

Die Suche nach dem seltenen Juwel gestaltet sich schwierig. Darüber hinaus geht jeder Kauf mit intensiven Verhandlungen einher. Doch liegen die edlen Steine einmal vor Lucia Silvestri, werden sie von ihr zu traumhaften Schmuckstücken zusammengefügt. Anschließend werden die subtilen Steingefüge von einem siebenköpfigen Designer-Team ausgefeilt und auf Papier festgehalten.

Hinter dieser anonymen Fassade werden die Prachtwerke von Bulgari gefertigt. - FashionNetwork.com Dominique Muret


Szenenwechsel: Nördliche Ringstraße in Rom, an in einem nicht näher genannten Ort steht ein Gebäude ohne Namen und ohne Straßennummer in der Via Aurelia. Verlassen, mitten im Nirgendwo am Rande eines Autobahnzubringers, scheint der Ort unbewohnt. Die Türe aus Opakglas und die von Vorhängen verdeckten Fenster verwehren den Blick ins Innere.

Doch der Anschein trügt, denn im Inneren herrscht emsiges Treiben. 35 Goldschmiede arbeiten an der Kollektion, die im darauffolgenden Jahr den "Top-Kunden" enthüllt wird. Wir befinden uns im Schmucklabor von Bulgari, in dem Haute Joaillerie-Stücke wie auch Prototypen hergestellt werden. Das im Jahr 2000 eingeweihte Atelier wurde vor einem Jahr um zehn Arbeitsplätze aufgestockt. Die Anzahl der Angestellten dürfte sich bis im nächsten Jahr weiter erhöhen, bis etwa 44 Personen hier arbeiten werden.

Einlass in das Gebäude erhält nur, wer eine weiße Weste zeigen kann. Zunächst passiert der Besucher mehrere gepanzerte Türen, bevor er die Anlage unter strenger Überwachung eines Security-Mannes und den spähenden Augen der Sicherheitskameras besuchen kann. Die vorherrschende Stille wird dann und wann vom Geräusch vibrierender Metallplatten im Boden gestört, wenn jemand den Gang hinunterläuft und seine Schuhe gereinigt werden.

Stille und Konzentration im Labor für Haute Joaillerie und Prototypenherstellung - FashionNetwork.com Dominique Muret


In diesem Atelier landen die Designs des Teams um Lucia Silvestri. Den Skizzen wird von den geschulten Händen der Kunsthandwerker in mehreren Schritten Leben eingehaucht. Zunächst werden am Computer mithilfe der Skizzen die kleinsten Details der Schmuckfassung studiert, die die Edelsteine später aufnehmen soll, dann werden aus Wachs perfekte Nachbildungen der metallenen Bestandteile gefertigt und schließlich eine Form aus Gips hergestellt, in die Gold, Silber und andere Edelmetalle gegossen werden, bevor sie schließlich zusammengesetzt, gefasst und poliert werden.

Die Goldschmiede sitzen an ihrer Werkbank, vor ihnen liegen winzige Werkzeuge (Zangen, Sägen, Feilen, Sandpapier usw.). Sie tragen weiße Arbeitskittel, auf deren Taschen lediglich der Schriftzug "Bulgari" aufgestickt wurde, und betrachten durch die Binokularlupen die Skizze des Schmuckstücks, an dem sie arbeiten. Vom ersten Austausch mit den Designern bis hin zum fertigen Schmuckstück dauert es im Schnitt fünf Monate.

Die Haute Joaillerie von Bulgari wird von Hand gefertigt. - FashionNetwork.com Dominique Muret


"Wenn uns bei einem Schritt plötzlich bewusst wird, dass das die falsche Richtung ist und die Arbeit nicht dem erwarteten Ergebnis entspricht, brechen wir den Versuch ab und beginnen wieder von vorne", betont ein Verantwortlicher. "Wir sind die einzigen in ganz Rom, die Schmuckstücke dieser Komplexität anfertigen."
 
Im Labor werden alle Prototypen und fast 40 % der Haute Joaillerie-Stücke von Bulgari hergestellt, insgesamt rund 200 Unikate pro Jahr. Die verbleibenden 300 Stücke werden von einem Netzwerk erfahrener externer Goldschmiede produziert. Bei einigen Modellen werden im Juwelenlabor nur die ersten Exemplare hergestellt und anschließend für die Industrialisierungsphase in die riesige Produktionsstätte in Valenza verlegt. Diese wurde im vergangenen Jahr im Piemont eingeweiht. Ziel sei es, "den handwerklichen Ansatz im industriellen Prozess zu bewahren".

Das Traditionsgeschäft an der Via dei Condotti in Rom - FashionNetwork.com Dominique Muret


Diese Traditionsverbundenheit macht sich bezahlt: Von 2011 bis 2016 gelang es Bulgari, den Umsatz von 1 auf 2 Milliarden Euro zu verdoppeln. Das Schmuckunternehmen erzielt auch weiterhin ein starkes Wachstum und hat große Pläne für die Zukunft. Bis Ende 2018 erweitert Bulgari das Verkaufsnetzwerk auf 333 Läden, bis 2021 soll die Zahl auf 363 ansteigen.

Den ältesten und jüngsten der Bulgari-Läden können interessierte Besucher an den "Journées Particulières" von LVMH am 12., 13., und 14. Oktober in Rom entdecken. Zu diesem Anlass plant das Luxushaus verschiedene Aktivitäten in der historischen Boutique in der renommierten Via dei Condotti. Gegenüber liegt das legendäre Antico Carrè Greco, unweit der Piazza di Spagna. Die Boutique wurde 1905 eröffnet und 2014 vom Stararchitekten Peter Marino renoviert. Gleich daneben befindet sich der vor Kurzem eingeweihte New Curiosity Shop von Bulgari, dessen Konzept in erster Linie jüngere Kunden anspricht, indem Technologie mit digitalen Bildern vermischt wird. So können die funkelnden Traumjuwelen von Bulgari aus nächster Nähe bestaunt werden.

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