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Veröffentlicht am
09.03.2017
Lesedauer
3 Minuten
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Hugo Boss stimmt auf ein weiteres Jahr ohne Wachstum ein

Veröffentlicht am
09.03.2017

Bilanzpressekonferenz am Sitz der Hugo Boss AG in Metzingen, tief im Süden Deutschlands: Das waren in den zurückliegenden Jahren stolze Messen voller Erfolgszahlen. Am heutigen Donnerstag ist das anders. Der Vorstandsvorsitzende Mark Langer wird ab 10 Uhr heute Morgen alles tun, um verlorenes Vertrauen der Anleger zurück zu gewinnen. Die wichtigsten Zahlen wurden vor Börseneröffnung um 7.30 Uhr bekannt gegeben: Im vergangenen Jahr ging der Umsatz um 4 Prozent zurück auf 2.693 (Vj. 2.809) Millionen Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte betrug der Rückgang 2 Prozent, so Hugo Boss. Das Betriebsergebnis sank um 17 Prozent auf 493 (Vj. 594) Millionen Euro. Der Gewinn sank um 39 Prozent auf 194 (Vj. 319) Millionen Euro.


Hugo Boss CEO Mark Langer will mit dem heutigen Update von Zahlen und SDtrategie das Vertrauen der Anlager zurückgewinnen. - Foto: Hugo Boss


Dementsprechend müssen die Anleger eine dicke Kröte schlucken. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, pro Aktie eine Dividende von 2,60 (Vj. 3,62) Euro zu zahlen. Damit steigert das Unternehmen die Ausschüttungsquote um 15 Prozentpunkte auf 93 Prozent – viel mehr geht nicht.

Mark Langer, Vorstandsvorsitzender der HUGO BOSS AG: „2016 war für HUGO BOSS kein einfaches Jahr. Wir haben aber schnell und konsequent auf das veränderte Umfeld reagiert und umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um unseren Kurs zu korrigieren. Die Neuausrichtung beginnt zu greifen, erste Erfolge werden sichtbar. Vor allem in China haben wir die Trendwende vollzogen. In diesem Jahr werden wir die im vergangenen Herbst beschlossene Weiterentwicklung unserer Strategie in konkrete Maßnahmen umsetzen. Wir passen unser Geschäftsmodell an das veränderte Kundenverhalten an. Mit der klaren Ausrichtung unseres Markenportfolios auf BOSS und HUGO werden wir unsere Stärke im gehobenen Premiumsegment besser ausspielen können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass HUGO BOSS nach dieser Phase der Stabilisierung wieder zu nachhaltigem und profitablem Wachstum zurückkehren wird.“

In der Regionalbetrachtung stechen wichtige und große Märkte wie Deutschland und Frankreich als diejenigen hervor, in denen die größten Verluste eingefahren wurden. In der Region Amerika sackte der Umsatz um 12 Prozent, währungsbereinigt um 1 Prozent durch. Die Märkte in Asien/Pazifik summierten sich zu einem währungsbereinigten Minus von 6 Prozent auf. Hier sei allerdings gerade zu Ende des Geschäftsjahres ein deutlicher Aufwärtstrend feststellbar gewesen. Ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich habe demgegenüber Großbritannien gemeldet, heißt es.


Das Metzinger Unternehmen will künftig mit nur noch zwei Marken - Boss und Hugo - im Premium Segment unterwegs sein. - Foto: Hugo Boss


Im direkten Vergleich schloss der eigene Einzelhandel mit 442 (Vj. 430) selbst betriebenen, frei stehenden Geschäften immer noch besser ab als die Sparte der Großhandelsgeschäfte. Eigener Retail übertraf in lokalen Währungen den Vorjahresumsatz um 2 Prozent; währungs- und flächenbereinigt ging dort der Umsatz um 6 Prozent zurück. Im Großhandelsgeschäft wurde ein Minus von 9 Prozent in lokalen Währungen erwirtschaftet.
Im laufenden Geschäftsjahr will Hugo Boss seinen Umbau fortsetzen. Die Modelinien Boss Green und Boss Orange sollen mit der Kernmarke verschmolzen werden. Künftig werde es nur noch zwei Marken geben: Boss und Hugo, das auf eine tendenziell jüngere Kundschaft zielt. Die Distribution werde an die Bedürfnisse von Kunden und diesen beiden Marken angepasst. Die digitale Transformation werde beschleunigt.
 
Um zehn Uhr am heutigen Donnerstag (9.3.) wird CEO Mark Langer Details zu Zahlenwerk und neuer Strategie im Rahmen einer Pressekonferenz erläutern. Am Nachmittag will Hugo Boss die Analysten informieren.

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