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Veröffentlicht am
26.06.2017
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Investor Loeb steigt bei Nestlé ein – L'Oréal-Anteil im Fokus

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DPA
Veröffentlicht am
26.06.2017

Der weltgrößte Lebensmittelhersteller Nestlé ist ins Visier des aktivistischen Investors Daniel Loeb geraten. Der vom 55-jährigen Amerikaner geführte Hedgefonds Third Point investierte rund 3,5 Milliarden Dollar in zirka 40 Millionen Nestlé-Aktien, wie aus einem Brief an die Investoren hervorgeht, der der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt.

Investor Loeb steigt bei Nestlé ein – L'Oréal-Anteil im Fokus.dpa - dpa


Third Point hält damit rund 1,25 Prozent an dem Schweizer Unternehmen. Aktivistische Investoren wie Loeb sind dafür bekannt, öffentlich Druck auf die Unternehmensführung auszuüben, mehr Wert für die Aktionäre zu schaffen. Da sie oft andere Anleger hinter sich bringen, können sie dann mit einem geringen Anteil Einfluss auf Entscheidungen nehmen.
Bei Nestle hat Loeb offenbar vor allem den 23-prozentigen Anteil am französischen Kosmetikkonzern L'Oréal im Visier. Dieser ist an der Börse derzeit rund 24 Milliarden Euro wert. Diesen soll Nestlé verkaufen und das Geld überwiegend in Aktienrückkäufe stecken. Zudem sollen die Schweizer ihr Portfolio straffen, die Rendite steigern und Zukäufe in "vorteilhaften Bereichen" prüfen.

An der Börse sorgte das Ansinnen für Fantasie. Nestlé-Aktien und L'Oréal-Papiere stiegen im frühen Handel jeweils um rund 4 Prozent. Analysten der UBS sehen Raum für ein 10 Milliarden Schweizer Franken schweres Aktienrückkaufprogramm im Falle des L'Oréal-Verkaufs. Möglich halten die Experten zudem eine Trennung vom kompletten Süßwarengeschäft, und nicht nur wie jetzt angedacht von Teilen. Dadurch könnten dem Unternehmen bis zu 26 Milliarden Franken zufließen. Mit dem Geld ließen sich dann wieder Zukäufe finanzieren.

Loebs Hedgefonds Third Point war bisher vor allem für Investitionen in amerikanische und japanische Firmen wie Yahoo oder Sony bekannt. In einem Brief an seine Anleger von Ende April hatte der Investor aber bereits angekündigt, dass er wegen der guten wirtschaftlichen Lage auch nach Investitionsmöglichkeiten in Europa Ausschau hält.
Dabei war die Konsumgüterindustrie mit ihren hohen Ausgaben und schwachen Wachstumsraten schon immer ein beliebtes Ziel aktivistischer Hedgefonds. So kaufte sich der bekannte Hedgefonds-Manager Bill Ackman erst vor zwei Jahren mit rund fünfeinhalb Milliarden Dollar beim US-Giganten Mondelez ein. Unter seiner Mitbestimmung kam es bei dem Lebensmittelhersteller zu Sparmaßnahmen.

Bei Nestlé wolle man das Management "dazu ermutigen, den Wandel mit einem stärkeren Dringlichkeitsgedanken zu verfolgen", wie es in dem Investorenbrief von Loeb heißt. Auch wenn das Unternehmen im Vergleich zu seinen Konkurrenten sehr gut aufgestellt sei, habe sich der Aktienkurs nur unterdurchschnittlich entwickelt.
Mit Blick auf den Kursverlauf des französischen Konkurrenten Danone lief es für die Nestlé-Papiere in der Vergangenheit allerdings gar nicht so schlecht. So haben sie sich in den vergangenen fast 30 Jahren in ihrem Wert fast verzehnfacht, während das Wachstum bei Danone im gleichen Zeitraum nur halb so stark ausfiel. Derzeit notiert die Nestle-Aktie bei 82,10 Schweizer Franken (rund 76 Euro).

Spätestens seit der gescheiterten Übernahme von Unilever durch Kraft Heinz stehen Lebensmittelkonzerne unter besonderem Druck. Denn trotz ihrer Größe sind sie wegen des scharfen Wettbewerbs nicht mehr vor solchen Versuchen gefeit. Bei Nestle ist der seit diesem Jahr amtierende Vorstandschef Ulf Schneider ohnehin dabei, den Konzern neu auszurichten. So soll das Thema Gesundheit eine größere Rolle spielen, wachstumsstarke Segmente wie Kaffee oder Tierfutter gestärkt werden. Für seine US-Süßwarensparte prüft der Konzern derzeit einen Verkauf. Angesichts eines wachsenden Gesundheitsbewusstseins bei amerikanischen Konsumenten, haben es Süßwarenproduzenten derzeit ohnehin schwer.

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